▷ Neue Angebote sind nötig / Kommentar von Christian Latz zum Tarifsystem von VBB und BVG


26.01.2021 – 21:55

BERLINER MORGENPOST

Berlin (ots)

Kurzform:

Erwartet wurde schon lange, dass sich der Aufruf „Stay at Home“ auch in den Zahlen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) niederschlägt. 30.000 Abonnenten haben die Verkehrsbetriebe im Dezember im Vergleich zum Vorjahr schon verloren. Es ist daher wichtig, dass der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) an alternativen Tarifangeboten arbeitet. Eine digitale Zehn-Fahrten-Karte, wie nun im Gespräch, wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Die Lebenswirklichkeit vieler Menschen ändert sich. Eine zunehmende Zahl an Freiberuflern, Selbstständigen und Teilzeitarbeitern fährt nicht mehr jeden Tag ins Büro. Gerade in den milderen Monaten nutzen viele verstärkt das Rad. Alternativen zum bislang starren Tarif-System müssen deshalb her, gerne auch mit Integration anderer Dienste wie Leihrädern oder E-Scootern.

Der vollständige Kommentar:

Arbeiten im Homeoffice, geschlossene Geschäfte und Gastronomie und immer wieder die Angst, sich in Bus oder Bahn vielleicht doch anzustecken: Es gibt viele gute Gründe, warum Menschen aktuell darauf verzichten, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Erwartet wurde daher schon lange, dass sich der Aufruf „Stay at Home“ irgendwann auch in den Zahlen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) niederschlägt.

Dieser Effekt blieb lange aus. Nun aber zeigen sich die Folgen auch bei der BVG: 30.000 Abonnenten haben die Verkehrsbetriebe im Dezember im Vergleich zum Vorjahr verloren – immerhin zehn Prozent der Umweltkarten-Abos. Je länger die Einschränkungen des öffentlichen Lebens dauern, desto wahrscheinlicher ist es, dass weitere Kündigungen hinzukommen.

Es ist daher wichtig, dass der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) an alternativen Tarifangeboten arbeitet. Eine digitale Zehn-Fahrten-Karte, wie nun im Gespräch, wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Den jedoch hätten Politik und Verkehrsbetriebe auch ohne Corona gehen müssen. Denn die Lebenswirklichkeit vieler Menschen ändert sich.

Eine zunehmende Zahl an Freiberuflern, Selbstständigen und Teilzeitarbeitern fährt nicht mehr jeden Tag ins Büro. Gerade in den milderen Monaten nutzen dafür viele verstärkt das Rad. Die Pandemie wirkt hier nur als Brandbeschleuniger. Alternativen zum bislang starren Tarif-System müssen deshalb her, gerne auch mit Integration anderer Dienste wie Leihrädern oder E-Scootern. Andere Städte sind da weiter. In Hamburg etwa werden digitale Best-Price-Tickets schon in diesem Sommer getestet, flächendeckend kommen sie 2022. Berlin hingegen hat erst eine Pandemie gebraucht, um bei dem Thema richtig aufzuwachen. Jetzt muss die Hauptstadt aufholen.

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