Main-Tauber-Kreis : Sprachkurse für Geflüchtete mit und ohne Kinderbetreuung abgeschlossen

Sprachkurse für Geflüchtete mit Kinderbetreuung wurden angeboten. Quelle : Main-Tauber-Kreis.de

Deshalb werden vom Integrations- und Flüchtlingsbeauftragten des Main-Tauber-Kreises verschiedene Sprachkurse nach der Verwaltungsvorschrift „Deutsch für Flüchtlinge“ organisiert und umgesetzt. Dabei handelt es sich um ein Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg, das die Angebote des Bundes für bestimmte Zielgruppen ergänzt.

Aktuell enden zwei dieser Sprachkurse in Bad Mergentheim, durchgeführt vom Freundeskreis Asyl Karlsruhe e.V. als Träger. Teilnahmeberechtigt sind Geflüchtete und Migranten, die derzeit rechtlich und faktisch keinen Zugang zu den regulären Integrationskursen haben, also beispielsweise aufgrund ihres Herkunftslandes oder derzeitigen Aufenthaltsstatus keine Bundesförderung für eine Teilnahme an einem Integrationskurs erhalten oder lange Wartezeiten auf einen Integrationskurs überbrücken müssen.

Gerade Frauen mit kleinen Kindern, die noch keinen Betreuungsplatz für ihre Kinder haben, ist es fast unmöglich, Sprachkurse zu besuchen. Oft bleiben die Mütter lange ohne die dringend notwendigen Sprachkenntnisse. Auch für die Kinder ist es wichtig, dass zu Hause deutsch gesprochen wird, um einheimische Freunde im Kindergarten zu finden oder auch um später einen guten Start in der Schule zu haben. Hier werden also schon Weichen für die schulische Zukunft gestellt.

Durch die Unterstützung des Integrationsnetzwerkes Hohenlohe-Main-Tauber konnte aktuell der zweite Kurs mit Kinderbetreuung angeboten werden. Die Besonderheit daran ist, dass dieser Kurs mit einer zertifizierten Prüfung endet. Die Ergebnisse können den Teilnehmenden wichtige Türen der Integration in die Gesellschaft und der Arbeitswelt öffnen. Angestrebt ist ein Sprachniveau von A 1. Insgesamt nehmen 18 Geflüchtete teil.

Die zehn Kinder im Alter von wenigen Monaten bis vier Jahren werden von einem sehr engagierten Team betreut. Die Betreuungskräfte Christine Klingert, Saskia Karner und Melanie Scheuermann beweisen durch ihren Einsatz ihre Fähigkeiten in der Kinderbetreuung. Jeden Tag zeigen sie sowohl interkulturelle Kompetenzen als auch eine hohe Belastbarkeit. Interessant ist für sie alle die Erfahrung, dass in den verschiedenen Kulturkreisen die Kindererziehung höchst unterschiedlich gehandhabt wird.

Isa Weber, Dozentin des Kurses, gelingt es immer wieder, durch ihre motivierende und unterstützende Art die Teilnehmenden vorwärts zu bringen und weitere Schritte zu gehen. Viele der Frauen haben in ihrem Heimatland noch nie eine Schule besucht. Viele kommen aus sehr schwierigen Lebensverhältnissen und haben nun erstmals die Chance, überhaupt zu lernen. Dadurch erarbeiten sie sich eine gewisse Selbständigkeit und eine erste Chance auf dem Arbeitsmarkt, denn arbeiten möchten alle gerne. Zusätzlich zur Spracherweiterung lernen die Teilnehmer so genannte Soft Skills wie Pünktlichkeit und Rücksichtnahme. Da Prüfungen in Deutschland strengen Regeln unterliegen, erleben sie, welche Anforderungen hier zu Lande an das Bestehen einer Prüfung gestellt werden und wie wichtig die Einhaltung dieser Regelungen ist.

Vor besondere Herausforderungen wurde der Integrations- und Flüchtlingsbeauftragte Michael Mohr bei der Organisation der Kinderbetreuung durch die Anforderungen an die Betreuungsräume und deren Ausstattung gestellt.

Mit der VOP gemeinnützige Gesellschaft für offene Psychiatrie im Main-Tauber-Kreis mbH und der Liebenzeller Gemeinschaft stehen zwei zuverlässige Kooperationspartner zur Verfügung; dabei war die Liebenzeller Gemeinschaft schon mehrfach Gastgeber von Deutschkursen. Auch der Arbeitskreis Asyl Bad Mergentheim steht immer unterstützend zur Seite.

Insbesondere die Sicherstellung der Kinderbetreuung forderte Teamarbeit. Unterstützt wurde sie auch mit der Ausstattung durch den Caritas-Secondhandverkauf „Kommode“, die Möbel Schott GmbH Tauberbischofsheim, die Firma Wegert Raumausstattung und Teppiche Lauda-Königshofen sowie durch privaten Spenden.

Leichter zu organisieren, jedoch nicht minder anstrengend für die Teilnehmenden ist ein weiterer Kurs mit dem höheren Sprachziel B 1. Dieser findet zeitgleich in der Gemeinschaftsunterkunft Löffelstelzer Straße in Bad Mergentheim statt. Der Dozent Martin Onsmann bereitet hier die 13 Kursteilnehmer auf eine anerkannte B1-Prüfung vor. Kompetent und emphatisch schafft er es in seinen Kursen immer wieder, die Teilnehmer zu Höchstleistungen anzuspornen und sehr gute Ergebnisse zu erzielen.

Die Umsetzung der Kurse erfordert immer wieder starke Kooperationsbereitschaft und Unterstützung von allen Seiten, wie beispielsweise auch von der Sozialbetreuung der Gemeinschaftsunterkunft und den Integrationsmanagern des Landkreises unter der Leitung von Sozialpädagogin Sylvia Karner. Ende Juli 2019 finden nun die Prüfungen statt. Alle an der Umsetzung Beteiligten drücken den Prüflingen die Daumen.

Die Stelle des Integrations- und Flüchtlingsbeauftragten wird aus Mitteln des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg gefördert. Das Projekt „Integrationsnetzwerk Hohenlohe-Main-Tauber“ wird im Rahmen der ESF-Integrationsrichtlinie Bund „Integration von Asylbewerberinnen, Asylbewerbern und Flüchtlingen (IvAF)“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

Original Quelle : main-tauber-kreis.de

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