„Bienenretter“ – Kommentar von Markus Lachmann zum Insektenschutz

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Mainz (ots)

Die Bundesregierung will dem Insektensterben Einhalt gebieten und hat ein entsprechendes Gesetz angekündigt. Neben strengeren Auflagen bei Pestiziden in der Landwirtschaft will die Regierung auch die weitere Flächenversiegelung verhindern. Dagegen ist erst einmal nichts zu sagen. Der Rückgang der Insektenbestände ist real und mittlerweile in verschiedenen Studien nachgewiesen. Allerdings wird das Thema, wie auch Klimawandel oder Feinstaub, mit reichlich Hysterie und Ideologie debattiert. Und mit irreführenden Aussagen. In Bayern gibt es ein durchaus erfolgreiches Volksbegehren zur Rettung der Bienen. Nur: Ein Bienensterben, zumindest bei der Honigbiene, gibt es überhaupt nicht. Die Zahl der Bienenvölker weltweit ist in den vergangenen Jahren gestiegen. In Bayern kletterte die Zahl in fünf Jahren von 158000 auf 189000 (Stand 2018).

Artenschutz und Regierungsprogramme sind richtig.

Die Diskussion darüber aber sollte mit Maß geführt werden. Beispiel Pestizide: Ohne Pflanzenschutz geht es nicht, selbst im Öko-Landbau. Selbstverständlich müssen risikoärmere Mittel erforscht und verwendet werden. Wer allerdings den Bauern die Wirkstoffe im Pflanzenschutz streicht, muss ihnen auch Alternativen bieten. Die Digitalisierung kann helfen, Pflanzenschutzmittel gezielter und sparsamer einzusetzen. Die Debatte um Insektensterben darf auf keinen Fall dazu genutzt werden, einen ganzen Berufsstand in den Schmutz zu ziehen, der immerhin dafür sorgt, dass unser Essen auf den Tisch kommt.

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