Gasteltern kümmern sich um minderjährige Wertheimer Flüchtlinge

Ein Bannermotiv aus der Serie, die junge Flüchtlinge in Wertheim gemalt hat. Foto: Stadtverwaltung Wertheim

16 Plätze in Familien / Regelmäßiger Erfahrungsaustausch

 

Immer mehr junge Flüchtlinge kommen alleine nach Deutschland, weil sie ohne Begleitung geflohen sind oder ihre Familien unterwegs verloren haben. Überwiegend werden diese Jugendlichen in betreuten Wohngruppen untergebracht, in einigen Fällen kommen sie auch in Gastfamilien. Im Main-Tauber-Kreis haben bisher neun Familien solche unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge aufgenommen, davon zwei in Wertheim. Seit Mitte Dezember konnte das Jugendamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis 16 Plätze in Gastfamilien belegen.

Um Dank und Anerkennung für dieses Engagement zu zollen, aber auch um Fragen zu beantworten und alle Helfenden zu vernetzen, waren kürzlich alle Gasteltern ins Landratsamt eingeladen. In die Unterbringung von jungen Flüchtlingen in Familien sind zahlreiche Dienste involviert. Der Pflegekinderdienst und der Allgemeine Soziale Dienst des Jugendamtes sowie Mitarbeiter der Erziehungs- und Familienberatungsstelle des Caritasverbands im Tauberkreis waren vertreten, um die Zusammenarbeit zu erläutern und zu klären. Sie zeigten, wer welche Aufgabe hat und bei welchen Themen Fragen beantworten kann.

Die Gasteltern hatten die Gelegenheit, professionelle Antworten auf Fragen zu bekommen, die sich im Alltag mit den jungen Leuten stellen, die überwiegend aus Syrien und Afghanistan kommen. Dabei ging es beispielsweise um das Asylverfahren, die schulische Situation, die Zusammenarbeit mit den öffentlichen und kirchlichen Stellen und nur scheinbar banale Themen wie Taschengeld oder Handynutzung.

Die Erfahrungen der Eltern sind ganz überwiegend positiv, wie man heraushören konnte. Einige der 15- bis 18-jährigen Jungs gehen „normal“ zur Schule, nebenher gibt es auch außerhalb der Schule Sprachunterricht. Manche sind in Vereinen integriert. Schwierig ist es für die Gasteltern, wenn traumatische Erfahrungen durch Flucht und Krieg die Jugendlichen belasten.

Das Treffen zum gegenseitigen Austausch haben alle Familien als so hilfreich empfunden, dass die Gruppe sich ab nun monatlich treffen wird. Die künftige Gestaltung dieses Gruppenangebots übernimmt die Erziehungsberatungsstelle des Caritasverbands in Tauberbischofsheim.

Stadtverwaltung Wertheim