Main-Tauber-Kreis : Sonderführungen zum Wirken der Zisterzienser in und um Kloster Bronnbach

Die Klosterlandschaft steht bei den Sonderführungen im Juli im Fokus Quelle : Main-Tauber-Kreis.de

Die Sonderführung „Vom Beten und Arbeiten der Klosterbrüder“ findet am Dienstag, 10. Juli, um 18 Uhr unter der Leitung von Kurt Lindner im Kloster Bronnbach statt. Auf einem eineinhalbstündigen Rundgang durch den Kreuzgang, die Kirche, den Dachstuhl, den Klosterhof und den Abteigarten erhalten die Teilnehmer einen Einblick in das Leben, den Glauben und die Baukunst der Mönche. Der Alltag der Mönche und Laienbrüder im eigenen Klosterhof mit Mühle und Viehstallungen wird vorstellbar. Der Abteigarten wird, wie einst für die Mönche, als Ort der Muse und der Erbauung erfahrbar.

Die Zisterzienser glaubten, der Weg zu Gott führt nur über das Gebet und harte Arbeit. Sie wollten sich durch ihrer eigenen Hände Arbeit ernähren, vor allem durch Ackerbau und Viehzucht. Handarbeit wurde als Teil der Askese gerechtfertigt. Für die meist adeligen Chormönche musste die Arbeit eine besondere Herausforderung gewesen sein. Arbeiten auf dem Feld oder im Baubetrieb, im Garten, in der Küche oder in der Schreibstube gehörten zum Klosteralltag. Das „Ora et labora“ bedeutete neben einem gottgeweihten Leben auch die Verpflichtung zum praktischen Handeln.

Auf den Spuren der Zisterzienser wandeln können Interessierte auf der geführten Rundwanderung mit Kurt Lindner am Dienstag, 17. Juli, um 18 Uhr. Der Rundgang im stimmungsvollen Licht des Sommerabends in der ehemaligen Klostergemarkung zeigt eindrucksvoll den großen Einfluss, den die „grauen Mönche“ auf die Kulturlandschaft nahmen. Noch heute weisen Feldflure, Weinberge, Hofanlagen und Wasserläufe auf die große Schaffenskraft der Mönche hin, deren prägende Gestaltung der Umgebung noch immer den Stempel aufdrückt. Auf dem etwa drei Kilometer langen Weg werden echte Zeitzeugen klösterlichen Wirkens besucht. Die alte Brücke am Fischergraben, ein künstlicher Staudamm, der umgeleitete Klosterbach und der Mühlkanal im Tal sind ein paar dieser herausragenden technologischen Meisterleistungen der „Gärtner Gottes“ wie die Bronnbacher Zisterzienser auch genannt wurden. Sie haben die Landschaft im Taubertal nachhaltig und bis heute verändert.

Die Führung dauert rund zwei Stunden. Festes Schuhwerk und gegebenenfalls ein Regenschutz sind erforderlich.

Eine besondere Stimmung lässt sich bei der Abendführung am Freitag, 20. Juli, um 19 Uhr im Kloster Bronnbach erleben. Abends herrscht im Kloster Bronnbach eine ganz besondere Atmosphäre. In den letzten Sonnenstrahlen wird die Ruhe und Zurückgezogenheit, nach der die Zisterziensermönche suchten, ganz besonders erfahrbar und macht die Führung zu einem außergewöhnlichen Erlebnis.

Im Anschluss an die Tour durch die Klosteranlage findet ein 15-minütiges Orgelkonzert auf der historischen Schlimbachorgel statt und beschließt einen besinnlichen Abend im Kloster Bronnbach.

Eine Sonderführung zum Thema „Ein Tag im Leben eines mittelalterlichen Zisterziensermön-ches“ findet am Sonntag, 29. Juli, von 15 bis 16:30 Uhr im Kloster Bronnbach statt. Die Führung wird von Barbara Ernst-Hofmann M.A. geleitet.

Im 12. Jahrhundert bewog die leidenschaftliche Suche nach Gott außergewöhnlich viele Männer dazu, ihre Heimat und ihre Familien zu verlassen, um sich für immer hinter Kloster-mauern zurückzuziehen. Dort lebten die Mönche in einer eigenen, abgegrenzten Welt nach strengen Regeln unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Führung befasst sich mit der Frage, wie das Leben in der Klausur organisiert war und unter welchen Bedingungen die Mönche lebten.

Als Leitfaden dieser Führung durch die hochmittelalterliche Klausur dient ein so genanntes Gebräuchebuch des Zisterzienserordens aus dem 12. Jahrhundert, das dem Teilnehmer den Alltag der Mönche direkt vor Augen führt. Es kommen jedoch auch andere Autoren zu Wort: Benedikt von Nursia, Johannes Cassian und Bernhard von Clairvaux. Mit Hilfe dieser Texte wird versucht, Funktion und Bedeutung verschiedener Räume und Andachtsbilder sowie die eine oder andere Kapitellskulptur zu erschließen. Hörbeispiele aus dem Zisterzienserchoral runden die Führung ab. Auf diese Weise gelingt es, eine Vorstellung vom Leben der Mönche zu bekommen, die vor 800 Jahren hier im Taubertal siedelten.

Eine Anmeldung ist für alle Sonderführungen obligatorisch und wird unter der Telefonnummer 09342/935 20 20 20 oder per E-Mail an info@kloster-bronnbach.de entgegen genommen. Die Teilnahmegebühr beträgt jeweils zehn Euro. Der Treffpunkt zur Führung ist am Klosterladen.

Original Quelle : main-tauber-kreis.de

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