Main-Tauber-Kreis : Sonderführungen zur Geschichte des Klosters Bronnbach

Interessante Führungen im Kloster Bronnbach Quelle : Main-Tauber-Kreis.de

Die Zisterzienser glaubten, der Weg zu Gott führt nur über das Gebet und harte Arbeit. Sie wollten sich durch ihrer eigenen Hände Arbeit ernähren, vor allem durch Ackerbau und Viehzucht. Handarbeit wurde als Teil der Askese gerechtfertigt. Für die meist adeligen Chormönche musste die Arbeit eine besondere Herausforderung gewesen sein. Arbeiten auf dem Feld oder im Baubetrieb, im Garten, in der Küche oder in der Schreibstube gehörten zum Klosteralltag. Das „Ora et labora“ bedeutete neben einem gottgeweihten Leben auch die Verpflichtung zum praktischen Handeln. Und auch in späterer Zeit prägte die Lebensauffassung der Mönche den Bronnbacher Alltag.

Die Sonderführung „Vom Beten und Arbeiten der Klosterbrüder“ findet am Dienstag, 11. September, um 18 Uhr unter der Leitung von Kurt Lindner im Kloster Bronnbach statt. Auf einem eineinhalbstündigen Rundgang durch den Kreuzgang, die Kirche, den Dachstuhl, den Klosterhof und den Abteigarten erhalten die Teilnehmer einen Einblick in das Leben, den Glauben und die Baukunst der Mönche. Der Alltag der Mönche und Laienbrüder im eigenen Klosterhof mit Mühle und Viehstallungen wird vorstellbar. Der Abteigarten wird, wie einst für die Mönche, als Ort der Muse und der Erbauung erfahrbar.

Auf den Spuren der Zisterzienser die Klosterlandschaft Bronnbach erwandern können Interessierte auf der geführten Rundwanderung mit Kurt Lindner am Freitag, 14. September, um 17 Uhr. Der Rundgang im stimmungsvollen Licht des Spätsommerabends in der ehemaligen Klostergemarkung zeigt eindrucksvoll den großen Einfluss, den die „grauen Mönche“ auf die Kulturlandschaft nahmen. Noch heute weisen Feldflure, Weinberge, Hofanlagen und Wasserläufe auf die große Schaffenskraft der Mönche hin, deren prägende Gestaltung der Umgebung noch immer den Stempel aufdrückt. Auf dem etwa drei Kilometer langen Weg werden echte Zeitzeugen klösterlichen Wirkens besucht. Die alte Brücke am Fischergraben, ein künstlicher Staudamm, der umgeleitete Klosterbach und der Mühlkanal im Tal sind ein paar dieser herausragenden technologischen Meisterleistungen der „Gärtner Gottes“, wie die Bronnbacher Zisterzienser auch genannt wurden. Sie haben die Landschaft im Taubertal nachhaltig und bis heute verändert.

Die Führung dauert rund zwei Stunden. Festes Schuhwerk und gegebenenfalls ein Regenschutz sind erforderlich.

Ganz neu im Programm der Bronnbacher Kultouren ist die Führung „Verschlossene Türen – Vergessene Winkel – Unbekanntes Bronnbach“ mit Annemarie Heußlein. Diese Sonderführung am Donnerstag, 20. September, um 17 Uhr erlaubt Einblick in sonst unzugängliche Bereiche des Kloster Bronnbach. Fast vergessene Ecken und Winkel wie alte Privatwohnungen im Bursariat oder das fürstliche Kinderzimmer werden nur für diese Führung zugänglich gemacht.

Unterhaltsam werden Anekdoten und Erinnerungen aus der Zeit der 50er und 60er Jahre von einer Augenzeugin und gebürtigen Bronnbacherin präsentiert. Ob hochadlige Besuche, Fürstenhochzeit in der Klosterkirche oder Tanzabende im Klosterhof – Annemarie Heußlein berichtet von Alltäglichem und Besonderen, von Festlichkeiten und dem Alltag der über 600 Bewohner in dem ehemaligen Klosterkomplex nach dem Zweiten Weltkrieg. Wie ließ es sich leben an einem Ort, der gemäß der Regel des Heiligen Bernhards „einsam, unwirtlich, abgelegen und wasserreich“ war?

Eine Sonderführung zur jüngsten Geschichte des Klosters Bronnbach mit Landrat a.D. Georg Denzer findet am Dienstag, 25. September, in der früheren Zisterzienserabtei statt. Treffpunkt ist um 17 Uhr vor dem Klosterladen am Haupteingang.

Der Main-Tauber-Kreis hat die Liegenschaft Kloster Bronnbach im Jahr 1986 gekauft. Der ehemalige Landrat des Main-Tauber-Kreises wird bei dieser Führung besonders auf die Anfänge des Klostererwerbs eingehen und die Pionierzeit in den 1990er Jahren mit einigen Anekdoten würzen. Außerdem wird Georg Denzer als „Originalquelle“ die Chancen, aber auch manche Schwierigkeiten der Entwicklung aus einer durchaus persönlichen Sicht erläutern.

Pro Führung fällt eine Teilnahmegebühr von zehn Euro pro Person an. Eine vorherige Anmeldung beim Kloster Bronnbach unter der Telefonnummer 0 93 42/ 935 20 20 01 oder per E-Mail an info@kloster-bronnbach.de ist erforderlich. Treffpunkt ist stets der Klosterladen.

Original Quelle : main-tauber-kreis.de

Bildergalerie Baustelle Vollsperrung der Wertheimer Tauberbrücke