Main-Tauber-Kreis : Keine neue Coronavirus-Infektion bestätigt (Zahlen 12. Juni) – Vorsicht vor Falschnachrichten


MCC Seniorenresidenz Wertheim unter Quarantäne

Nachdem der am Donnerstag, 11. Juni, bestätigte Fall die MCC Seniorenresidenz Wertheim betrifft, wurde die Einrichtung inzwischen durch das Gesundheitsamt Main-Tauber-Kreis vorsorglich unter Quarantäne gestellt. Die infizierte Person ist in ihrem Zimmer isoliert und wird von fest zugeordnetem Personal in Schutzausrüstung betreut. Für die übrigen Bewohner gilt ein Besuchs- und Ausgehverbot. Über das weitere Vorgehen wird entschieden, sobald alle Ergebnisse aus der flächendeckenden Reihentestung für dieses Pflegeheim vorliegen.

Falschnachrichten und Verschwörungsmythen

Im Netz sind viele Mythen und Fragen zum Coronavirus im Umlauf. Sie schüren Zweifel, verstärken bestehende Unsicherheiten und Ängste und fördern möglicherweise einen zu sorglosen Umgang mit dem Virus. Oft verharmlost wird die Pandemie unter Hinweis auf die jährlichen Grippewellen, durch die viele Menschen zu Tode kommen. Fakt ist: Das Coronavirus verbreitet sich durch die längere Inkubationszeit langsamer, ist aber dafür ansteckender als die Grippe. Zudem gibt es weder einen Impfstoff noch wirksame Medikamente. Beides ist bei der Grippe der Fall. Hinzu kommt, dass es im Gegensatz zur Grippeerkrankung keine Grundimmunität der Bevölkerung gibt.

Die derzeit verfügbaren Daten zeigen, dass ältere Personen und Patienten mit Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Ob gegebenenfalls weitere Faktoren eine Rolle spielen, wird sich in Studien zeigen. Derzeit gibt es keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass die Luftverschmutzung oder ähnliche Faktoren einen Einfluss auf den Verlauf haben.

Die Zahl der Erkrankten aus den täglichen Statistiken entspricht der Zahl der positiv getesteten Personen. 80 Prozent der Patienten zeigen einen leichten bis moderaten Verlauf. Leider schützen weder der Verzehr von speziellen Lebensmitteln oder Getränken vor einer Infektion, noch die Grippeschutzimpfung oder Antibiotika. Letztere sind bei Viren wirkungslos, da sie nur bakterielle Infektionen bekämpfen. Schützen kann man sich am besten durch gute Hygiene: regelmäßiges und ausreichendes Händewaschen, Husten- und Niesetikette beachten, Abstand zu anderen Menschen halten.

Im Internet gibt es immer wieder betrügerische Angebote für spezielle Nahrungsergänzungsmittel, die angeblich eine Wirkung gegen das Corona-Virus oder Covid-19 haben. Auch hier gibt es keinen Nachweis, dass diese Mittel wirken. Auch das Gurgeln mit Chlorbleiche ist lebensgefährlich und hilft nicht gegen das Virus. Nicht so gefährlich, aber ebenso völlig wirkungslos ist das Gurgeln mit stark alkoholhaltigen Getränken.

Falschmeldungen werden von Privatpersonen oft nicht böswillig verbreitet, sondern weil die Menschen sich Sorgen machen. Im Zweifel wird jedoch Verunsicherung geschürt oder Panik verbreitet. Je emotionaler eine Meldung ist, umso häufiger wird sie verbreitet. Umso wichtiger ist es, fragwürdige Nachrichten mit zwei weiteren Quellen zu vergleichen. Verlässlich sind offizielle Portale von Bund und Ländern sowie Medienangebote der öffentlich-rechtlichen Nachrichtensender und seriöser Tages- und Wochenzeitungen. Im Zweifel sollten Meldungen nicht weiterverbreitet werden.

In den sozialen Netzwerken sind verifizierte Accounts zu bevorzugen, erkennbar etwa an dem blauen Haken in Facebook. Das Impressum einer Website sollte eine für die Inhalte verantwortliche Person und eine vollständige Anschrift umfassen, nicht nur zum Beispiel eine anonyme Mail-Adresse. Manipulierte Bilder lassen sich mit Hilfe der Bilder-Rückwärtssuche zum Beispiel bei Google überprüfen: Das Bild oder die Internetadresse werden dazu hochgeladen und man bekommt angezeigt, woher das Bild stammt.

Einige staatliche und private Organisationen und auch manche öffentlich-rechtliche Medien beschäftigen sich damit, Falschmeldungen konkret zu überprüfen und richtig zu stellen. Das Thema „Corona“ nimmt dabei immer breiteren Raum ein. Zu den Fakten-Checkern gehören zum Beispiel der Faktencheck des Bayerischen Rundfunks, die Internet-Seite www.correctiv.org, der Podcast der Bundeszentrale für politische Bildung zu Verschwörungstheorien oder die Seite www.mimikama.at.



Original Quelle : main-tauber-kreis.de

Bildergalerie Baustelle Vollsperrung der Wertheimer Tauberbrücke