▷ Patientenschützer Brysch: Pflegebedürftigen droht düsteres Weihnachtsfest/ Kritik …


26.11.2020 – 14:06

Rheinische Post

DüsseldorfDüsseldorf (ots)

Der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, hat im Gespräch mit der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Freitag) die Beschlüsse von Bund und Ländern als nicht ausreichend bezeichnet. „Weiterhin werden Pflegebedürftige, Klinikpatienten, Angehörige und Personal nicht durch tägliche Schnelltests zusätzlich geschützt.“ Selbst in Landkreisen mit hohen Infektionsraten gebe es keine permanente Schnellteststrategie. „Doch sicherer Infektionsgrundschutz und klassische PCR-Tests brauchen die Ergänzung, sonst ist Einsamkeit in Heimen und Krankenhäusern vorprogrammiert.“

Für pflegebedürftige, chronisch- und schwerstkranke Menschen werde es wohl ein düsteres Weihnachtsfest, sagte Brysch. „Mit 30 Schnelltests pro Monat kann es nicht gelingen, das Virus dort frühzeitig zu erkennen und aufzuhalten, wo es am härtesten zuschlägt. Dabei gibt es keinen Mangel. Die Lager sind voll.“ So werde die Wirkung des Teil-Lockdowns erheblich geschmälert. Das habe Folgen für Leib und Leben der Hochrisikogruppe und gefährde die Kapazitäten der Intensivstationen. „Auch wie die wenigen Schnelltests die Schutzbedürftigen und ihre Helfer unverzüglich erreichen sollen, sagen die Regierungschefs nicht. Es muss aber klar sein, wie diese Mammutaufgabe organisiert sowie personell und finanziell gestemmt werden kann“, verlangte der Patientenschützer. „Allein aus eigener Kraft ist das Angehörigen, Diensten und Einrichtungen nicht möglich. Schließlich leben schon drei Millionen Pflegebedürftige daheim. Deutschland muss bei den Schnelltestungen unkonventionelle Wege gehen.“ Brysch machte Vorschläge zur Organisation: „Viele 450-Euro-Jobber, die entlassen wurden, könnten befähigt werden, diese Aufgabe zu übernehmen. Neben der Bundeswehr gibt es hunderttausende Freiwillige der Sanitätsdienste, um im Katastrophenfall zu unterstützen. Der Katastrophenfall ist da. Doch zum Schnelltest-Einsatz im Pandemie-Desaster der Altenpflege kommen die nicht.“

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