Die Welt braucht einen neuen Willy Brandt – Von Manfred Lachnet

patricksommer / Pixabay Willy Brandt

Essen (ots)

Noch nie wuchsen so viele Kinder in Konfliktgebieten auf: 420 Millionen Mädchen und Jungen waren das im vergangenen Jahr. 100.000 Babys sterben jedes Jahr in Kriegen. Diese Zahlen der Kinderrechtsorganisation „Save the children“ müssen auf der Münchener Sicherheitskonferenz alle aufrütteln. Doch ob die aus aller Welt angereisten Minister, Militärs und andere Mächtige sich davon beeindrucken lassen, ist unwahrscheinlich.

Nicht nur das gekündigte Atomabkommen mit dem Iran oder die Konflikte in Afghanistan oder Syrien bedrohen den Weltfrieden. Sehr gefährlich ist das Aufrüsten von Nato und Russland. Es ist fatal, dass ausgerechnet im Aufkeimen eines neuen Kaltes Krieges Europa schwach ist. Der Brexit lähmt genauso wie der Streit zwischen Frankreich und Italien oder die Interessen der östlichen EU-Mitglieder. Über so viel Zwist freuen sich nur diejenigen, die nichts Gutes im Schilde führen.

Natürlich ist es richtig, wenn der Westen dem russischen Präsidenten die Annexion der Krim nicht durchgehen lässt. Wahr ist aber auch, dass die Nato keine Rücksicht auf Russland nahm, als sie nach Osteuropa ausuferte.

Doch anstatt darüber zu reden, setzen Machtmenschen wie Trump oder Putin auf Konfrontation. Ohne Rücksicht, dass solch Verhalten die Welt bedroht. Wo sind Leute, die wie einst Willy Brandt auf Verständigung und Versöhnung als auf Spaltung setzen? Eigentlich ist das nicht schwer: Nur guter Wille ist nötig und die Bereitschaft zum Zuhören. Uns allen (und vor allem den Kindern) ist zu wünschen, dass dies in München zumindest ein wenig gelingt.

 

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