▷ Kita-Ausbau ab sofort und jetzt / Kommentar von Susanne Leinemann zu neuen …


06.10.2020 – 21:43

BERLINER MORGENPOST

Berlin (ots)

Kurzform:

26.000 neue Kitaplätze bis 2025 – das ist ein Wort! Allerdings, schon jetzt werden zu viele Kita-Neubauprojekte hinausgezögert, weil die Mittel ausgegangen sind. Beim Landesprogramm „Auf die Plätze, Kitas, los!“ war ab Sommer die Warteliste für Fördermittelanträge dicht, so groß war der Andrang. Und wer sich für das Jahr 2021 bewerben will, der muss flott einreichen – die Frist läuft bald ab. Will Berlin in zwei Jahren wirklich 15.500 neue Plätze präsentieren, muss auch die Stadt sich ranhalten. Bauanträge brauchen oft lange, bis sie genehmigt werden. Was jetzt an Kita-Projekten konkret ist, sollte umgesetzt werden. Bildungssenatorin Sandra Scheeres wird sich nicht mehr daran messen lassen müssen, ob sie 26.000 neue Kitaplätze in fünf Jahren erreicht. Sie ist dann nicht mehr im Amt. Es wäre bitter, wenn diese Zahl ein leeres SPD-Wahlversprechen bliebe.

Der vollständige Kommentar:

26.000 neue Kitaplätze bis 2025 – das ist doch ein Wort! Davon alleine 15.500 in den kommenden zwei Jahren. Dazu werden 4200 weitere Erzieher eingestellt. Als Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) in der Senatspressekonferenz den Kitaentwicklungsplan für die nächsten Jahre vorstellte, klang es fast zu schön, um wahr zu sein.
Nur wenige Sommer ist es her, da gingen tausende Eltern, Kinder und Erzieher aus Protest auf die Straße: Kita-Krise. 2018 kam es zum Kita-Krisengipfel, die Verzweiflung war groß, so schwer war es meist, einen Kitaplatz zu finden. Danach wurden tatsächlich beherzter Kita-Plätze geschaffen, nachdem man erst die Entwicklung zu frühkindlicher Betreuung, mehr Qualität und einer wachsenden Stadt verschlafen hatte. „50.500 Kita-Plätze entstanden seit 2011“, betont Scheeres. „Das entspricht einer mittelgroßen Stadt.“

Allerdings – schon jetzt werden zu viele Kita-Neubauprojekte hinausgezögert, weil die Mittel ausgegangen sind. Beim Landesprogramm „Auf die Plätze, Kitas, los!“ war ab Sommer die Warteliste für Fördermittelanträge dicht, so groß war der Andrang. Und wer sich für das Jahr 2021 bewerben will, der muss flott einreichen – die Frist läuft bald ab. Will Berlin in zwei Jahren aber wirklich 15.500 neue Plätze präsentieren, muss auch die Stadt sich ranhalten. Bauanträge brauchen oft lange, bis sie genehmigt werden. Und ob man danach noch eine Baufirma findet, die Zeit und Personal in Reserve hat, steht in den Sternen. Deshalb: Was jetzt an Kita-Projekten konkret und tragfähig ist, sollte umgesetzt werden. Jeder Monat zählt.

Bildungssenatorin Scheeres wird sich nicht mehr daran messen lassen müssen, ob sie 26.000 neue Kitaplätze in fünf Jahren tatsächlich erreicht. Sie ist dann längst nicht mehr im Amt. Es wäre bitter, wenn diese Zahl ein leeres SPD-Wahlversprechen bliebe.

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