Main-Tauber-Kreis : Erster Sprachkurs für geflüchtete Frauen mit Kinderbetreuung durchgeführt

Die Kursteilnehmerinnen und die Dozentin Isabell Weber beim Deutsch lernen. Quelle : Main-Tauber-Kreis.de

Integrationskurse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge können Geflüchtete aus Ländern mit guter Bleibeperspektive, das sind Iran, Irak, Syrien, Somalia, Eritrea, schon während ihres Asylverfahrens belegen und natürlich auch alle bereits anerkannte Flüchtlinge. Für zwei Personengruppen gestaltet sich der Zugang zu Sprachkursen schwieriger: Für Geflüchtete aus anderen Herkunftsländern und für geflüchtete Frauen mit kleinen Kindern.

Besonders für Frauen mit kleinen Kindern gab es bislang im Main-Tauber-Kreis kein Angebot, da die gleichzeitige Kinderbetreuung für Kinder, die noch keine Kita besuchen, ein Problem darstellt. Diese Frauen hatten bisher kaum die Möglichkeit, an Sprachkursen teilzunehmen.

Gemeinsam mit dem Integrationsnetzwerk Hohenlohe-Main-Tauber (INW) begann der Integrationsbeauftragte schon im Sommer vergangenen Jahres seine Recherche zum Thema Kinderbetreuung. Verschiedene Stellen wurden wegen geeigneter Unterrichtsräume kontaktiert, Sprachkursträger angefragt und Kräfte für die Beaufsichtigung der Kinder gesucht. Nicht zuletzt ging es natürlich auch darum, eine kompetente, empathische Dozentin zu finden, zu der die Frauen ein Vertrauensverhältnis aufbauen konnten.

Von September 2018 bis März 2019 wurden Frauen mit Kleinkindern in einem sogenannten Erstorientierungskurs in Bad Mergentheim unterrichtet. Allerhöchste Priorität hatte natürlich die Sprache, gleichzeitig wurde der Fokus auf solche Sprachkenntnisse gelegt, die für den Alltag der Mütter von besonderer Wichtigkeit sind. Es handelt sich um Themen wie medizinische Versorgung, geltende Normen und Werte, Gepflogenheiten des Zusammenlebens, Einkaufen, Wohnen und nicht zuletzt das Thema Arbeiten. Zusätzlich zu den vorgegebenen Kursinhalten wurde, unterstützt durch das INW Hohenlohe – Main-Tauber, Wissen im Bereich digitaler Medien und EDV vermittelt.

Der Kurs sowie die Kinderbetreuung fand von Montag bis Mittwoch in den Räumlichkeiten der Liebenzeller Gemeinschaft und Donnerstag bis Freitag beim Arbeitskreis Asyl Bad Mergentheim statt.

Es geht natürlich sehr turbulent zu, wenn zehn Babys und Kleinkinder aktiv sind. Die Betreuerinnen hatten alle Hände voll zu tun. Die Frauen selbst sind überglücklich über die Möglichkeit, sich endlich im Alltag verständigen zu können. Viele denken schon darüber nach, arbeiten zu gehen, wenn die Kinder größer sind. Die Interessen gehen vor allem in Richtung Gastronomie. Manche Dinge, die den Frauen im Alltag begegnen, sind jetzt für sie besser nachvollziehbar, da sie nun über viele Regeln und Gepflogenheiten Bescheid wissen.

Derzeit laufen die Vorbereitungen für einen weiteren Kurs in Bad Mergentheim auf Hochtouren. Michael Mohr hat sich zum Ziel gesetzt, zum ersten Mal einen Sprachkurs mit Kinderbetreuung zu starten, der mit einem anerkannten Sprachzertifikat abschließt.

Die Stelle des Integrations- und Flüchtlingsbeauftragten wird aus Mitteln des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg gefördert.

Das Projekt Integrationsnetzwerk Hohenlohe – Main-Tauber wird im Rahmen der ESF-Integrationsrichtlinie Bund „Integration von Asylbewerberinnen, Asylbewerbern und Flüchtlingen (IvAF)“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

Original Quelle : main-tauber-kreis.de

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