Main-Tauber-Kreis : Integrationsnetzwerk – Zwischen Euphorie und Überforderung?!

Dr. Christian Vogel vom Bundesinstitut für Berufsbildung, Bonn Quelle : Main-Tauber-Kreis.de

Am vergangenen Donnerstag (12. Juli 2018) lud das Integrationsnetzwerk Hohenlohe-Main-Tauber (INW) zu einem regionalen Fachtag ins Hohenloher Integrationszentrum nach Künzelsau-Gaisbach ein. Knapp 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Region Heilbronn-Franken informierten sich über den aktuellen Stand der Arbeitsmarktintegration von Asylbewerberinnen, Asylbewerbern und Flüchtlingen im Hohenlohekreis und Main-Tauber-Kreis. „Die berufliche Integration von Geflüchteten ist einer der Zentralpunkte für eine gelingende gesellschaftliche Integration“, so Ursula Mühleck, Dezernentin für Familie, Bildung und Gesundheit im Hohenlohekreis in ihrer Begrüßung der Tagungsgäste.

Dr. Christian Vogel vom Bundesinstitut für Berufsbildung gab einen Überblick über die Erkenntnisse aus der bundesweiten Berufsintegrationsarbeit. „Die Integrationsarbeit ist betreuungsintensiver und dauert länger als ursprünglich gedacht“, formuliert Dr. Vogel eine zentrale Erkenntnis, und weiter: „hauptsächlich kleinschrittige Arbeit führt zum Erfolg.“

Im Anschluss machte Dr. Silvia Keller deutlich, dass das INW ein Projekt ist, welches die kleinschrittige Arbeit koordinieren und neue Instrumente entwerfen und ausprobieren kann. Die präsentierten Zahlen zeigten, dass die Arbeit erfolgreich umgesetzt wird: Bis Ende 2017 wurden bereits 235 Teilnehmer vom INW und seinen Netzwerkpartnern in Schule, Ausbildung oder Arbeit vermittelt. Das zu erreichende Ziel beträgt für den vierjährigen Projektzeitraum (2016 bis 2019) 336 Personen.

Am Nachmittag informierte Andrea Roll, Teamleiterin Markt und Integration des Jobcenters Hohenlohekreis, dass hauptsächlich fehlende Kenntnisse über den deutschen Arbeitsmarkt sowie mangelnde Sprachkenntnisse eine Hürde darstellen. Allerdings gelinge die Arbeitsmarktintegration immer besser, so Roll.

Die vielfältigen Aufgaben des INW-Teams und der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall- Tauberbischofsheim lernten die Fachtagsteilnehmer während der anschließenden Gesprächsrunde kennen. Fingerspitzengefühl, Beharrlichkeit, Kenntnisse über die Kompetenzen des Einzelnen sowie die Unterstützung des gesamten Netzwerks sind zentrale Erfolgsfaktoren. Dabei haben die einzelnen Mitglieder des INW-Teams auch stets die individuellen Voraussetzungen und die Berufswünsche der INW-Teilnehmer im Blick.

v.l.n.r.: Elisabeth Krug, Dezernentin für Jugend, Soziales und Gesundheit im Main-Tauber-Kreis, Projektleiterin Dr. Silvia Keller und Ursula Mühleck, Dezernentin für Familie, Bildung und Gesundheit im Hohenlohekreis freuten sich über das große Interesse.
v.l.n.r.: Elisabeth Krug, Dezernentin für Jugend, Soziales und Gesundheit im Main-Tauber-Kreis, Projektleiterin Dr. Silvia Keller und Ursula Mühleck, Dezernentin für Familie, Bildung und Gesundheit im Hohenlohekreis freuten sich über das große Interesse. Quelle : Main-Tauber-Kreis.de

„Der lebendige und erkenntnisreiche Fachtag ermöglichte ein besseres Verständnis der vielschichtigen Thematik der Arbeitsmarktintegration“, fasste Elisabeth Krug, Dezernentin für Jugend, Soziales und Gesundheit im Main-Tauber-Kreis, den Fachtag zusammen. Sie betonte, dass die respektablen Zwischenergebnisse eine gelungene Methodenauswahl des Modellprojektverbunds belegen. Die Arbeitsmarktintegration ist zwar noch lange nicht abgeschlossen, aber durch intensive Beratung und individuell zugeschnittene Maßnahmen gelingt den Neuzugewanderten vielfach der erste Schritt in den deutschen Arbeitsmarkt.

INFO

Mit dem INW entwickeln und erproben die Landkreise Hohenlohekreis und Main-Tauber-Kreis modellhaft Strukturen, Instrumente und Methoden zur besseren Integration von Asylbewerber/-innen und Flüchtlingen. Das INW wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung und des Europäischen Sozialfonds gefördert.

Original Quelle : main-tauber-kreis.de

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