Main-Tauber-Kreis : Junge Menschen auf den ersten Arbeitsmarkt vorbereiten

Offizieller Start des neuen Angebots KoBV Quelle : Main-Tauber-Kreis.de

In der BVE erhalten Absolventen von Sonder- und Förderschulen im Main-Tauber-Kreis Unterricht, trainieren Alltagskompetenzen und absolvieren Praktika. Nun besteht die Möglichkeit, anschließend zur KoBV zu wechseln. Bei einer Feier in der Werkstatt der Beruflichen Schule für Ernährung.Pflege.Erziehung (EPE) in der Bad Mergentheimer Rotkreuzstraße wurde das neue Angebot vorgestellt.

Die EPE ist im Main-Tauber-Kreis federführende Schule für die KoBV. Schulleiterin Anke Mund erklärte, dass seit Beginn des Schuljahres sieben junge Erwachsene zwischen 17 und fast 21 Jahren die Klasse KoBV an der EPE besuchen. „Es ist das gemeinsame Ziel aller Beteiligten an diesem Projekt, die jungen Menschen in eine Arbeit zu bringen, die ihnen Spaß macht und ihren Neigungen entspricht“, sagte sie. Gemeint ist eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt, außerhalb einer Werkstätte für Menschen mit Behinderung oder eines Integrationsunternehmens.

Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler besuchen an zwei Tagen in der Woche die EPE und erhalten hier sowohl theoretischen als auch praktischen Unterricht. Für letzteres werden Küche und Werkstatt genutzt. Die Schüler kommen selbständig mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule und müssen sich auf dem großen Schulgelände zurechtfinden.

An drei Tagen in der Woche sind sie in den Partnerbetrieben tätig. Dazu zählen aktuell beispielsweise eine Schreinerei, ein Modehaus, ein Gastronomiebetrieb und ein Gästehaus. Zusätzlich werden die Schülerinnen und Schüler durch ihren Jobcoach sowie den Integrationsfachdienst betreut.

Susanne Fritz, Referentin für Inklusion und Sonderpädagogik am Regierungspräsidium Stuttgart, sah angesichts des Starts des KoBV einen Grund zur Freude, denn damit sei ein echtes Gemeinschaftswerk gelungen. Beteiligt daran sind neben der EPE auch die Gewerbliche Schule in Bad Mergentheim sowie die Schule im Taubertal in Unterbalbach, zwei Abteilungen des Regierungspräsidiums Stuttgart, der Main-Tauber-Kreis als Schulträger und Träger der Eingliederungshilfe, das Staatliche Schulamt in Künzelsau, die Arbeitsagentur Schwäbisch Hall – Tauberbischofsheim, der Bildungsträger bbg GmbH als Jobcoach, das Integrationsamt beim Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) sowie der Integrationsfachdienst Hohenlohe-Franken. „Ich hoffe sehr, dass diese Zusammenarbeit gut gelingt“, sagte Susanne Fritz.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier habe das Modell der BVE-KoBV beim Besuch einer solchen Einrichtung in Ludwigsburg zum „Leuchtturmprojekt“ der Beruflichen Bildung geadelt. „Zu Recht“, erklärte Susanne Fritz, denn durch dieses Modell, dass es so nur in Baden-Württemberg gebe, komme man dem Anspruch auf Inklusion bzw. Teilhabe im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention ein großes Stück näher.

Landrat Reinhard Frank machte an der Zahl der vielen Netzwerkpartner die besondere Bedeutung des neuen Angebotes fest. Er sei sehr dankbar dafür, dass die KoBV als Fortführung der BVE zu Stande gekommen ist. „Die KoBV ist ein wichtiger Baustein für die teilnehmenden Jugendlichen, aber auch für die Zukunft des Main-Tauber-Kreises insgesamt“, erklärte er. Integration und Teilhabe seien hier gelebte Wirklichkeit. Alle Teilnehmer erhielten die Chance, einen Beruf zu erlernen und auszuüben. Weiter verwies der Landrat auf das aktuelle Focus-Ranking, in dem der Main-Tauber-Kreis sich im Vergleich zur vorherigen Studie um 100 Plätze verbessert hat und damit zu den Top-Aufsteigern gehört. „Zu den Erfolgsfaktoren für eine solche Entwicklung gehören auch die Fachkräfte, die hier gerne leben und arbeiten möchten. Es ist wichtig, dass kein Jugendlicher bei der Ausbildung von Fachkräften verloren geht. Deshalb ist dieses Angebot so wichtig“, bekräftigte Landrat Frank.

Original Quelle : main-tauber-kreis.de

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