Main-Tauber-Kreis : Klimaschutz ist in aller Munde – Energieeffizienz und regenerative Energien nutzen

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Der Klimaschutz ist in aller Munde. Mit den heißen Sommertagen wird die Veränderung in der Natur und im gesellschaftlichen Leben sehr deutlich. Allen ist noch der heiße und lang andauernde Sommer des vergangenen Jahres im Bewusstsein. Auch zum Sommerauftakt 2019 sind die Temperaturen spürbar angestiegen. Die Wetterexperten sprechen von einem Klimawandel, der aufgrund des durch die Gesellschaften zu verantwortende gestiegenen Co2-Ausstosses in allen Nationen herbeigeführt wurde. Die Bundesregierung und das Land Baden-Württemberg haben deshalb Ziele ausgegeben, um die Co2-Emmissionen zu mindern. Dies ist auch dringend notwendig, denn die bisherigen Ziele konnten auf Bundesebene und Landesebene noch nicht erreicht werden. „Der Main-Tauber-Kreis möchte mit seinen Projekten einen Beitrag leisten, um die vorgegebenen Klimaschutzziele zu unterstützen und den Landkreis auch in einem lebenswerten Zustand zu belassen“, führt hierzu auch Landrat Reinhard Frank aus. So bestand über alle Parteien im Kreistag hinweg Übereinstimmung, das Klimaschutzkonzept des Main-Tauber-Kreises als Leitfaden für künftige Projekte einzustufen. Über dieses Klimaschutzkonzept ist nun vereinbart, in den nächsten Jahren die Leuchtturmprojekte Energieeffizienz und regenerative Energiegewinnung aus Solardachanlagen voranzubringen. Hierzu hat im Vorfeld der jetzt angelaufenen Aktion die Energieagentur Main-Tauber und die Landkreisverwaltung auch bei Sponsoren um Mitwirken geworben. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit den lokalen Energieversorgungsunternehmen – Stadtwerk Tauberfranken in Bad Mergentheim, Überlandwerk Schäftersheim und Stadtwerke Wertheim – sowie mit der Volksbank Main-Tauber, Volksbank Vorbach-Tauber und Sparkasse Tauberfranken – Gleichgesinnte gefunden haben“, führt ergänzend Dezernent Jochen Müssig vom Landratsamt Main-Tauber-Kreis aus.

Mit den genannten Partnern ist es nun Aufgabe der Wirtschaftsförderung des Landkreises und der Energieagentur, Hauseigentümer von den Vorteilen und spürbaren positiven Auswirkungen der Energieeffizienz oder der regenerativen Energiegewinnung über Solardachanlagen zu überzeugen.

Im Klimaschutzkonzept des Main-Tauber-Kreises ist festgehalten, dass in Deutschland durch energetische Sanierungen von Gebäuden rund 80 Prozent Energie eingespart werden kann. „Dies ist ein enormes Potenzial“, konstatiert Landrat Reinhard Frank. Trotz der drängenden Klimaschutzprobleme liegt die jährliche Sanierungsquote gegenwärtig aber nur bei einem Prozent der 37.000 Bestandsgebäude. Innerhalb des Main-Tauber-Kreises wird deshalb angestrebt, diese Quote auf zwe Prozent zu steigern. Dies entspräche pro Jahr 740 Wohngebäuden im Main-Tauber-Kreis. So fand diesbezüglich eine Auftaktveranstaltung in Niederstetten statt. In anschaulichen Beiträgen wurde aufgezeigt, dass durch energetische Sanierungen bei einer Sanierungsquote von zwei Prozent der Bestandsgebäude im Main-Tauber-Kreis pro Jahr knapp 10.200 Tonnen Co2 eingespart werden können. Ebenso sind beachtliche Werte bei der Energieeinsparung erzielbar. So verliert beispielsweise ein in den 1958 bis 1968er Jahren gebautes Einfamilienhaus – soweit energetisch nicht saniert – rund 21 Prozent seiner Energie über die Dachflächen, rund 33,9 Prozent über die Außenfassade und rund 13,2 Prozent über die Fenster. Verluste bringen auch ältere Heiz- und Warmwasserbereitungsanlagen.

In der Auftaktveranstaltung in Niederstetten wurde geworben, regenerative Energie aus Solardachanlagen zu gewinnen. Gegenwärtig sind mehr als 6.000 Photovoltaikanlagen auf Dachflächen im Main-Tauber-Kreis installiert. Dies entspricht etwa acht Prozent der Gebäude im Landkreis. Untersuchungen belegen allerdings, dass rund 35 Prozent der vorhandenen Wohngebäude Potenzialflächen für Solarenergie auf Dächern bieten. „Wir streben deshalb an, rund 20 Prozent dieses Potenzials in den nächsten Jahren über Solardachenergie zu nutzen“, führt auch Felix Hemmerich von der Energieagentur Main-Tauber aus. Hierzu ist es ebenfalls notwendig, dass Hauseigentümer für diese Art der regenerativen Energiegewinnung gewonnen werden. Nahtlos fließt bei der Solarenergie auch das Thema „Elektromobilität“ ein, welches über Wall-Boxen umgesetzt werden kann.

Die Energieagentur Main-Tauber und das Landratsamt Main-Tauber-Kreis möchten deshalb in Folge des angesprochenen Auftakttermins Ende Mai nun in Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden Creglingen, Igersheim, Niederstetten und Weikersheim die Bereitschaft von Haus- und Gebäudeeigentümern ermitteln. „Wir streben an, dass uns die Rathäuser geeignete Objekte oder auch Straßenzüge nennen, um mit den Eigentümern in Kontakt zu treten“; führt Dezernent Jochen Müssig aus.

Für diese an Energieeffizienz beziehungsweise Einsparung und an Solardachenergie interessierten Eigentümer soll anhand von Beispielen aufgezeigt werden, welche Mittel für energetische Maßnahmen oder Solardachanlagen notwendig sind. Es wird auch aufgezeigt, wie sich die Amortisation darstellt. Zur Beratung stehen das Überlandwerk Schäftersheim, das Stadtwerk Bad Mergentheim und die Stadtwerke Wertheim zur Verfügung. Für Finanzierungen werden die Eigentümer gebeten, die Volksbank Main-Tauber, die Volksbank Vorbach-Tauber und die Sparkasse Tauberfranken zu berücksichtigen.

Die Interessenabfrage startet voraussichtlich im Monat Juli.

Unabhängig hiervon können sich bereits jetzt Interessierte mit der Energieagentur beziehungsweise Wirtschaftsförderung im Landratsamt Main-Tauber-Kreis in Verbindung setzen.

Kontaktdaten:

Energieagentur Main-Tauber/Wirtschaftsförderung Landratsamt Main-Tauber-Kreis,

Gartenstraße 1, 97941 Tauberbischofsheim, Ansprechpartner Felix Hemmerich, Telefon 09341/82-5822, E-Mail felix.hemmerich@main-tauber-kreis.de, www.main-tauber-kreis.de/Wirtschaft-Tourismus.

Original Quelle : main-tauber-kreis.de

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