Main-Tauber-Kreis : MHZ Hachtel setzt auf Individualität und Nachhaltigkeit

Betriebsrundgang im Unternehmen MHZ Hachtel Quelle : main-tauber-kreis.de

Wirtschaftsdezernent Jochen Müssig, Wirtschaftsförderer Rico Neubert sowie Bürgermeister Rüdiger Zibold wurde die Gelegenheit eingeräumt, das Unternehmen mit all seinen Facetten kennen zu lernen. Geschäftsführer und Gesellschafter Jochen Hachtel erläuterte es gemeinsam mit dem Bereichsleiter für Entwicklung und Komponentenfertigung, Dieter Böhm. MHZ Hachtel gliedert sich in die Bereiche Dekoration, Sonnenschutz, Insektenschutz und Kunststofftechnik.

Mit Stolz berichtete Geschäftsführer Jochen Hachtel über den Werdegang des Unternehmens, das sein Vater 1930 in Musberg bei Stuttgart gegründet hatte. Das erste Produkt war die bundesweit bekannte Holzvorhangschiene. Mitte der 1950er Jahre entwickelte der Betriebsgründer die Kunststoffinnenlaufschiene, die noch heute in Niederstetten produziert wird. Selbstverständlich hat sich in der Zwischenzeit die Produktpalette erheblich erweitert. So berichten Jochen Hachtel und Dieter Böhm, dass entsprechend der Firmenphilosophie auf Kundenwünsche hin maßgeschneidert produziert wird. Dies betrifft sowohl den innenliegenden Sonnenschutz als auch die Außenmarkisen. Die MHZ-Erzeugnisse sind variabel hinsichtlich Größe, Farbe, der Stoffe und der Materialien. Stichworte wie Raffrollos, Jalousien und Plisseevorhänge untermauern dies.

„Wir setzen absolut auf Individualität, Kundenservice und Nachhaltigkeit“, sagte Geschäftsführer Jochen Hachtel. Zudem haben Kunden noch viele Jahre nach dem Kauf die Möglichkeit verschlissene Sonnenrollos instand setzen zu lassen. Dies kommt aber kaum vor, denn bei MHZ wird absolut auf Qualität geachtet. Kein Produkt verlässt das Haus ohne bestandene Belastungstests. Hierbei werden insbesondere Sicherheitsvorgaben berücksichtigt.

Um weiterhin Wachstum zu generieren, werden gegenwärtig neue Märkte erschlossen, beispielsweise Spanien und Frankreich. „Jeder Markt hat hierbei seine Besonderheiten“, erklärte Dieter Böhm. So ist beispielsweise in Frankreich innenliegender Sonnenschutz nur mit Kurbeltechnik vorstellbar. Dies ist in Deutschland, wo Kunststoffperlenzügen bevorzugt werden, ganz anders.

Um nah am Kunden zu sein, hat das Unternehmen ein ausgefeiltes Vertriebssystem aufgebaut. So gibt es neben den sechs nationalen Produktionsstandorten in Musberg, Niederstetten, Riegel bei Freiburg, Kirchheim/Teck und Stetten bei Heilbronn auch einen Produktionsstandort in Kraslice in Tschechien. Die produzierte Ware wird an acht Lieferstützpunkte in ganz Deutschland verteilt. Von dort gelangen die Produkte an die Fachhändler, die das Produkt dem Endkunden verkaufen. Für die Vertriebskette setzt das Unternehmen eigene Fahrer und Fahrzeuge ein.

Neben den Produkten für die Innen- und Außenbeschattung nimmt der Insektenschutz in der Produktion eine bedeutende Rolle inne. Auch hier wird auf Individualität und nachhaltige Qualität geachtet. Vielfältig sind wiederum die Produktvarianten, die in Niederstetten nach Kaufwunsch hergestellt werden. Das dritte Standbein bilden der Spritzguss und die Extrusion. Bei der Extrusion werden formbare Massen unter Druck aus einer formenden Öffnung herausgepresst. So fertigt das Unternehmen auch Werkzeuge für andere Unternehmen und in der Extrusion Kunststoffschienen und Kunststoffprofile. Im der Kunststofftechnik ist man zudem nach ISO 9001 zertifiziert.

Um am Markt weiterhin erfolgreich zu sein, wird für alle Produktbereiche die Nähe zum Kunden gesucht. Deshalb beschäftigt MHZ Hachtel 85 Fachberater und zehn Projektberater, die überwiegend Architekten und Bautechniker im Außensonnenschutz beraten. Hinzu kommen 80 Mitarbeiter im zentralen Kundencenter. Im Kundencenter gehen die Bestellungen der Raumausstatter ein. Im Jahr sind rund 300.000 Bestellungen und Anrufe zu bearbeiten.

Das Unternehmen erreichte im vergangenen Jahr konzernweit einen Umsatz von 143 Millionen Euro und weist eine Exportquote von 40 Prozent aus. Ein weiteres Standbein ist das Tochterunternehmen CM. Dort werden Rauch- und Brandschutzschürzen oder Brandschutzrollos entwickelt. Im Vergleich zum bisherigen Brandschutz ist das wesentlich kostengünstiger und auch für Gebäude im öffentlichen Bereich von großem Interesse.

Im Abschlussgespräch informierte Dezernent Müssig über weitere Aufgaben der Wirtschaftsförderung. So erwähnte er die Bemühungen, junge Menschen in der Region zu halten. Regelmäßig finden deshalb in den Beruflichen Schulen Struktur- und Standortgespräche statt. „Die Jugendlichen sollen wissen, welche tollen Unternehmen und berufliche Karrierechancen innerhalb unseres Landkreises bestehen“, sagte Müssig. Ebenso erwähnte er die Ausbildungsbotschafter und das große Potenzial der Einpendler, die bei einem entsprechenden Wohnraumangebot gerne ihrem Arbeitsplatz folgen würden.

Abschließend wiesen die Vertreter des Unternehmens auf die beachtliche Ausbildungsquote hin. Die Ausbildung wird als entscheidender Weg gesehen, um auch künftig ausreichend Facharbeitskräfte gewinnen zu können. „Wir haben eine geringe Fluktuation und ein gutes Miteinander“, erklärte Geschäftsführer Jochen Hachtel. Er erinnerte auch daran, dass hinsichtlich der Arbeitnehmergewinnung der Zuzug von ehemaligen Russlanddeutschen und Menschen mit Migrationshintergrund segensreich war.

Informationen zum Unternehmen MHZ Hachtel gibt es unter www.mhz.de, Informationen zum Wirtschaftsstandort Main-Tauber-Kreis beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis – Wirtschaftsförderung – Gartenstraße 1, 97941 Tauberbischofsheim, Telefon 09341/82-5809, E-Mail wirtschaftsfoerderung@main-tauber-kreis.de, oder im Internet unter www.main-tauber-kreis.de/wirtschaft.

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