▷ Der Wähler als Restrisiko / Kommentar von Joachim Fahrun zur Berliner SPD und …


12.06.2020 – 20:56

BERLINER MORGENPOST

Berlin (ots)

Kurzform:

Die Berliner SPD steht vor einem Luxusproblem. Ungewöhnlich viele Wahlkreise sind für die Bundestagswahl im Herbst 2021 vakant. Keine politische Kraft wird mit der Bekanntheit eines sozialdemokratischen Teams konkurrieren können, in dem der Noch-Regierende Bürgermeister Michael Müller, Juso-Chef und Talk-Show-Dauergast Kevin Kühnert sowie die Anti-Diskriminierungs-Kämpferin Sawsan Chebli mit versierten Fachpolitikern wie der Finanz-Kennerin Cansel Kiziltepe und dem Energieexperte Klaus Mindrup an einem Strang ziehen. Ideologische Differenzen sollten die Genossen zurückstellen. Bleibt nur das große Ungewisse: die Wähler. Wenn die Berliner SPD es nicht schafft, in der Stunde großer Not und immer noch schlechter Umfragewerte ihre besten Politiker ins Rennen zu schicken, dann wäre der Partei wirklich nicht mehr zu helfen.

Der vollständige Kommentar:

Die Berliner SPD steht vor einem Luxusproblem. Ungewöhnlich viele Wahlkreise sind für die Bundestagswahl im Herbst 2021 vakant. Der Rückzug vieler altgedienter Bundestagsabgeordneter eröffnet nicht nur die Chance für eine Neuaufstellung. Die Partei hat auch die Möglichkeit, möglichst vielen ihrer durchaus prominenten Bundestagsinteressenten die Möglichkeit zu geben, ins Parlament einzuziehen.
Keine politische Kraft wird mit der Bekanntheit eines sozialdemokratischen Teams konkurrieren können, in dem der Noch-Regierende Bürgermeister Michael Müller, Juso-Chef und Talk-Show-Dauergast Kevin Kühnert sowie die Anti-Diskriminierungs-Kämpferin Sawsan Chebli gemeinsam mit versierten Fachpolitikern wie der Finanz-Kennerin Cansel Kiziltepe und dem Energieexperte Klaus Mindrup an einem Strang ziehen.
Noch ist es nicht so weit. Zuerst muss die Basis die Überlegungen der Parteistrategen absegnen, muss womöglich eigene Bezirkskollegen enttäuschen, um möglichst viel politisches Gewicht an den Start zu bringen. Ideologische Differenzen sollten die Genossen zurückstellen, ihre Gemeinsamkeiten betonen. Dass die Besetzung der Direktkandidaturen und der Bundestagsliste Rückwirkungen auf den Wahlkampf zum Berliner Abgeordnetenhaus haben wird, ist klar. Geht Müller wie geplant in den Bundestag, wäre der Weg frei für Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, für die SPD ums Rote Rathaus zu kämpfen.
Bleibt nur das große Ungewisse: die Wähler. Wie die Stimmung in 16 Monaten sein wird, kann heute niemand sagen. Aber wenn die Berliner SPD es nicht schafft, in der Stunde großer Not und immer noch schlechter Umfragewerte ihre besten Politiker ins Rennen zu schicken, dann wäre der Partei wirklich nicht mehr zu helfen.

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