Der Kundenwunsch zählt – Kommentar von Lorenz Redicker zum Bargeld

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Westfalenpost:

Hagen (ots) – Viele Bankkunden werden sich noch erinnern, wie die Geldhäuser einst die Bargeldauszahlung am Schalter zurückfuhren, weil das benötigte Personal für solch profane Aufgaben doch viel zu teuer sei; ein Geldautomat wäre viel günstiger. Günstiger als die Bankmitarbeiter sind die Automaten zwar immer noch – aber das reicht nicht mehr. Einmal neigen allzu viele Kunden offenbar dazu, nur Kleinbeträge abzuheben. Das treibt die Kosten vor allem für die Direktbanken, die über gar keine oder nur wenige eigene Automaten verfügen. Cash Back, das Geldabheben an der Supermarktkasse, löst das Problem nur bedingt. Denn letztlich ist den Geldinstituten der gesamte Bargeldverkehr inzwischen zu teuer. Zumal in Deutschland, wo die Bürger standhaft am Bezahlen mit Münzen und Scheinen festhalten. Das ändert sich zwar, aber deutlich langsamer, als die Banken sich das erhofft haben.

Während in anderen Ländern die meisten Bürger an der Kasse die Karte zücken, während alle Experten sagen, dem Bezahlen mit dem Smartphone gehöre die Zukunft, fingern die Deutschen lieber in der Geldbörse nach Münzen. Ist das gestrig? Nein, erst einmal ist das der Wunsch der Kunden – den die Banken nicht einfach ignorieren können. Gebühren werden daran vermutlich so schnell nichts ändern.

 

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