Main-Tauber-Kreis : Sven Plöger – Klimawandel und Gegenmaßnahmen in der Region

Klimagipfel Vortrag Sven Plöger Quelle : Main-Tauber-Kreis.de

Landrat Reinhard Frank wies auf die Verantwortung der Menschen für ihren Planeten hin. „Klimaschutz ist keine Kür, sondern gehört ins Pflichtenheft der kommunalen Daseinsvorsorge“, zog er Resümee zur Entscheidung des Kreistages für ein Klimaschutzkonzept auf Kreisebene und die bisherigen Arbeitsschritte zu diesem Thema.

Umweltminister Franz Untersteller, mittlerweile seit sieben Jahren im Amt, verwies ebenfalls auf die Notwendigkeit von Treibhausgasminimierung und Energiewende. Er stellte die Ziele auf Bundes- und Landesebene vor und sparte dabei auch nicht mit Kritik an den unkonkreten Bekenntnissen in Sachen Klimaschutz im aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung.

Zentrale Aussage, die die Bürger des Kreises mitnahmen, war seine Überzeugung, dass sich die Energieversorgung weiter dezentralisieren und der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Erzeugung weiter deutlich steigen wird. Er verwies in diesem Zusammenhang auch darauf, dass der ländliche Raum in der Zukunft eine gewichtige Rolle als Energieversorger für die Ballungsräume einnehmen wird.

Der aus dem TV bundesweit bekannte Wettermoderator und Klimaexperte Sven Plöger nahm die Vorlage des Landrats zur Verantwortung jedes Einzelnen gerne auf und verwies darauf, dass die Menschheit derzeit das 1,6-fache der Ressourcen pro Jahr verbraucht, die der Planet langfristig zur Verfügung stellen kann. Tendenz steigend. In den Industrienationen ist der Faktor sogar noch deutlich höher. Allein schon aus Gründen der Fairness gegenüber benachteiligten Völkern und nachfolgenden Generationen besteht hier das Gebot, zu agieren, solange es noch möglich ist, und nicht erst dann zu reagieren, wenn sich keine anderen Optionen mehr bieten.

In verständlicher und kurzweiliger Art und Weise gelang es ihm, die Zuhörer zu fesseln und in die Geheimnisse von Wetter und Klima einzuführen. Großen Raum nahmen hier die Veränderungen der Vergangenheit und die Prognosen für die Zukunft ein. Die Erklärungen für Extremwetterereignisse in der Region, deren Häufung zu befürchten ist, war ebenso Thema des Vortrages wie diverse klare Ansagen an Klimaskeptiker und Klimaleugner. Plöger wies darauf hin, dass man sich besser auf die bedenklichen Aussagen von 97 Prozent der Forscher und Wissenschaftler verlassen sollte als auf die drei Prozent, die den Einfluss des menschengemachten CO²-Ausstoßes auf den Klimawandel bezweifeln, auch wenn diese Verlässlichkeit die unbequemere Lösung darstellt.

Im zweiten Teil der Veranstaltung stellten zunächst Schüler der Klassen 9c/d der Kopernikus-Realschule Bad Mergentheim ihr Klima-Projekt vor: die Erstellung eines Klimapfades im Kurpark, der auf mehreren Schautafeln die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels auf die Region darstellt und den Betrachter somit informieren und sensibilisieren soll. Für Sponsoren ist man im Hinblick auf das Vorhaben natürlich dankbar.

Sandra Lanig und Thomas Pöhlker von den beauftragten Büros Klärle und energielenker stellten im Anschluss Inhalte und Ergebnisse des Klimaschutzkonzeptes vor, das in den vergangenen zwölf Monaten entwickelt wurde. In einer umfangreichen Bestandsaufnahme sowie in Workshops mit interessierten Bürgern und Fachpersonen und in manchem Experteninterview wurden Eindrücke und Ideen gesammelt. Ein Lenkungsgremium bewertet die Ausarbeitungen und fügte es zu einem Konzept mit Zielen und Maßnahmenvorschlägen zusammen.

Die Potenziale und Maßnahmen wurden hierbei immer in der Referenz zu einem „Trendszenario“ (einfach so weitermachen wie bisher) und einem „Klimaschutzszenario“ (überdurchschnittliche Anstrengungen im Hinblick auf CO²-Einsparung) betrachtet. Letztendlich zeigte sich, dass das Potenzial zur Treibhausgasminderung im Kreis immens ist. Die Umsetzung der entwickelten Maßnahmen und die Mitwirkung von Kreisverwaltung, Kommunen, Akteuren und Bürgern wird darüber entscheiden, ob die Ziele zur Erreichung des Klimaschutzszenarios erreicht werden können.

Zum Abschluss der Veranstaltung stellte Prof. Dr. Martina Klärle ihre Vision der Erneuerbaren Energieerzeugung und der nachhaltigen Mobilität im Kreis in der nahen Zukunft vor. Nach ihrer Überzeugung könnte der Main-Tauber-Kreis eine Vorreiterrolle in Land und Bund übernehmen. Sie ging diesbezüglich auf diverse Potenziale und Möglichkeiten auch näher ein. Letztendlich hängt auch nach ihrer Einschätzung die weitere Entwicklung von der Verantwortung und Mitwirkung aller Bürger, Unternehmen und Kommunen des Kreises ab.

Um diese Verantwortung zu verdeutlichen und unter dem Motto „Mein erster Schritt zur CO²-Einsparung“ erhielt zum Abschluss der Veranstaltung jeder Teilnehmer einen Pflänzling einer einheimischen Baumart, die das Forstamt des Kreises zur Verfügung stellte. Mit dem symbolträchtigen Titel „Heal the world“ von Michael Jackson, auf dem Saxophon vorgetragen, hatte Frank Mittnacht die Veranstaltung eingeleitet.

Original Quelle : main-tauber-kreis.de

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