▷ „Giftig“ – Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg) zu Thüringen


18.02.2020 – 18:40

Rhein-Neckar-Zeitung

Heidelberg (ots)

Die Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg) kommentiert den Vorstoß von Bodo Ramelow in Thüringen:

„Als „Befreiungsschlag“ für Thüringen wurde der Vorschlag Bodo Ramelows gewertet, die ehemalige CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht für den Übergang ins Amt zu wählen. Respekt wurde ihm von links gezollt für diese „staatstragende“ Initiative. So ein Unsinn. Das, was der 64-Jährige da auf den Tisch geknallt hat, ist vor allem eines: eine giftige Provokation. Und weniger konstruktiv als erbarmungslos.
Ja, die Idee einer CDU-Ministerpräsidentin, die den thüringischen Knoten löst, hat Charme. Aber so einen Plan wirft man nicht einfach so in die Öffentlichkeit. Man überrumpelt die politischen Partner nicht. Und man sucht auch – zumindest das! – zuvor das Gespräch mit der Auserkorenen.

Wenn Ramelow tatsächlich die Regierungskrise beenden will, muss er gemeinsam mit CDU-Abgeordneten eine Lösung finden, die bei Neuwahlen ihr Mandat riskieren. Diese Entscheidung zu treffen, verlangt Größe. Zumal auch die gemeinsame Wahl einer CDU-Regierungschefin mit Stimmen der Linken das geltende Kooperationsverbot untergräbt. Heikel.
Ramelow jedoch sucht nicht die Einigung. Er setzt der CDU-Fraktion die Pistole auf die Brust. Kann man machen – zumal bei der Vorgeschichte. Fein und staatstragend ist das aber nicht.“

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Rhein-Neckar-Zeitung
Dr. Klaus Welzel
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