Main-Tauber-Kreis : Im Jahr 2018 wieder mehr als 300 Hektar Fläche bearbeitet

Vorstand und Geschäftsführer des KLPV nach der Mitgliederversammlung in Weikersheim. Quelle : Main-Tauber-Kreis.de

Die Sitzung wurde vom Vorsitzenden, Landrat Reinhard Frank, geleitet. Die Bürgermeister der Städte und Gemeinden des Main-Taueber-Kreises waren als Mitglieder anwesend, ebenso der Fachbeirat und der Vorstand. „Durch die Pflegemaßnahmen des KLPV wird das typische Landschaftsbild des Lieblichen Taubertals mit Steinriegeln, Trockenmauern, Magerrasen sowie Streuobstwiesen erhalten und gleichzeitig der Lebensraum einiger teilweise stark gefährdeter Tier- und Pflanzenarten verbessert“, sagte Landrat Frank. Er betonte auch die wichtige und vielfältige Arbeit des Verbandes als wertvolle Institution zur Steigerung  der lokalen Wertschöpfung und Lebensqualität.

Geschäftsführer Lorenz Flad berichtete über ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2018. Der Verband konnte im Jahr 2018 insgesamt wieder 316 Hektar pflegen. Dabei wurden rund 382.500 Euro umgesetzt. Einen Schwerpunkt der Arbeit stellt die Offenhaltung der Trockenhänge im Muschelkalk und Buntsandstein dar. Dies trägt wesentlich zur Erhaltung der biologischen Vielfalt im Landkreis bei. Neben der Pflege der Trockenhänge sanierte der Verband im Jahr 2018 auch 264 Quadratmeter Trockenmauern. Diese ohne Mörtel errichteten Mauern prägen das Landschaftsbild des Taubertales und bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Landrat Frank machte auf die aktuelle Debatte zum Insektensterben und den UN-Bericht zum globalen Artensterben aufmerksam. „Dies ist ein außerordentlich ernstes Thema, und wir alle müssen handeln. Dabei ist es besonders wichtig, dass die Kommunen, die Landwirtschaft und der Naturschutz im Dialog miteinander stehen und Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge und wirtschaftliche Notwendigkeiten schaffen“, betonte der Landrat. Ein Austausch soll 2019 unter anderem in einem Dialogforum Landwirtschaft und Naturschutz gemeinsam mit dem NABU stattfinden.

Geschäftsführer Flad wies darauf hin, dass die Landwirte einen Riesenbeitrag zur Erhaltung der Landschaft leisten und ging auf die Probleme im Main-Tauber-Kreis ein. Diese sieht er vor allem in der Verinselung von Lebensräumen. Wertvolle Lebensräume von Tieren und Pflanzen werden immer kleiner und verstreuter und haben immer weniger Verbindungen zueinander. Dieser Entwicklung versucht der Landschaftspflegeverband durch gezielte Maßnahmen und die Schaffung eines Biotopverbundes entgegen zu wirken.

Wie auch in den vergangenen Jahren ist es dem KLPV ein wichtiges Anliegen, Pflegeflächen in Landschaftspflegeverträge zu überführen. Bei diesen so genannten A-Verträgen der Landschaftspflegerichtlinie werden die Kosten vom Land übernommen und die Städte und Gemeinden finanziell entlastet. Deshalb wurden vom KLPV für das Jahr 2018 auf einer Gesamtfläche von 93,4 Hektar insgesamt 23 A-Verträge vorbereitet und von der Unteren Naturschutzbehörde abgeschlossen.

Großen Wert legt der Landschaftspflegeverband auch auf die Öffentlichkeitsarbeit. Neben der Vorbereitung, der Organisation und der Kontrolle von Pflegemaßnahmen sowie dem Weidemanagement wird viel Zeit darin investiert. Zahlreiche Informationsveranstaltungen, Führungen und Ausstellungen sollen verdeutlichen, dass die Landschaft im Main-Tauber-Kreis viel zu bieten hat und jeder einen Beitrag leisten kann, um ihre Vielfalt, Eigenart und Schönheit auf Dauer zu erhalten.

Bei der Versammlung wurde der Haushalts- und Arbeitsplan für das Jahr 2019 vorgestellt.  Dieser enthält Maßnahmen in allen 18 Städten und Gemeinden und wurde einstimmig von den Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden beschlossen. Insgesamt sollen 2019 rund 400 Hektar Fläche gepflegt werden. Etwa 35 Hektar davon werden neu entbuscht und stehen anschließend zur Beweidung mit Schafen oder Rindern zur Verfügung. Der Landschaftspflegeverband ist bestrebt, möglichst eine Folgenutzung für die freigestellten Flächen zu finden. Ökologisch ist die extensive Beweidung eine optimale Nutzung. Gleichzeitig entfallen so die Pflegekosten für Städte und Gemeinden sowie für den Landkreis.

Bürgermeister Klaus Kornberger aus Weikersheim betonte die langjährig gute Zusammenarbeit des Landschaftspflegeverbandes mit den Mitgliedsgemeinden und den unermüdlichen Einsatz für die herausragende Kulturlandschaft. Er beantragte die Entlastung des Vorstandes und des Geschäftsführers, die von der Versammlung einstimmig erteilt wurde.

Anschließend fanden Wahlen statt, bei denen der Vorstand turnusmäßig alle vier Jahre neu gewählt wird. Alois Fahrmeier hat als Kreisvorsitzender des Bauernverbandes den Berufsstand der Landwirte 15 Jahre lang im Vorstand des KLPV vertreten. Seine Nachfolge übernimmt nun der neue Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Reinhard Friedrich aus Niederstetten. Alle anderen Vorstandsmitglieder wurden für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. Der Vorstand setzt sich paritätisch aus jeweils zwei Vertretern des Naturschutzes, der Landwirtschaft und der Kommunalpolitik zusammen. Vorsitzender ist Landrat Reinhard Frank, die weiteren Vorstandsmitglieder sind die Bürgermeister Wolfgang Vockel aus Tauberbischofsheim (stellvertretender Vorsitzender) und Uwe Hehn aus Creglingen, Ulrike Möck, die Leiterin des Referats Naturschutz im Regierungspräsidium Stuttgart, der Leiter des Kreislandwirtschaftsamtes, Meinhard Stärkel, der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Reinhard Friedrich, und Wolfgang Dornberger, der den Landesnaturschutzverband vertritt.

Original Quelle : main-tauber-kreis.de

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