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28.10.2020 – 18:03

Frankfurter Rundschau

FrankfurtFrankfurt (ots)

Wie in den meisten Fällen, wenn es in den letzten Jahren um einen Slogan für eine „Europäische Kulturhauptstadt“ ging, stand das Motto unter der Schirmherrschaft des Marketingsprech. So auch in dieser Finalrunde, als es hieß, man wolle ein Chemnitz „sichtbar machen“, das „in Europa – noch – keiner auf dem Schirm hat“. Tatsächlich hat sich die für 2025 nominierte Stadt im Laufe der letzten 120 Jahre mehrfach neu erfunden. Zur Gründerzeit, um 1900, aber auch nach der Wende, ’89, begann in Chemnitz so etwas wie eine Boomzeit – mit schnödesten Folgen in der City. Andererseits wurden immense Anstrengungen unternommen, um eines der größten Jugendstilensembles Europas zu sanieren. Wollte man Chemnitz also allein auf ein Aufmarschgebiet von Rechtsextremisten reduzieren, täte man der Stadt unrecht. Zählen doch zum Chemnitz-Image unbedingt die Reichtümer der städtischen Kunstsammlungen. Es wäre trefflich, wenn die Kulturhauptstadt ihr Erbe einer aufgeklärten Moderne in den Fokus rücken könnte.

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