Energieagentur : Klimaschutzkonzept für den Main-Tauber-Kreis in Arbeit

Beim Besuch im Büro Klärle in Schäftersheim erhielten Landrat Reinhard Frank und Frank Künzig, Leiter der Energieagentur Main-Tauber-Kreis, erste Informationen über die Bestandsaufnahme für das Klimaschutzkonzept von Prof. Dr. Martina Klärle, Andreas Fischer-Klärle sowie den Mitarbeiter Sandra Lanig und Björn Ament. Foto: Klärle – Gesellschaft für Landmanagement und Umwelt mbH.

Energieagentur koordiniert Bestandsaufnahme und Ist-Analyse

 

Das integrierte Klimaschutzkonzept für den Main-Tauber-Kreis ist bei den beauftragten Ingenieurbüros in Arbeit. Wie es in einer Mitteilung der Energieagentur Main-Tauber-Kreis heißt, können nach dem derzeitigen Schritt der Datensammlung, -erfassung und -auswertung Mitte Mai die Auftaktveranstaltung mit der Vorstellung der ersten Ist-Analyse und die Überleitung zur Maßnahmenentwicklung folgen. Alle Bürger sind aufgerufen, ihre Ideen und Vorstellungen in Workshops einzubringen.

Landrat Reinhard Frank hat sich vorab schon einmal über die ersten überschlägigen Ergebnisse der Bestandsaufnahme informiert. Bei einem Besuch auf dem Hof 8 des Büros Klärle – Gesellschaft für Landmanagement und Umwelt mbH in Schäftersheim stellten ihm die Mitarbeiter erste Ergebnisse ihrer Arbeit vor, die in Kooperation mit der energielenker Beratungs GmbH erfolgt. Sowohl zum Energieverbrauch im Kreisgebiet als auch zur Energieerzeugung wurden in den vergangenen zwei Monaten die Daten der Energieversorger und Netzbetreiber in der Region sowie anderer Akteure zusammengetragen.

Wichtig waren laut Büroinhaberin Prof. Dr. Martina Klärle insbesondere die Daten der Netzbetreiber zu den Strommengen und der Bezirksschornsteinfegermeister zu Heizarten und Heizungssystemen im Kreis. Weitere Daten kamen aus den Bereichen Abfallwirtschaft, Land- und Forstwirtschaft sowie Mobilität. Ein besonderes Augenmerk musste auf den Datenschutz gelegt werden, denn die umfangreichen Informationen dürfen nur in anonymisierter Form entgegengenommen und weiterverarbeitet werden.

Die ersten Ergebnisse stimmen nach Einschätzung der Fachexperten und auch von Landrat Frank zuversichtlich: „Es war zu erwarten, dass die Energieerzeugung und hier vor allem die Strombereitstellung im Kreis im Vergleich mit den Landeswerten relativ hoch ist. Der ländliche Raum hat sich in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen ein zweites Standbein geschaffen, und so gehören Stromerzeugung aus Sonne, Wind und Biomasse sowie auch Wärmeerzeugung mit Holz, Hackschnitzeln und Pellets zu den wachsenden Sektoren im Rahmen der Energiewende“, erklärt der Landrat.

Eine besondere Herausforderung stellt das Thema Verkehr und Mobilität dar. Sandra Lanig, federführende Ingenieurin für das Klimaschutzkonzept beim Büro Klärle, überrascht dies nicht: „Die Eigenheiten des ländlichen Raums sind zugleich auch Grund dafür, dass die Fahrzeugdichte bezogen auf die Einwohnerzahl relativ hoch ist und der öffentliche Personennahverkehr in erster Linie für den Schülertransport genutzt wird.“

Frank Künzig, Geschäftsführer der Energieagentur Main-Tauber-Kreis, verweist in diesem Zusammenhang auf die weiteren Ziele des Klimaschutzkonzeptes: „Im zweiten Teil der Konzepterstellung soll auf solche Herausforderungen eingegangen werden. Wo möglich sollen Projekte und Maßnahmen entwickelt werden, die zu Verbesserungen führen und zugleich mit Energieeinsparung einhergehen und dem Klimaschutz dienen.“

Dass der Bürgerbeteiligung insbesondere bei der Maßnahmenentwicklung eine ganz besondere Stellung zukommt, darin sind sich die Akteure einig. Nach der Auftaktveranstaltung am Donnerstag, 18. Mai, im Kloster Bronnbach, an der bereits alle Einwohner des Kreises teilnehmen können, sollen unter Beteiligung der Bürger Workshops zu den Schwerpunktthemen des Klimaschutzkonzeptes angeboten werden.

Die Themen Mobilität und öffentlicher Personennahverkehr, Abfall- und Kreislaufwirtschaft, Land- und Forstwirtschaft, Kultur und Tourismus sowie Nutzung Erneuerbarer Energien sollen zu verschiedenen Terminen und an verschiedenen Orten im Kreis näher beleuchtet werden. Zusätzlich werden die kreiseigenen Liegenschaften und das Thema Beschaffungswesen in der Kreisverwaltung in einem separaten Workshop behandelt.

Die Workshop-Termine finden zwischen den Pfingst- und den Sommerferien statt, bevor dann einzelne Maßnahmen und eine umfassende Klimaschutzstrategie entwickelt werden sollen, heißt es in der Mitteilung der Energieagentur abschließend.

Auskünfte zur Auftaktveranstaltung und zu den Workshops erteilt die Energieagentur Main-Tauber-Kreis, die zugleich auch Anlaufstelle für die Anmeldung sowie für Fragen zum Klimaschutzkonzept ist, E-Mail: frank.kuenzig@ea-main-tauber-kreis.de, Telefon 09341/82-5813, Internet: www.main-tauber-kreis.de/klimaschutzkonzept.

Stadtverwaltung Wertheim