Kommunikationsexpertin Ulrike Klinger sieht AfD bei der Nutzung sozialer Netzwerke zur Europawahl vorn

stux / Pixabay

Osnabrück (ots)

 

Ulrike Klinger von der FU Berlin: Bei den anderen Parteien ist noch viel ungenutztes Potenzial

Osnabrück. Vor der Europawahl sieht die Kommunikationsexpertin Ulrike Klinger von der Freien Universität Berlin bei vielen Parteien noch Nachholbedarf bei der Nutzung sozialer Netzwerke als Wahlkampfhelfer. „Die AfD versteht es bisher sehr viel besser als die anderen Partien, die Möglichkeiten der sozialen Netzwerke für sich zu nutzen“, sagte die Professorin für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Digitale Kommunikation der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. So habe die AfD „nicht nur viel mehr ‚Freunde‘ auf Facebook als alle anderen Parteien, sondern mobilisiert dort auch ein Vielfaches ihrer Mitglieder, während es etwa die SPD nicht einmal schafft, die Hälfte ihrer Mitglieder auf Facebook einzubinden“. Weiter sagte Klinger: „Es gibt mittlerweile eine hervorragend vernetzte rechte Gegenöffentlichkeit, die über Social Media, Blogs, Webseiten und hyperaktive Einzelaktivisten sehr erfolgreich mobilisiert und Diskurse besetzt. Das sehe ich bei den anderen Parteien nicht, da ist noch viel Potenzial, das ungenutzt bleibt“. Grundsätzlich hält Klinger die sozialen Netzwerke für geeignet, die Wahlbeteiligung positiv zu beeinflussen. „Natürlich kann man und sollte man die jüngeren Altersgruppen und gerade die Erstwähler besonders ansprechen und motivieren, zur Wahl zu gehen. Social Media sind ein guter Kanal dafür“, sagte Klinger. Laut dem Reuters Digital News Report seien Social Media für rund 20 Prozent der 18 bis 24-jährigen Internetznutzer in Deutschland die Hauptnachrichtenquelle. „Es wäre eine verschenkte Gelegenheit, hier nicht aktiv zu sein“, betonte Klinger.

 

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Original Quelle Presseportal.de

Bildergalerie Altweiberfasching Kreuzwertheim , 16.02.2012