Main-Tauber-Kreis : Präsident Prof. Dr. Gerald Maier zu Gast beim Archivverbund Main-Tauber

Im Gespräch über den Archivverbund Main-Tauber im Kloster Bronnbach.Quelle : Main-Tauber-Kreis .de

Der Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg, Prof. Dr. Gerald Maier, war kürzlich im Archivverbund Main-Tauber zu Gast. Der Verbund besteht aus dem Staatsarchiv Wertheim, dem Archiv des Main-Tauber-Kreises und den Archiven der Städte und Gemeinden Wertheim, Assamstadt, Freudenberg, Külsheim und Werbach. Das Gespräch mit der Leiterin des Archivverbundes, Dr. Monika Schaupp, und Landrat Reinhard Frank drehte sich um die Modellhaftigkeit der Archivverbund-Lösung, die Zukunft des Archivwesens und die jüngst erfolgte Magazinerweiterung in Bronnbach.

Gerald Maier erläuterte, dass das Landesarchiv in acht Standortkommunen in Baden-Württemberg vertreten ist. Am Hauptsitz in Stuttgart ist die Behörde auf mehrere Gebäude verteilt. Darüber hinaus wird zum Beispiel auch eine große, ehemalige Arsenalkaserne in Ludwigsburg genutzt.

Die Kombination von Staats-, Kreis- und Gemeindearchiv unter einem Dach, wie sie in Bronnbach geschaffen wurde, bezeichnete Maier als „ideale Konstellation eines Kompetenzzentrums“. Es sei bundesweit Vorreiter gewesen und habe andernorts Modell für ähnliche Lösungen gestanden. Der Archivverbund sei zudem ein „regionaler Player, der in der Raumschaft sehr gut ankommt“. Besonders würdigte er die „sehr gute Öffentlichkeitsarbeit“ der Archivverbunds-Leiterin Dr. Monika Schaupp.

Die Digitalisierung mache derzeit die Nutzung und neue Schaffung von Archivräumen nicht überflüssig. „Vielmehr besteht ein großer Bedarf, weil viele Behörden ihre Unterlagen an das Landesarchiv abgeben möchten.“ Erst in zehn bis 20 Jahren würden für neu anfallendes Archivgut nur noch digitale Magazine erforderlich sein. „Dies liegt daran, dass die Dinge in ihrer originären Form archiviert werden“, erläuterte Maier. „In Papierform vorliegende Dokumente werden also nicht digitalisiert, und elektronische Akten verbleiben künftig in dieser Form.“ Das Landesarchiv habe sich früh intensiv um Konzepte für die Archivierung digitaler Unterlagen gekümmert. Davon profitierten auch die beiden kommunalen Partner im Archivverbund, der als Ganzes eine Abteilung des Landesarchivs sei. Derzeit sei das Landesarchiv auf „beiden Baustellen unterwegs“. Unabhängig von der Form, ob Papier oder digital, bleibe es die Aufgabe der Archivare, Akten zu bewerten und Wichtiges als rechtsicherndes Dokument oder als Kulturgut für die Ewigkeit aufzubewahren.

Besonders gewürdigt wurde durch den Präsidenten die kürzlich erfolgte Erweiterung der Magazinflächen in Bronnbach um 3,5 Kilometer laufende Regalmeter. „Es ist ein besonderer Lichtblick, dass ein Landkreis dies finanziell stemmt“, erklärte er. Landrat Frank wies darauf hin, dass die beteiligten Gemeinden jeweils ihren Obulus geleistet haben. Vorher hatte Archivleiterin Dr. Schaupp bei den Kreis-, Stadt- und Gemeinderäten für das Projekt geworben.

Landrat Frank berichtete insgesamt von einer äußerst positiven Entwicklung der Klosteranlage Bronnbach. Als Beispiele nannte er die Sanierung des barocken Abteigartens, die im vergangenen Jahr fertig gestellt wurde, sowie ganz aktuell die Verpachtung des gastronomischen Bereichs an die Familie Andreas Gravius und Nicole Muckenhuber.

Original Quelle : main-tauber-kreis.de

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