Main-Tauber-Kreis : Landwirte lernen innovative Höfe und Firmen kennen

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Erste Station war die Firma Roto Frank AG in Bad Mergentheim, die Wohndachfenster sowie Rollos produziert und Drehkipp-Beschlagsysteme für Fenster und Fenstertüren anbietet. Seit mehreren Jahren vertreibt die Firma Roto ihre Produkte nur noch über den Fachhandel. Besonders beeindruckt waren die Teilnehmer von dem umfangreichen Schulungskonzept: am Firmensitz, dem „Roto Campus“, finden laufend Schulungen für Geschäftspartner und die eigenen Mitarbeiter statt. So kann das Unternehmen seine hohen Qualitätsstandards weitergeben und sich von der Konkurrenz abheben.

Beim Landwirtschaftsbetrieb Thomas Landwehr in Harthausen wurde der neue, als Teilaussiedlung errichtete Bullenmaststall besichtigt. Die Familie verfolgte damit das Ziel, die innerorts gelegene und sanierungsbedürftige Milchviehhaltung aufzugeben, jedoch weiterhin mit Rindern zu arbeiten – gemäß dem Motto: „Mach was dir Spaß macht! Reich wird man allerdings nicht davon“ – und gleichzeitig den Betrieb für die nächste Generation zu erhalten.

Beim Bau wurden zugunsten des Tierwohls hohe Anforderungen realisiert. Aus der Beobachtung der Tiere in den vergangenen Monaten konnte der Betriebsleiter bereits bestätigen, dass sich beispielsweise das höhere Platzangebot positiv auswirkt. Wie in vielen anderen Betrieben auch hat die lange Trockenheit diesen Sommer dazu geführt, dass der Betrieb Landwehr im Vergleich zum letzten Jahr auf seinen Flächen 30 Prozent weniger Maissilage ernten konnte und deshalb von anderen Betrieben Futter für den Winter zukaufen musste.

Der landwirtschaftliche Betrieb Baureis in Schrozberg-Standorf hat vor wenigen Monaten einen neuen, besonders tiergerechten Mastschweinestall in Betrieb genommen, der durch das Programm der „Europäischen Innovationspartnerschaften“ (EIP) unterstützt wurde. Bei diesen werden im direkten Zusammenwirken verschiedener Forschungseinrichtungen und Praktiker innovative Ideen entwickelt, getestet und in der anschließenden Begleitforschung auf allgemeine Praxistauglichkeit hin untersucht.

Die Fahrtteilnehmer konnten so beobachten, wie der Außenklimastall mit Hilfe eines Strohroboters mit Stroh eingestreut wird. Bis zu fünf Mal fährt der Roboter am Nachmittag während der Hauptaktivitätsphase der Schweine über die Stallbuchten hinweg und verteilt frisches Stroh, was den Tieren immer wieder einen Anreiz zur Beschäftigung bietet. Mehrere Klimazonen für die Tiere, Kot-/Harn-Trennung (um Ammoniakemissionen zu reduzieren) oder eine Suhle, in der sich die Schweine abkühlen können, sind weitere Innovationen.

Ein Highlight für Besucher ist der von außen zugängliche Besucherraum oberhalb des Stalls. Dort hat man die Möglichkeit, durch eine große Glasfront ausgiebig die Tiere zu beobachten, ohne sie zu stören. Auf diese Weise kann die Tierhaltung den Verbrauchern wieder näher gebracht und gezeigt werden, wie moderne Landwirtschaft in Baden-Württemberg funktioniert.

Letzte Station der Fahrt war die Schrozberger Molkerei. Die Molkereigenossenschaft hat bundesweit einen hervorragenden Ruf, verarbeitet sie doch sowohl konventionell produzierte wie auch nach Demeter-Richtlinien erzeugte Milch. Bereits seit 1974, also seit mehr als 40 Jahren, wird letztere separat verarbeitet. Heute bietet die Molkerei das größte Demeter-Sortiment auf dem Markt von Frischmilch über Naturjogurt bis Fruchtkefir an. Die konventionelle Milch wird häufig zu Spezialprodukten wie türkischer Joghurt oder Flammkuchencreme verarbeitet.

Laufend wird an der Entwicklung neuer Produkte geforscht und werden Marktchancen aufgegriffen. Dabei kommt fortschrittliche Technik zum Einsatz, so zum Beispiel bei der Abfüllung und Verpackung mit Robotern. Glasverpackungen und Mehrwegsystem sind wieder sehr gefragt: Wurden vor zehn Jahren circa acht Millionen Einheiten in Glas gefüllt, sind es heute schon circa 18 Millionen Einheiten.

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