Main-Tauber-Kreis : Landrat ruft zu Solidarität und Achtsamkeit auf


Landrat Frank: Besondere Zeichen des gesellschaftlichen Miteinanders

„Demokratie und Föderalismus funktionieren“

Der Landrat sprach von einer noch nie dagewesenen, belastenden und dramatischen Ausnahmesituation. „Weltweit sind die Menschen besonderen Restriktionen und Ausgehverboten ausgesetzt. Das öffentliche Leben ist nahezu auf null heruntergefahren, auch in unserem Main-Tauber-Kreis.“ Gleichzeitig erlebe man besondere Zeichen der Solidarität und des gesellschaftlichen Miteinanders. In vielen Bereichen leisteten die Menschen derzeit Außergewöhnliches, um die Krise zu bewältigen. Frank nannte Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger sowie die Kräfte von Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr. Ebenso sprach er von den Frauen und Männern, die mit ihrer Arbeit zum Beispiel in Supermärkten die Grundversorgung aufrechterhalten. Überwältigt zeigte er sich von den vielfältigen ehrenamtlichen Initiativen, die sich spontan gebildet haben und beispielsweise Einkaufshilfen anbieten. Allen Engagierten gebühre Dank und Wertschätzung.

Beeindruckt ist der Landrat auch von der Geschwindigkeit, mit der Bundestag und Bundesregierung im Eilverfahren finanzielle Hilfsmittel in Milliardenhilfe kurzfristig zur Verfügung gestellt haben. Auch die Landesregierung habe ein umfangreiches, milliardenschweres Hilfspaket geschnürt, um die finanziellen Folgen für die Gesellschaft abzumildern. „Dies hat uns gezeigt, dass Demokratie und Föderalismus nach wie vor funktionieren. In der Krise hat die Politik schnell und besonnen reagiert.“ Damit könnten bereits jetzt viele Selbständige, Solo-Unternehmen und mittelständische Betriebe Anträge auf Zuschüsse stellen. 

Das Landratsamt strebe an, sein umfangreiches Dienstleistungsangebot für die Bürgerinnen und Bürger bestmöglich aufrechtzuerhalten. Beispielsweise sei die Erledigung der vielfältigen Aufgaben im Sozialbereich, im ÖPNV, in der Umweltverwaltung sowie in den Bereichen Kfz-Zulassung und Abfall gewährleistet. Leider habe jedoch der Publikumsverkehr eingeschränkt werden müssen, so dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter derzeit nur in unaufschiebbaren Angelegenheiten und nur nach Terminvereinbarung zur Verfügung stehen. Dies diene dazu, sowohl Kunden als auch Mitarbeiter vor Infektionen zu schützen. Zudem würden viele Mitarbeiter derzeit an anderer Stelle gebraucht, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, insbesondere im Gesundheitsamt. Die Arbeitsfähigkeit der Verwaltung müsse dauerhaft sichergestellt werden. Ab Mittwoch, 1. April, würden jedoch die Kompostplätze und Recyclinghöfe unter besonderen Schutzvorkehrungen wieder zu den üblichen Zeiten geöffnet. 

Insgesamt zeigte sich der Landrat verhalten hoffnungsvoll, da viele der positiv Getesteten im Main-Tauber-Kreis inzwischen geheilt sind. Sie konnten wie auch ihre Kontaktpersonen die häusliche Isolation verlassen und beispielsweise ins Erwerbsleben zurückkehren. Das Gesundheitswesen im Kreis sei bestens aufgestellt, die Kliniken auf die weitere Entwicklung gut vorbereitet. „Doch eine schnell ansteigende Zahl von Infektionen mit der Notwendigkeit von Intensivbehandlungen könnte die Kliniken überlasten. Die Krise ist noch lange nicht überwunden.“ Deshalb rief der Landrat ein weiteres Mal dazu auf, sich an die Anweisungen und Empfehlungen von Wissenschaftlern und Behörden zu halten sowie soziale Kontakte bestmöglich zu vermeiden. Er sei überzeugt, „dass wir mit Achtsamkeit und Solidarität diese Ausnahmesituation auch in unserem schönen Landkreis gut überstehen und bewältigen werden.“

Polizeipräsident Becker lobt Disziplin der Bürgerinnen und Bürger 

Polizeipräsident Hans Becker machte deutlich, dass Kreisverwaltung und Polizei seit jeher gut zusammenarbeiten; Landrat und Polizeipräsident seien immer in einem guten Austausch. Dies bewähre sich nun in der Krise. 

Becker wies daraufhin, dass das Coronavirus auch vor der Polizei nicht halt mache. Zwölf Beamtinnen und Beamte aus dem Main-Tauber-Kreis seien derzeit als Kontaktpersonen in häuslicher Isolation. Bestätigt infiziert sei jedoch glücklicherweise keiner von ihnen. Durch veränderte Prioritäten sei es gelungen, dennoch für eine massivere, intensive Präsenz der Polizei zu sorgen. So findet derzeit keine polizeiliche Präventionsarbeit an Schulen statt, da diese geschlossen sind, das Einsatztraining sowie die Aus- und Fortbildung wurden stark zurückgefahren. Somit stehen das Personal aus Prävention und Ausbildung, aber auch Polizeischüler und Studierende der Hochschule der Polizei zur Verfügung. 

Damit konnte erreicht werden, dass wesentlich mehr Streifen unterwegs sind als üblich und alle Polizeiposten am Abend länger besetzt bleiben. Dort sind aktuell an sieben Tage in der Woche bis 20 Uhr Beamtinnen und Beamte erreichbar. Der Notruf 110 ist darüber hinaus wie gewohnt besetzt. Damit werde ein wichtiger Beitrag geleistet, um das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung zu stärken. Ähnlich wie die Kreisverwaltung bittet allerdings auch die Polizei darum, nicht ohne telefonische Voranmeldung in die Dienststellen zu kommen. Wenn kein sofortiges Tätigwerden der Polizei erforderlich ist, könnten Anzeigen auch online unter www.polizei-bw.de/internetwache erstattet werden. 

Polizeipräsident Becker lobte die Bürgerinnen und Bürger des Main-Tauber-Kreises, die sich weitgehend an die Verordnungen der Landesregierung halten und große Disziplin zeigen würden. Innerhalb einer Woche habe die Polizei im Kreis nur elf Verstöße feststellen müssen, „mit deutlich abnehmender Tendenz“. Die Reaktionen der Bürger auf eine Ansprache der Polizei zum Coronavirus seien positiv. Besonders würdigte Becker auch die Zusammenarbeit mit den Stadt- und Gemeindeverwaltungen als zuständige Ortspolizeibehörden.

ELB Schauder: Maßnahmen der Landesregierung „gut und richtig“ 

Erster Landesbeamter Christoph Schauder leitet den Arbeitsstab Corona im Landratsamt. Er bezeichnete die Maßnahmen der Landesregierung als „gut und richtig“, trotz der damit verbundenen Eingriffe in die Grundrechte eines jeden einzelnen. Aufgrund der ausgewogenen Vorgaben des Landes und des besonnenen Umgangs der Bevölkerung damit gebe es derzeit auch keinen Anlass für weitergehende Maßnahmen wie eine Ausgangssperre.



Original Quelle : main-tauber-kreis.de

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