Main-Tauber-Kreis : 31 neue Fälle einer Coronavirus-Infektion (Zahlen 2. Dezember) – Weitere Quarantänen in Heim und Schulen


Im Main-Tauber-Kreis wurden am Mittwoch, 2. Dezember, 31 neue Fälle einer Coronavirus-Infektion gemeldet. Die betroffenen Personen leben im Gebiet der Städte und Gemeinden Ahorn, Bad Mergentheim, Freudenberg, Großrinderfeld, Igersheim, Lauda-Königshofen, Niederstetten, Tauberbischofsheim, Weikersheim und Wertheim. Es handelt sich in mindestens 18 Fällen um Kontaktpersonen zu bekannten Fällen. 28 neu Infizierte befinden sich in häuslicher Isolation, drei werden stationär behandelt. Für ihre Kontaktpersonen wird, sofern noch erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 1489.

16 weitere Personen genesen 

Mittlerweile sind 16 weitere und damit insgesamt 1245 Personen wieder genesen. Derzeit sind 228 Personen aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 6 (+3), Assamstadt: 2, Bad Mergentheim: 32 (+4), Boxberg: 25, Creglingen: 6, Freudenberg: 12 (+1), Großrinderfeld: 2 (+1), Grünsfeld: 1, Igersheim: 7 (+2), Königheim: 0, Külsheim: 9, Lauda-Königshofen: 25 (+2), Niederstetten: 11 (+2), Tauberbischofsheim: 30 (+7), Weikersheim: 14 (+2), Werbach: 8, Wertheim: 36 (+7) und Wittighausen: 2. 

Sieben-Tage-Inzidenz bei 151,8 

Der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz liegt am Mittwoch, 2. Dezember, bei 151,8 und damit bei einem neuen Höchstwert. Eine Woche zuvor, am 25. November, lag er deutlich niedriger bei 111,0, was auf ein weiter steigendes Infektionsgeschehen schließen lässt. Die Sieben-Tage-Inzidenz beschreibt die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen (25. November bis 1. Dezember) je 100.000 Einwohner, berechnet durch das Gesundheitsamt anhand der tagesaktuellen Fallzahlen. 

Heim St. Barbara sowie Klassen in Ahorn und Tauberbischofsheim in Quarantäne 

Aufgrund einer Infektion mit dem Coronavirus innerhalb des Personals musste das Seniorenzentrum St. Barbara in Grünsfeld unter Quarantäne gestellt werden. Dies beinhaltet ein Besuchsverbot sowie einen Aufnahme- und Verlegungsstopp. Ebenfalls in Quarantäne verfügt wurden drei Klassen des Lernhauses Ahorn sowie eine Klasse der Christian-Morgenstern-Grundschule in Tauberbischofsheim mit einzelnen Schülerinnen und Schülern der Parallelklasse. 

Kreisimpfzentrum wird in Bad Mergentheim eingerichtet 

Das Kreisimpfzentrum (KIZ) für den Main-Tauber-Kreis soll in der Sporthalle des Beruflichen Schulzentrums in Bad Mergentheim angesiedelt werden. „Diese Halle wurde in der Vergangenheit bereits als Notfallstation für den Landkreis im Falle eines kerntechnischen Super-GAU beplant und entsprechend ertüchtigt, unter anderem bezüglich der technischen Ausstattung“, erklärt Landrat Reinhard Frank. Diese wesentlichen Vorarbeiten müssten bei jedem anderen Standort noch geleistet werden. „Die Halle verfügt auch über die vom Land geforderte Größe von rund 1200 Quadratmetern auf einer Ebene. Somit wissen wir, dass dieses Gebäude zur Einrichtung eines KIZ absolut geeignet ist. Ferner ist es in unmittelbarer Nähe zur Hauptfeuerwache, der Integrierten Leitstelle und dem Standort des Deutschen Roten Kreuzes gelegen, so dass – sofern erforderlich – kurze Eingriffszeiten möglich sind“, erläutert der Landrat. 

Nach den Planungen des Landes soll in jedem Stadt- und Landkreis nur ein Kreisimpfzentrum eingerichtet werden. Ausnahmen sind lediglich für die sechs bevölkerungsreichsten Kreise vorgesehen; der Main-Tauber-Kreis ist jedoch einer der Landkreise mit den wenigsten Einwohnerinnen und Einwohnern in Baden-Württemberg. „Mit dem Standort in der Bad Mergentheimer Kernstadt ist aber gewährleistet, dass die Einwohnerinnen und Einwohner aus allen Teilen des Landkreises das KIZ sowohl mit dem Auto als auch mit dem ÖPNV, beispielsweise mit der Tauberbahn, gut erreichen können“, sagt Landrat Frank. 

Wie der Landrat erläutert, wird es Impfzentren nur deshalb geben, weil eine Impfung im Rahmen der Regelversorgung in den Arztpraxen zu Beginn der Impfungen noch nicht machbar sein wird. Deshalb plane das Land, zunächst ab Mitte Dezember zwei bis drei zentrale Impfzentren pro Regierungsbezirk einzurichten. Diese sollen ab Mitte Januar 2021 durch die Kreisimpfzentren in allen Stadt- und Landkreisen sowie daran angeschlossene mobile Impfteams ergänzt werden. Letztere sollen Personen beispielsweise in Heimen aufsuchen, die selbst nicht zur Impfung kommen können. Schnellstmöglich sollen die Impfungen dann in den niedergelassenen Arztpraxen stattfinden und die Impfzentren wieder aufgelöst werden. Da die Impfstoffe nur nach und nach zur Verfügung stehen werden, würden die Impfungen mehrere Monate in Anspruch nehmen. Darüber hinaus muss aufgrund des zunächst erwarteten Umfangs an Impfstofflieferungen eine Priorisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen erfolgen. „Es wird also einige Zeit dauern, bis jede und jeder Impfwillige einen Termin bei einem Arzt vereinbaren und dort die Impfung erhalten kann“, verdeutlicht Landrat Frank. 

Die Ständige Impfkommission, der Deutsche Ethikrat sowie die Wissenschaftsakademie Leopoldina haben zur Priorisierung von Impfungen ein Positionspapier herausgegeben, an das sich Baden-Württemberg laut Mitteilung der Landesregierung halten wird. Zu der vorrangig zu priorisierenden Personengruppe zählen demnach Personen, die aufgrund ihres Alters oder vorbelasteten Gesundheitszustandes ein signifikant erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf haben, insbesondere bei erhöhter Kontaktdichte, etwa in Pflegeheimen und anderen Einrichtungen der Langzeitpflege. 

Die zweite zu priorisierende Gruppe umfasst Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von stationären oder ambulanten Einrichtungen der Gesundheitsversorgung – hierzu gehört auch der Rettungsdienst – und der Altenpflege, die aufgrund berufsspezifischer Kontakte ein signifikant erhöhtes Risiko für eine Infektion und gegebenenfalls zusätzlich für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf haben oder die als Multiplikatoren das Virus in die Einrichtungen hinein- und in andere Bereiche der Gesellschaft hinaustragen können. 

Die darüber hinaus zu schützenden Personen sind laut dem Konzept Personen, die in wichtigen Bereichen der Daseinsvorsorge und für die Aufrechterhaltung zentraler staatlicher Funktionen eine Schlüsselstellung besitzen. Hierzu werden zum Beispiel Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitsämter, der Polizei- und Sicherheitsbehörden, der Feuerwehr, Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher gezählt.



Original Quelle : main-tauber-kreis.de

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