Main-Tauber-Kreis : Ehrenamtspreis des Landkreises ging an Jürgen Schmitt

Die Nominierten des Ehrenamtspreises mit Landrat Frank (rechts) und Michael Grethe (links) Quelle : Main-Tauber-Kreis.de

Für die Preisverleihung hatten sich die Initiatoren – die Fränkischen Nachrichten und der Landkreis – mit dem Josephsaal einen ganz besonderen Ort ausgesucht. Landrat Reinhard Frank spannte in seiner Rede nämlich den Bogen von den Zisterziensern als Kloster-Erbauer hin zu den Gästen am Donnerstagabend. „Wie die Zisterzienser durch ihr Wirken zu einem Segen für diese Region wurden, sind auch Sie durch Ihr ehrenamtliches Engagement ein Segen für Ihre Mitmenschen in unserem Kreis“, sagte der Landrat. „Noch nie“, meinte er, „war dieses Engagement, das Eintreten für den Staat und die Gemeinschaft, so wertvoll und wichtig wie heute“. Immer wieder bezeichnete der Landrat die zehn Nominierten als „stille Helden“ – Menschen, die nicht viel Aufhebens machen um das, was sie tun. Sie zu ehren und auszuzeichnen, ihnen ihre Wertschätzung deutlich zu machen, sei das Ziel dieser Ehrenamtsaktion gewesen.

Der Preis, erläuterte Frank, basierte auf einem Patenmodell. Niemand konnte sich selbst vorschlagen, sondern musste empfohlen werden. Deshalb bedankte sich der Landrat auch explizit bei den Paten, ohne die dieser Wettbewerb nicht möglich gewesen wäre. So kamen nahezu 70 Empfehlungen zusammen. Daraus wählte die Jury, bestehend aus Vertretern der FN, der katholischen und evangelischen Kirchen, Kreistagsmitgliedern und der Kreisverwaltung, zehn Personen aus. Bewertet wurden die Zeitdauer des Ehrenamts, der monatliche zeitliche Umfang, die gesellschaftliche Wertigkeit und bisherige Auszeichnungen. Die zehn für den Preis Nominierten wurden in den FN vorgestellt. Die Leser stimmten dann über den Sieger ab.

Der Landrat wörtlich: „Wir wissen, dass zehn eigentlich viel zu wenig sind. Es gibt hunderte, wenn nicht tausende ehrenamtlich engagierte Bürger in unserem ,gelobten‘ Taubertal. Deshalb stehen unsere zehn Gewinner stellvertretend für diejenigen, die einen Preis und Anerkennung ebenso verdient hätten.“

Und dann stieg die Spannung im Josephsaal spürbar an. Neun Nominierte wurden allesamt auf die Bühne gebeten und vom Landrat sowie von FN-Geschäftsführer Michael Grethe vorgestellt. So manch einer der „stillen Helden“ musste sich erst daran gewöhnen, im Scheinwerferlicht zu stehen und ganz öffentlich gewürdigt zu werden. Sie alle bekamen einen Bronnbacher Wertgutschein in Höhe von 100 Euro und einen „Landrats-Klosterwein“.

Doch es waren nur neun. Wo war der „ominöse“ Zehnte? Und vor allem um wen handelt es sich? Michael Grethe lüftete das Geheimnis: Die Leser der Fränkischen Nachrichten haben Jürgen Schmitt aus Lauda zum Sieger gekürt – er ist somit der erste Inhaber des Ehrenamtspreises von FN und Landkreis und erhält einen Geldpreis in Höhe von 2000 Euro sowie die Glasskulptur eines Wertheimer Künstlers.

Grethe stellte Jürgen Schmitts beeindruckendes Engagement vor: sein Wirken in der Taubertäler Hilfsgemeinschaft, vor allem nach dem verheerenden Erdbeben 2010 in Haiti, seine humanitäre Hilfe bei Naturkatastrophen in aller Welt, die Hilfstransporte während des Bürgerkriegs in Jugoslawien oder bei der Elbflut. Schmitt und sein Verein unterstützen zudem die Tafeln in Lauda-Königshofen.

Der Chor „Haste Töne“ begeisterte mit ihren Beiträgen Quelle : Main-Tauber-Kreis.de

Seit 39 Jahren ist Schmitt (Vorstands-)Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Lauda-Königshofen und war bei über 800 Einsätzen dabei. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Stiftungsrats der Bürgerstiftung Lauda-Königshofen, wo er immer noch Mitglied ist, und ist nicht zuletzt seit vier Jahren ehrenamtlicher Schöffe.

Sowohl von seinen „Mitbewerbern“ als auch vom Publikum erntete Jürgen Schmitt langanhaltenden stehenden Applaus. In seiner spontanen Dankesrede zeigte sich der frischgebackene Preisträger „total überrascht“ und meinte: „Wir Nominierten durften spüren, dass unsere Arbeit wertgeschätzt wird. Das motiviert und hilft uns, auch Durststrecken zu überstehen.“ Seinen Preis sah er auch stellvertretend für die „vielen, vielen Feuerwehrleute im Main-Tauber-Kreis“. An Landrat Frank gerichtet sagte er: „Sie wissen, dass Sie sich stets auf uns verlassen können.“ Sichtlich gerührt bekannte Schmitt: „Dieser Preis, aber auch die Großzügigkeit der Menschen im Taubertal, die unsere Hilfstransporte unterstützen, gehen ganz tief ins Herz.“

Weit mehr als „nur“ eine musikalische Umrahmung waren die gefeierten Liedbeiträge des Chors „Haste Töne“ unter der Leitung von Klaus Günther. Als bekannt wurde, dass einer der Nominierten, Michael Beck aus Bad Mergentheim, seinen 70. Geburtstag feierte, sang ihm der Chor ein spontanes Ständchen.

Noch lange saßen die Gäste dieser „schönen, wertigen und ehrenvollen Veranstaltung“ (Landrat Reinhard Frank) später im Bernhardsaal zusammen. Peter Lesch und Frank Mittnacht sorgten als Duo „SwingTwo“ für die passende musikalische Untermalung.

Original Quelle : main-tauber-kreis.de

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