Kriminalität – Sobald von »gefühlter« Kriminalität die Rede ist, muss man aufpassen

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Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Kriminalität

Bielefeld (ots) – Wenn die amtlich registrierte Kriminalität statistisch erfasst und auf dieser Basis politisch oder sonst wie interpretiert wird, dann fühlen sich viele Bewohner von Großstädten wie in einer anderen Welt. Apropos »fühlen«. Sobald von »gefühlter« Kriminalität die Rede ist, muss man aufpassen. Denn mit dieser Formulierung sollen Menschen, die berechtigte Sorge davor haben, Opfer von Verbrechen zu werden, als Personen mit gestörter Wahrnehmung denunziert werden. Die Statistik ist nicht mehr als eine Beruhigungspille, solange sie unsauber geführt wird: So tauchen zum Beispiel Kriminelle mit doppelter Staatsangehörigkeit und nicht-deutscher Herkunft als »Deutsche« auf; und Messerangriffe, ein neues Phänomen, werden noch nicht separat als solche ausgewiesen. Immerhin wird die Schule als Ort steigender Kriminalität problematisiert. Alles andere wäre angesichts der bekannt gewordenen Fälle auch Realitätsverweigerung und Verschleierung. Wer annehmen muss, dass es wahrscheinlicher geworden ist, im öffentlichen Raum von Messermännern angegriffen zu werden, der ist kein gefühliger Spinner.

 

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