Landgericht Mosbach : Verhandlung – Vier Fälle der gefährlichen Körperverletzung , Raub , Drogen

Terminsvorschau

Datum: 12.03.2019

Kurzbeschreibung: Terminsvorschau für die Verhandlung vor dem Schwurgericht des Landgerichts Mosbach am 25.03.2019 um 08:30 Uhr

Kammer, Aktenzeichen: 4. Strafkammer als Schwurgericht (4 Ks 21 Js 7377/18)

Termin/e: Montag, 25.03.2019, 8.30 Uhr

Verhandelt wird gegen drei Angeklagte, die zur Tatzeit 27, 22 und 26 Jahre alt waren.

Tatvorwürfe (lt. Anklage):

• Vier Fälle der gefährlichen Körperverletzung, die von den Angeklagten teilweise zu zweit, teilweise zu dritt und in einem Fall mit einem gefährlichen Werkzeug begangen wurden
• Unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln, unerlaubter Besitz einer verbotenen Waffe bei dem 27-jährigen Angeklagten
• Raub und Beleidigung bei dem 22-jährigen Angeklagten

Tatgeschehen (lt. Anklage):

Gegenstand der Anklage ist ein Geschehen, das sich am Abend des 07.09.2018 zwischen 19.00 Uhr und 21.30 Uhr in der Innenstadt von Mosbach ereignet hat.

Der 27-jährige Angeklagte habe im Bereich des Parkplatzes „Quartier an der Bachmühle“ zunächst einem Mann einen Schlag ins Gesicht versetzt. Der zufällig anwesende syrische Asylbewerber A. sei dem Mann zur Hilfe geeilt, so dass dieser habe fliehen können. Nunmehr hätten alle drei Angeklagten den A. geschlagen und getreten. Der bis dahin unbeteiligte iranische Staatsangehörige H. habe dem A. helfen wollen, habe aber von dem 27-jährigen Angeklagten ebenfalls einen Faustschlag ins Gesicht erhalten.

Der Geschädigte A. habe sich in den Gartenweg entfernen können, wo ihn die drei Angeklagten erneut gestellt hätten und wiederum mit Fäusten und mit einer Gehhilfe geschlagen und auf ihn eingetreten hätten. Der 22-jährige Angeklagte habe aus der Jacke des A. dessen Geldbeutel mit 720,- € Bargeld entwendet. A. und H. hätten dies nicht unterbunden, weil sie befürchtet hätten, erneut geschlagen zu werden.

Im weiteren Verlauf des Abends seien der 27-jährige und der 22-jährige Angeklagte in der Farbgasse erneut auf A. getroffen, wobei sie annahmen, A. sei im Besitz des Mobiltelefons des 22-jährigen Angeklagten, welches während der vorangegangenen Auseinandersetzungen verloren gegangen war. Der 22-jährige Angeklagte habe, durch den 27-jährigen Angeklagten bestärkt, dem A. Faustschläge versetzt, bis A. mit dem Kopf gegen eine Hauswand geprallt und bewusstlos zu Boden gesunken sei. Sodann habe der 27-jährige Angeklagte auf den bewusstlosen A. eingeschlagen und eingetreten.

Später hätten der 27-jährige und der 22-jährige Angeklagte in der Hauptstraße wiederum H. getroffen und hätten diesem Faustschläge versetzt.

A. habe bei dem Geschehen vom 07.09.2018 Kopfverletzungen erlitten, die stationär behandelt worden seien. Die Angeklagten (zwei deutsche Staatsangehörige, ein türkischer Staatsangehöriger) hätten die Geschädigten deshalb so brutal attackiert, weil sie gegenüber Flüchtlingen verächtlich eingestellt seien.

Daneben habe der 22-jährige Angeklagte bei seiner Festnahme am 27.09.2018 zwei Polizeibeamte beleidigt. Der 27-jährige Angeklagte habe bei seiner Festnahme am 27.09.2018 einen Schlagring sowie verschiedene Betäubungsmittel (0,22 Gramm Amphetamin, 1,92 Gramm Haschisch, 0,5 Gramm Marihuana und 30 Cannabissamen) unerlaubt besessen.

Die Kammer hat mit der Eröffnung des Strafverfahrens u. a. darauf hingewiesen, dass auch eine Verurteilung wegen der Straftatbestände des räuberischen Diebstahls und des versuchten Mordes in Betracht kommt.

Geladen sind derzeit:

Die drei Angeklagten, ihre drei Verteidiger, sechs Zeugen, zwei Sach-verständige und ein Dolmetscher.

Verhandlungssaal und kurzfristige Änderungen werden durch Aushang im Gerichtsgebäude be-kannt gegeben.
Die Darstellung des Tatvorwurfs orientiert sich an der Anklage bzw. in Berufungssachen am Urteil erster Instanz.
Angeklagte gelten bis zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig

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