▷ Mehr Schutz in Altenheimen / Kommentar von Joachim Fahrun zu Corona in …


28.04.2020 – 22:24

BERLINER MORGENPOST

Berlin (ots)

Kurzform: Es sind die Alten und Kranken, die das Virus besonders häufig tötet, wenn sie mit ihm in Kontakt kommen. Deswegen wundert es, wie wenig wir in den vergangenen Tagen über den Schutz dieser Einrichtungen gehört haben. Während wir über Maskenpflicht in Läden und Bussen diskutiert haben, liefen die wirklich gefährdeten Gruppen unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung. Dabei ist es erste Pflicht der zuständigen Gesundheitsverwaltung, hier die höchstmöglichen Standards vorzuschlagen und sicherzustellen.
Wenn es stimmt, dass sich in dem Lichtenberger Seniorenhaus viele Bewohner nicht an die Regeln gehalten haben, ist das zwar menschlich verständlich. Im Sinne des Gesundheitsschutzes wäre es aber notwendig, klare Pflichten zu formulieren und etwa das Tragen von Masken auch in solchen Häusern vorzuschreiben.

Der vollständige Kommentar: Nun hat also auch Berlin eine Maskenpflicht im Einzelhandel. Der rot-rot-grüne Senat hat sich durchgerungen, die Öffnung der Geschäfte mit einer solchen Auflage zu flankieren. Anders zu handeln, wäre merkwürdig gewesen. Niemand hätte erklären können, warum Kunden überall in Deutschland Mund-Nasen-Schutz tragen müssen, nicht aber in der Hauptstadt. Und warum die Maske zwar in der U-Bahn vorgeschrieben ist, im U-Bahn-Kiosk aber nicht.
Die schlimme Nachricht kommt aber aus Lichtenberg, wo ein Seniorenwohnhaus nach einem Corona-Ausbruch geräumt werden musste. So schlimm wie seinerzeit in Wolfsburg ist es noch nicht. Aber der Fall macht einmal mehr das wahre Handlungsfeld bei der Pandemie-Bekämpfung deutlich. Schließlich sind auch in Berliner Altenheimen und Pflegeeinrichtungen schon mindestens 38 Menschen an Covid-19 gestorben, viele weitere wurden infiziert und liegen in Krankenhäusern. Das heißt, jeder dritte Berliner Corona-Todesfall lebte in einem Altenheim.
Es sind – man kann es gar nicht oft genug sagen – die Alten und Kranken, die das Virus besonders häufig tötet, wenn sie mit ihm in Kontakt kommen. Deswegen wundert es, wie wenig wir in den vergangenen Tagen über den Schutz dieser Einrichtungen gehört haben. Während wir über Maskenpflicht in Läden und Bussen diskutiert haben, liefen die wirklich gefährdeten Gruppen unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung. Dabei ist es erste Pflicht der zuständigen Gesundheitsverwaltung, hier die höchstmöglichen Standards vorzuschlagen und sicherzustellen.
Wenn es stimmt, dass sich in dem Lichtenberger Seniorenhaus viele Bewohner nicht an die Regeln gehalten haben, ist das zwar menschlich verständlich. Im Sinne des Gesundheitsschutzes wäre es aber notwendig, klare Pflichten zu formulieren und etwa das Tragen von Masken auch in solchen Häusern vorzuschreiben.

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