Amtsgericht Wertheim : Fahrlässige Tötung durch Autounfall – 14 Monate Haft ohne Bewährung

Terminsergebnis

Datum: 13.09.2017

Kurzbeschreibung:  Strafverfahren vor dem Amtsgericht Wertheim am 30.08.2017 und 13.09.2017 Terminsergebnis vom 13.09.2017

Der Angeklagte wurde vom Amtsgericht Wertheim wegen fahrlässiger Tötung zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten (ohne Bewährung) verurteilt. Dem Angeklagten wurde die Fahrerlaubnis entzogen und eine Sperrfrist für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis von 24 Monaten festgesetzt.

 

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten mit Bewährung beantragt. Die Nebenklage hatte eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren gefordert. Die Verteidigung hat eine Verurteilung zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen und ein Absehen von Führerscheinmaßnahmen beantragt.

 

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

 

Der Angeklagte gilt bis zu seiner rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig.

 

 

Anlage Terminsvorschau vom 06.07.2017:

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 25-jährigen Angeklagten deutscher Staatsangehörigkeit vor, er habe am 09.11.2016, gegen 18.14 Uhr mit seinem Pkw Audi RS 4 Avant die vorfahrtsberechtigte Vockenroter Steige/Nassiger Straße von Wertheim kommend in Richtung Reinhartshof befahren. Kurz vor der Einmündung habe er verbotswidrig von rechts über die Rechtsabbiegespur einen vor ihm befindlichen Pkw überholt. Nach dem Überholvorgang sei der Angeklagte, ohne den Blinker zu setzen, wieder auf die geradeaus führende Fahrbahn eingeschert und habe sein Fahrzeug auf mindestens 100 km/h beschleunigt, obwohl die erlaubte Geschwindigkeit auf 70 km/h begrenzt gewesen sei. Diese Fahrverhalten habe zur Folge gehabt, dass der von rechts aus dem Reinhartshof mit seinem Pkw Golf einfahrende Geschädigte die Situation falsch eingeschätzt habe und trotz Wartepflicht auf die Kreuzung eingefahren sei, um nach links abzubiegen. Im Kreuzungsbereich seien das Fahrzeug des Angeklagten und des Geschädigten zusammengestoßen. Der Geschädigte sei durch den Aufprall tödlich verletzt worden. Bei Einhaltung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit sei der Unfall für den Angeklagten vermeidbar gewesen. Zum Unfallzeitpunkt habe der Angeklagte unter dem Einfluss von Kokain gestanden, was seine Fahrweise und Reaktionsfähigkeit beeinflusst habe. Eine Blutentnahme habe einen Wert von 377ng/ml Benzoylecgonin ergeben.

 

Der Angeklagte habe fahrlässig den Tod eines Menschen verursacht.

 

Der Angeklagte gilt bis zu seiner rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig.

 

Zum Termin sind 2 Sachverständige und 3 Zeugen geladen. Außerdem wurde die Nebenklage zugelassen.

landgericht-mosbach.de

Bilder / Videos Feuer & Zauber auf der Burg Wertheim – Integranz Reihe 30.04.2016