Main-Tauber-Kreis : Kreishandwerkerempfang bei der Baumann GmbH in Tauberbischofsheim

Landrat Reinhard Frank mit Winfried Hermann in Wertheim , 2018

Landrat Reinhard Frank freute sich über die zahlreich erschienen Gäste aus Handwerk, Bildung, Politik und Verwaltung. „Die Digitalisierung hält auch im Handwerk Einzug. Es ist wichtig, die Möglichkeiten aufzuzeigen und Unterstützung bei der Implementierung anzubieten“, betonte der Landrat.

Den Festvortrag hielt Diplom-Designer Christoph Krause, Leiter des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk West in Koblenz. Der Digitalisierungsexperte unterstützt mit seinem Team Unternehmen bei der Bewältigung der Herausforderungen des Digitalen Wandels. In seiner Präsentation mit dem Titel „Digitalisierung 4.0 – Die digitale Transformation im Handwerk gestalten“ ging Krause den Fragen nach, ob die Chancen der digitalen Transformation wahr- und die Herausforderungen angenommen werden und welche Auswirkungen diese Entwicklung überhaupt mit sich bringt.

In seinem lebhaften und interessanten Vortrag ermutigte Krause die anwesenden Vertreter der Handwerksbetriebe, die Chancen der Digitalisierung zu ergreifen. Zukünftig werden alle Produkte, mit denen das Handwerk umgeben ist, Daten senden und empfangen. Dies biete die Chance und die Herausforderung völlig neuer Wertschöpfungsketten. Für Unternehmen bedeute das: Wer heute Produkte und Dienstleistungen für die digitalen Gewohnheiten und Wünsche von morgen weiterentwickelt, wird künftig vorne sein. In vielen einzelnen Bereichen seien Unternehmen schon heute digitalisiert, nutzen Computer, Smartphones und Tablets. In Zukunft werden jedoch alle Unternehmensprozesse der Digitalisierung unterzogen, von der Planung über die Produktion bis zur Kommunikation mit dem Kunden. Es werde zwar nicht jedes Unternehmen gleich mit Hilfe von 3D-Druckern produzieren, allerdings werden alle Unternehmen ihre Geschäftsprozesse digitalisieren müssen – und über digitale Plattformen mit ihren Kunden kommunizieren.

Digitalisierung bedeutet die rasante Zunahme der Nutzung von digitalen Werkzeugen und deren gleichzeitige Vernetzung. Schon heute sind Autos, Türschlösser und Heizungsanlagen mit dem Internet verbunden und bieten für die Kunden oft mehr Sicherheit und Komfort. Themen wie die vernetzte Produktion, das Internet der Dinge oder aber die Veränderung zum Service 4.0 treffen Unternehmen wie Gesellschaft in allen Bereichen – digitalisiert wird ohne Ausnahme. Wer erfolgreich sein will, muss umdenken und die Chancen der Digitalisierung nutzen. Kann mein jetziges Geschäftsmodell noch bestehen? Lässt es sich durch digitale Kanäle zum Kunden erweitern? Kann ich den Kunden mit der Fertigung im Unternehmen verbinden, oder muss ich gar über ein völlig neues digitales Geschäftsmodell nachdenken? Das alles sind Fragen, die sich jeder Handwerksunternehmer jetzt stellen sollte. Auch wie ein Unternehmen digital zu führen ist und wie Mitarbeiter in Sachen Digitalisierung qualifiziert werden müssen, sind wichtige Faktoren.

Die Vernetzung von Mensch und Maschine, Produkten und Daten bildet die Grundlage der digitalen Transformation. Um diese erfolgreich zu gestalten, braucht es neue Formen des Denkens und der Innovation. „Raus aus dem Branchendenken hin zum Blick über den Tellerrand“, lautet der Rat des Digitalisierungsexperten.

Krauses Vortrag wurde umrahmt durch Grußworte von Gerhard Baumann von der Baumann GmbH, der die Räumlichkeiten für den Empfang zur Verfügung stellte, dem Bürgermeister der Stadt Tauberbischofsheim, Wolfgang Vockel, und dem Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Heilbronn-Franken, Ralf Schnörr. Das Schlusswort hielt der Kreishandwerksmeister Michael Szabo. Zum Abschluss folgte noch ein Rundgang durch den Betrieb der Baumann GmbH. Am Beispiel der Gipskartonfräse und des Gerüstturms wurden Arbeitsprozesse in der Firma vorgestellt. Die Band „Dreams Instead“ sorgte für die musikalische Begleitung der Veranstaltung.

Durch den Kreishandwerkerempfang sollen die Attraktivität und die Karrieremöglichkeiten in einem Handwerksberuf, insbesondere für Schulabgänger, herausgestellt und nachhaltig für einen handwerklichen Beruf geworben werden. „Wir versuchen im Schulterschluss mit der Handwerkskammer und der Kreishandwerkerschaft alles, um die regionale Handwerkerschaft zu unterstützen“, erklärt Landrat Frank. Als Folge des demographischen Wandels ist mit einem Rückgang an potenziell verfügbaren Arbeitnehmern zu rechnen. Auch das Handwerk dürfte die Folgen zu spüren bekommen. An diesem Punkt setzt der Landkreis an und versucht mithilfe solcher Veranstaltungen, das Handwerk als wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Region zu fördern und Nachwuchskräfte für diese Branche zu begeistern.

Informationen zum Handwerk im Main-Tauber-Kreis und zur „Karriere daheim“ gibt es beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Wirtschaftsförderung, Gartenstraße 1, 97941 Tauberbischofsheim, Telefon 09341/82-5708, Fax: 09341/828-5708, E-Mail wirtschaftsfoerderung@main-tauber-kreis.de, oder im Internet unter www.main-tauber-kreis.de/wirtschaft.

Original Quelle : main-tauber-kreis.de

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