Landkreis Miltenberg : Jury nimmt Dörfer unter die Lupe – Titel beim Kreisentscheid „Unser Dorf hat Zukunft“

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Welche Gemeinde holt sich in diesem Jahr den Titel beim Kreisentscheid „Unser Dorf hat Zukunft“? Die Jury hat sich in der vergangenen Woche an zwei Tagen die teilnehmenden Kommunen angeschaut und sich ein Urteil gebildet; bekannt gegeben werden die Ergebnisse im Herbst 2019.

Der staatliche Wettbewerb, der früher unter dem Titel „Unser Dorf soll schöner werden“ stand, will den Bewohnern in den ländlichen Regionen die Möglichkeit geben, ein lebenswertes Umfeld vor Ort zu gestalten. Der Ansatz, Veränderung von der Basis ausgehend zu gestalten, stärkt nicht nur das Wir-Gefühl in den Orten, sondern regt auch zur Nachahmung an. Die Dorfgemeinschaften werden durch den Wettbewerb ermuntert, eine neue Sicht auf den eigenen Ort zu entwickeln und langfristige Entwicklungen anzustoßen. Gemeinsam Bilanz ziehen, die Stärken eines Orts erkennen und ständig an der Weiterentwicklung arbeiten, so fasst Gabriel Abt, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, den Grundgedanken des Wettbewerbs zusammen, an dem seit 1961 über 27.000 bayerische Dörfer teilgenommen haben.

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Die Jury des Kreisentscheids „Unser Dorf hat Zukunft“ schaute sich unter anderem in Neunkirchen um (Bild), später folgten Richelbach, Umpfenbach, Mönchberg, Laudenbach und Rüdenau. Quelle : Landkreis-Miltenberg.de

Abt, der die Bereisung koordinierte und organisierte, wurde von einer kompetenten Jury begleitet. Christine Hirte (ehemalige Bauamtsleiterin der Stadt Erlenbach), Kreisheimatpfleger Gerd Wolf, Landschaftsgärtner Josef Rodenfels, Kreisbaumeister Andreas Wosnik, Ulrich Müller (Naturschutzfachkraft am Landratsamt) und Roman Kempf (ehemaliger Kreisfachberater) absolvierten die jeweils einstündigen Begehungen der Orte.

Ausgerüstet mit Bewertungsbögen, nahmen sie die vor Ort gesammelten Informationen auf und kamen so zu ihren Einschätzungen. In die Bewertungen flossen zahlreiche Aspekte ein wie Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen, soziale und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung und Bauentwicklung, Grüngestaltung und Grünentwicklung sowie das Dorf in der Landschaft.

Am ersten Tag führte Neunkirchens Bürgermeister Wolfgang Seitz die Delegation durch Neunkirchen, Richelbach und Umpfenbach. Seitz zeigte dabei unter anderem den neuen Bauhof in der Ortsmitte neben dem Rathaus von Neunkirchen. In Richelbach wies er auf das neue Baugebiet hin, das 19 Familien Platz für ein Eigenheim bieten wird, ebenso lobte er den ehrenamtlichen Helferkreis, der Kulturgüter für die Nachwelt erhält – etwa den Märtelsbrunnen. Umpfenbach präsentierte Seitz als Dorf, das sich harmonisch in die Landschaft einfügt und dessen Ortsmitte neugestaltet wurde.

Mönchbergs Bürgermeister Thomas Zöller kennt sich mit dem Dorfwettbewerb bestens aus, hat Schmachtenberg doch bereits die „Landkreiskrone“ errungen. In Mönchberg stellte er unter anderem das erste und aktuell laufende Bauprojekt „Wohnen am Pfarrgarten“ des 2017 gegründeten Kommunalunternehmens vor, bei dem sechs Wohnungen entstehen. Der alte Gewölbekeller unter der abgerissenen Scheune sei erhalten worden, lobte er das ehrenamtliche Engagement zahlreicher Helferinnen und Helfer, die hier aktiv gewesen seien.

In Laudenbach seien zahlreiche Bürger ehrenamtlich in der Initiative „Wir für uns“ aktiv, lobte Bürgermeister Bernd Klein die Dorfgemeinschaft, die zusammenhält und vielfältige Hilfen für die Bürgerinnen und Bürger organisiert. Auch der Heimat- und Geschichtsverein leiste einen wertvollen Beitrag zur Identität des Dorfes, wies Klein auf die Sanierung zahlreicher Bildstöcke und Sandsteinkreuze hin.

In Rüdenau ließ es sich Bürgermeister Udo Käsmann nicht nehmen, der Jury das Rathaus zu zeigen, das in die ehemalige energetisch sanierte Schule umgezogen ist. Stolz war Käsmann zudem auf den zertifizierten Bergwanderweg R1 hin, der durch die intakte Rüdenauer Natur führt. Zahlreiche Projekte wie der Zugang zum Friedhof seien bereits umgesetzt worden, blickte er zurück.

Mit Spannung warten nun die Gemeinden auf das Ergebnis, das in einer Veranstaltung im Herbst offiziell verkündet werden wird. Die siegreiche Kommune wird am Regierungsbezirksentscheid teilnehmen (2020); bei einem weiteren Erfolg folgen die Landesebene (2021) und schließlich der Bundesentscheid (2022).

Original Quelle : landkreis-miltenberg.de

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