Ex-Torhüter Uli Stein vermisst bei der Nationalmannschaft den unbedingten Siegeswillen – Sorgen um die Leistungsfähigkeit

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Osnabrück (ots) – Ex-Torhüter Uli Stein vermisst bei der Nationalmannschaft den unbedingten Siegeswillen

Harsche Kritik an Karius – Stein kennt „Suppenkasper“-Verräter

Osnabrück. Ex-Nationaltorhüter Uli Stein macht sich kurz vor dem Start der Fußball-WM Sorgen um die Leistungsfähigkeit des deutschen Teams: „Ich weiß nicht, ob die Mannschaft noch den Biss hat wie vor vier Jahren. Wo ist dieser unbedingte Siegeswille? Den vermisse ich. Vor vier Jahren waren das genau die zehn Prozent, die uns zum Weltmeister gemacht haben“, sagte der 63-Jährige der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag). Dass Torhüter Manuel Neuer als Nummer eins in Russland dabei ist, bewertet Stein als richtige Entscheidung: „Die Präsenz, die Neuer hat. Die Sicherheit, die er ausstrahlt. Mit seiner Körpersprache schüchtert er die Gegner ein.“

Kein gutes Haar lässt der 63-Jährige am Verhalten des deutschen Liverpool-Keepers Lorius Karius im und nach dem Champions-League-Finale gegen Real Madrid: „Sein weinerlicher Auftritt und die Patzer im Finale waren schon peinlich genug. Aber viel peinlicher ist doch, wenn er sich erst viele Tage nach dem Champions-League-Finale im Urlaub in Amerika eine im Endspiel erlittene Gehirnerschütterung diagnostizieren lässt.“

Zur „Suppenkasper-Affäre“ während der WM 1986 in Mexiko, sagte Stein: „Es war ein Flachs beim Mittagessen am Tisch. Dort haben wir nie die vollen Namen ausgesprochen, sondern immer nur die Anfangsbuchstaben. Irgendwann musste ich auflösen, wer denn dieser ,SK‘ ist.“ Leider habe ein Spielerkollege die Geschichte an die Öffentlichkeit weitergegeben: „Ich weiß, wer es war. Aber er weiß wahrscheinlich nicht, dass ich es weiß.“ Der damalige DFB-Präsident Hermann Neuberger habe den Rausschmiss angeordnet – und nicht Coach Franz Beckenbauer. Nach Angaben von Stein hat „der Franz“ sogar tröstende Worte gefunden: „Uli, alles halb so schlimm. Wenn Helmut Schön gewusst hätte, was ich alles über ihn im Trainingslager erzählt habe, hätte er mich dreimal nach Hause geschickt.“

 

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