Hochschulkooperation ist besiegelt – Studienzentrum startet im September in Wertheim

Per Unterschrift besiegelten Stadt Wertheim und SRH Fernhochschule – The Mobile University ihre Kooperation. Mit dabei waren Vertreter der Wirtschaft und des Gemeinderats. Foto: Stadt Wertheim

Wertheim entwickelt sich zum Hochschulstandort, im September eröffnet die SRH Fernhochschule – The Mobile University hier ihr neues Studienzentrum. Am Mittwoch setzten Oberbürgermeister Stefan Mikulicz und Professor Dr. Ottmar Schneck als Rektor der SRH Fernhochschule ihre Unterschrift unter die Kooperationsvereinbarung. Der Bedeutung dieses Augenblicks angemessen fand die Zeremonie im Barocksaal, der guten Stube des Rathauses, statt. Auch Vertreter der Wirtschaft und des Gemeinderats nahmen daran teil.

Nach der Zustimmung durch den Gemeinderat Ende Mai war dieser Termin der formal entscheidende Schritt dafür, dass die SRH Fernhochschule – The Mobile University im September in Wertheim starten kann. Zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Wertheimer Unternehmen hat die Hochschule den Bachelor-Studiengang „Wirtschaftsingenieur Technischer Vertrieb“ entwickelt. Dafür gibt es bereits über 20 Anmeldungen. Es können aber auch alle anderen Studiengänge an der Fernhochschule belegt werden.

Die Stadt Wertheim stellt Lehr- und Seminarräume für das Studienzentrum zur Verfügung. Diese werden an vier bis sechs so genannten Präsenz-Wochenenden pro Semester genutzt und könnten, wie OB Mikulicz am Mittwoch andeutete, am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium angesiedelt sein. Die Kosten für eine Stiftungsprofessur, die mit jährlich 80.000 Euro beziffert werden, übernehmen die Stadt Wertheim (25.000 Euro), der Main-Tauber-Kreis (15.000 Euro), die Unternehmen Brand und Vacuubrand (30.000 Euro) und die Sparkasse Tauberfranken (10.000 Euro).

Eine Schale grüner Äpfel überreichte Rektor Prof. Dr. Ottmar Schneck – grün wie das Logo der SRH Fernhochschule. Foto: Stadt Wertheim

OB Mikulicz würdigte das gute Miteinander von Kommune, Hochschule, Unternehmen und Landkreis, das diesen wichtigen Entwicklungsschritt ermöglicht habe. Man müsse gemeinsam etwas dafür tun, dass junge Leute nach der Schule nicht mehr zwangsläufig Wertheim und die Region verlassen müssten, um ein Studium aufzunehmen. „Heute ist ein guter Tag für die Stadtentwicklung und der Auftakt in eine gute Zukunft als Hochschulstadt“, so Mikulicz zuversichtlich.

Professor Dr. Ottmar Schneck lobte „die besondere Dynamik, die hier von den ersten Gesprächen bis heute spürbar ist“. Er versicherte, „Wertheim wird ein A-Standort sein“ und damit gleichrangig neben anderen Standorten wie Berlin, Hamburg, Düsseldorf stehen. Nicht nur der eigens für Wertheim eingerichtete, sondern alle Studiengänge der SRH Fernhochschule könnten hier belegt werden. Die Bildungseinrichtung unter dem Dach einer gemeinnützigen Stiftung zeichne sich durch nachhaltiges Denken aus. „Wenn wir so eine Entscheidung treffen, soll sie dauerhaft sein und unseren Ansprüchen als Qualitätsführer am Markt entsprechen.“ OB Mikulicz überreichte er als Gastgeschenk eine große, handgearbeitete Schale mit Äpfeln so grün wie das Logo der Fernhochschule.

Aus Unternehmersicht erläuterte Geschäftsführer Dr. Christoph Schöler die Chancen der Hochschulkooperation. Die Unternehmensgruppe Brand und Vacuubrand unterstützt maßgeblich die Stiftungsprofessur. Foto: Stadt Wertheim

Von einer besonderen Herausforderung, in der Kürze der Zeit den Studiengang „Wirtschaftsingenieur Technischer Vertrieb“ einzurichten, sprach Professor Dr. Jörg von Garrel. „Das hat mich unter Druck gesetzt. Aber unter Druck entstehen bekanntlich Diamanten“, schmunzelte der Prorektor Forschung und Qualitätsentwicklung. Er wies besonders darauf hin, dass sich auf die Ausschreibung für die Professur Industrial Engineering auch promovierte Wertheimer Ingenieure bewerben können.

Maximilian Seigerschmidt, Head of Corporate Relations, betonte wie schon zuvor der Rektor die Willkommenskultur, die für die Vertreter der Hochschule in Wertheim spürbar sei. „Es ist etwas Tolles geschaffen worden.“ Zuversichtlich war er auch, dass die Besonderheiten des Standortes viele Studierende dazu verlocken werde, außerhalb der geforderten Zeiten nach Wertheim zu kommen und einige, vielleicht sogar den Lebensmittelpunkt hierher zu verlegen.

Auch die Sparkasse Tauberfranken, im Bild Vorstandsvorsitzender Peter Vogel, ist Mitfinanzier der Stiftungsprofessur. Foto: Stadt Wertheim

Aus Sicht des Unternehmers würdigte Dr. Christoph Schöler die Bemühungen des Oberbürgermeisters um eine Hochschule. „Wir waren davon sehr, sehr positiv angetan.“ Die Unternehmensgruppe Brand und Vacuubrand sei auf Wachstum ausgerichtet. Das funktioniere aber nur, wenn man die passenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finde. Um den Bedarf an hoch- und höchstqualifizierten Beschäftigten zu decken, sei die SRH Fernhochschule die ideale Ergänzung zur Industrie- und Handelskammer und zur Dualen Hochschule. Und der angebotene Studiengang „passt sehr gut zu uns. Das motiviert uns und deshalb engagieren wir uns“, schloss der Geschäftsführer.

„Je stärker und gesünder eine Region ist, desto besser geht es einer Sparkasse“, stellte Peter Vogel, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Tauberfranken schließlich fest. „Deshalb fördern wir die Region“ und es sei selbstverständlich, dass man sich engagiere, wenn etwas für den Mittelstand getan werde.

Stadtverwaltung Wertheim