Letzter Menschenaffe in deutschem Zirkus

Weltbekannte Schimpansenforscherin Jane Goodall setzt sich gemeinsam mit PETA für Robbys Rettung ein

 

Aktuelles Video zeigt entwürdigenden Umgang mit dem intelligenten Tier in der Manege

Celle / Stuttgart, 1. Juli 2015 – Gemeinsamer Appell für ein Leben ohne Qualen: Die renommierte britische Schimpansenforscherin Dr. Jane Goodall macht sich zusammen mit PETA Deutschland e.V. für die Rettung von Robby, dem letzten Menschenaffen in einem deutschen Zirkusbetrieb, stark. Die Tierrechtsorganisation setzt sich seit 2012 bei den Behörden für die Überführung des Tieres aus dem Wanderzirkus Belly in eine Schimpansen-Auffangstation ein. Obwohl die Haltung von Menschenaffen im Zirkus nicht gestattet ist, haben die Veterinärbehörden jahrelang versäumt, Robbys Herausnahme aus dem Unternehmen anzuordnen. In der Manege muss der Schimpanse einen Anzug tragen und sich an einer Halsbandleine herumführen lassen, vor johlendem Publikum Roller fahren und einen Ball fangen. Diese Erniedrigung und die vielfach dokumentierten mangelhaften Haltungsbedingungen bedeuten für das 40 Jahre alte Tier ein Leben voller Leid und Entbehrungen. Jane Goodall hat aktuelle Videoaufnahmen aus dem Zirkus ausgewertet und befürwortet die Unterbringung des intelligenten Tieres in einer anerkannten Auffangstation. PETA hat das Videomaterial sowie die Stellungnahme der Verhaltensforscherin heute an das zuständige Kreisveterinäramt in Celle übermittelt und die Behörde erneut zum sofortigen Handeln aufgefordert.

 

„Ich bin nach eingehender Betrachtung der absoluten Überzeugung, dass Robby aus jeder zukünftigen Situation der kommerziellen Ausbeutung befreit und in eine autorisierte Auffangstation überstellt werden sollte, die weiß, welche Bedürfnisse Tiere aus der Unterhaltungsindustrie haben, z. B. Stiftung AAP“, so Dr. Jane Goodall.

 

Die wissenschaftlich geführte Schimpansen-Auffangstation AAP in den Niederlanden hat seit über 30 Jahren Erfahrung mit der Rettung und Resozialisierung von Tieren aus schlechter Haltung. Die Experten halten einen Platz für Robby bereit und befürworten seine Umsiedlung, damit der Menschenaffe ein tiergerechtes Leben führen kann.

Bei Circus Belly wird der Schimpanse die meiste Zeit in einem etwa 10 Quadratmeter kleinen Käfigwagen gehalten. Recherchen von PETA haben ergeben, dass auch das Außengehege für Robby viel zu klein ist und kaum Kletter- oder Beschäftigungsmöglichkeiten vorhanden sind. Laut den offiziellen Leitlinien muss ein Schimpansengehege insgesamt mindestens 400 Quadratmeter groß sein – der Zirkusbetrieb erreicht nur einen Bruchteil davon. Die Einzelhaltung von Schimpansen ist verboten.

Dr. Jane Goodall spricht sich grundsätzlich gegen den Einsatz von Schimpansen in Zirkus- und TV-Shows aus, weil Menschenaffen systematisch durch Zwang und Misshandlung für die Unterhaltungsindustrie gefügig gemacht werden. Die vollständige Stellungnahme der Expertin ist hier abrufbar.

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Bild 1: Zum Clown degradiert: Intelligenter Menschenaffe in der Manege von Circus Belly / © PETA Bild

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2: Schimpanse Robby wird in einem engen Käfigwagen gehalten. / © PETA

 

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PETA Deutschland e.V. ist eine Schwesterorganisation von PETA USA, der mit über drei Millionen Unterstützern weltweit größten Tierrechtsorganisation. Ziel der Organisation ist es, durch Aufdecken von Tierquälerei, Aufklärung der Öffentlichkeit und Veränderung der Lebensweise jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen.