Main-Tauber-Kreis : Welttag für seelische Gesundheit am 10. Oktober

StockSnap / Pixabay

Den Aktionstag 2018 hat die WFMH unter das Motto „Junge Menschen und psychische Gesundheit in einer sich verändernden Welt“ gestellt. Sie legt damit den Fokus auf die seelische Gesundheit der jungen Generation und die erhöhten Risiken für ein psychisch gesundes Erwachsenwerden. In einer sich schnell entwickelnden Welt fühlen sich viele heranwachsende Menschen isoliert, alleine und unsicher, weil Anforderungen und Belastungen steigen, individuelle Perspektiven aber immer unklarer zu werden scheinen. In der Tat stellt das immer häufigere Auftauchen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit schweren psychischen oder Verhaltensstörungen das Hilfesystem auch in Deutschland vor einige neue Herausforderungen.

Gleichzeitig ist mit der Fokussierung auf die Bedeutung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen für eine psychisch gesunde individuelle Entwicklung auch das Thema Prävention angesprochen. Die WFMH möchte mit der Kampagne über die Probleme junger Menschen in der heutigen Welt aufklären und auch die Frage stellen, was junge Menschen brauchen, um gesund und belastbar zu werden. Es geht darum, Wege der Genesung, Resilienz (Widerstandsfähigkeit) und Stärkung aufzuzeigen. Hier gibt es mit den Schulprojekten „Verrückt –  na und!“ und den Angeboten zur Unterstützung von Kindern psychisch kranker Eltern in Deutschland sehr bemerkenswerte Ansätze.

„Der Main-Tauber Kreis ist, was die psychiatrische Versorgung im Kreisgebiet angeht, gut aufgestellt. Einige zentrale Versorgungselemente befinden sich dabei in Trägerschaft des Landkreises selbst. Zum Beispiel leistet der seit nunmehr fast 30 Jahren bestehende Sozialpsychiatrische Dienst (SpDi) unerlässliche niederschwellige Hilfen in psychischen Krisensituationen“, macht Landrat Reinhard Frank deutlich. Der SpDi ist innerhalb des Landratsamtes beim Gesundheitsamt angesiedelt und wird dort von Jürgen Kriks geleitet. Aufgabe des SpDi ist es unter anderem, die ambulante Grundversorgung psychisch Kranker im Rahmen von Vorsorge, Nachsorge und sozialer Krisenintervention zu gewährleisten.

Weiterhin kümmert sich seit 2016 eine Patientenfürsprecherin um die Rechte aller psychisch kranken Menschen und deren Angehörigen. Ende 2016 entstand zusätzlich eine so genannte Informations-, Beratungs- und Beschwerdestelle, kurz: IBB-Stelle. Hier werden unabhängig und niederschwellig Beschwerden, die innerhalb des psychiatrischen Versorgungssystems entstehen können, angenommen und bearbeitet. Die IBB-Stelle soll aber auch Betroffene und Angehörige kostenlos beraten und ihnen allgemeine Informationen zum Hilfesystem anbieten.

Gerade auch für junge Menschen gibt es im Landkreis ambulante und teilstationäre Angebote. Niedergelassene Kinder- und Jugendpsychiater in Tauberbischofsheim und Wertheim stellen die ambulante medizinisch-psychiatrische Versorgung im Kreisgebiet sicher. Niedergelassene Kinder- und Jugendpsychotherapeuten im gesamten Kreisgebiet bieten therapeutische Langzeithilfen.

Außerdem bietet die Außenstelle der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Johannes-Diakonie Mosbach Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation für Kinder und Jugendliche in einer Tagesklinik. Im Krankenhaus Tauberbischofsheim stehen hierzu zehn (teil)stationäre Plätze und eine Psychiatrische Institutsambulanz zur Verfügung.

Daneben leistet auch das Jugendamt Hilfen für seelisch behinderte junge Menschen. Das Amt für soziale Sicherung, Teilhabe und Integration im Landratsamt leistet Eingliederungshilfe für diejenigen, die im Erwachsenenalter Teilhabeunterstützung in Folge einer seelischen Behinderung benötigen.

„Jungen wie alten Menschen, die unter psychischen Erkrankungen oder seelischen Belastungen leiden, steht somit ein gut ausgebautes Netz an Fachdiensten wie ambulanten Beratungs- und Betreuungsstellen, offenen Angeboten und klinischer Versorgung zur Verfügung. Sämtliche Stellen arbeiten in einem Netzwerk eng zusammen.“ Darauf weist Landrat Frank hin.

Um sich in der vielfältigen Versorgungslandschaft des Landkreises zurechtzufinden, ist der „Wegweiser Gemeindepsychiatrie“ vom Sozialpsychiatrischen Dienst (SpDi) des Landratsamtes erarbeitet worden. Dieser zeigt die gesamte Landschaft der Hilfsangebote im Main-Tauber-Kreis auf. Die Broschüre steht als PDF-Dokument im Internet unter www.main-tauber-kreis.de/gesundheitsamt-dokumente zur Verfügung. Wie Landrat Reinhard Frank erklärt, soll der Wegweiser psychisch kranken und seelischen behinderten Menschen im Main-Tauber-Kreis sowie ihren Angehörigen bei der Suche nach geeigneten medizinischen, sozialen und therapeutischen Einrichtungen und Diensten helfen.

INFO
Ansprechpartner beim Sozialpsychiatrischen Dienst im Gesundheitsamt sind Jürgen Kriks, Telefon 09341/82-5572, E-Mail: juergen.kriks@main-tauber-kreis.de, Ulrike Kempf, Telefon 09341/82-5570, E-Mail: ulrike.kempf@man-tauber-kreis.de und Nina Schmitt, Telefon 09341/82-55558, E-Mail: nina.schmitt@main-tauber-kreis.de. Patientenfürsprecherin Mercedes Silva Mendoza ist unter Telefon
09341/82-5557, E-Mail: patientenfuersprecherin@main-tauber-kreis.de zu erreichen, die IBB-Stelle Main-Tauber-Kreis per E-Mail anibb-stelle@main-tauber-kreis.de.

Original Quelle : main-tauber-kreis.de

Bildergalerie Baustelle Vollsperrung der Wertheimer Tauberbrücke