Main-Tauber-Kreis / Wertheim : Arbeitslosigkeit im Bereich Hartz IV Ende 2018 auf historischem Tiefstand

succo / Pixabay

Landrat Reinhard Frank für die kommunale Seite sowie Karin Käppel als Vorsitzende des Vorstands der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall / Tauberbischofsheim freuten sich ebenfalls über die guten Ergebnisse im Jobcenter Main-Tauber. Zum 31. Dezember 2018 waren nur noch 814 Personen im Bereich der Grundsicherung für Arbeitslose („Hartz IV“) arbeitslos gemeldet (Stichtagszählung). „Das ist ein historischer Tiefstand und kommt fast schon einer Vollbeschäftigung im Landkreis gleich“, sagte Landrat Frank. Die Maßnahmen des Jobcenters zeigten die gewünschten Wirkungen für den weiter sehr robusten und aufnahmefähigen Arbeitsmarkt im Landkreis. Die Arbeitslosigkeit konnte weiter reduziert und häufig auch die finanziellen Leistungen durch das Jobcenter reduziert oder sogar beendet werden.

Bei der Zielgruppe der Geflüchteten und Asylsuchenden verfestigte sich die positive Entwicklung weiter. Waren im Jahr 2017 insgesamt 263 Integrationen für den Personenkreis mit dem Hintergrund Flucht/Asyl zu erzielen, erreichte man zum 31. Dezember 2018 bereits 350 Integrationen. Dies bedeutet eine Integrationsquote von 47,5 Prozent der betreuten Personen (Vorjahr: 37,2 Prozent).

Eine erste Arbeitsaufnahme ist gerade nach längerer, mehrjähriger Arbeitslosigkeit für viele Kunden wieder eine Möglichkeit, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Die Anerkennung im Berufsleben und dadurch auch im Privaten tut grundsätzlich jedem und immer gut und zeigt oftmals positive Wirkung – auch durch Übernahme einer Vorbildfunktion innerhalb der Familie. „Gerade das neue Förderinstrument der sozialen Teilhabe am Arbeitsmarkt ist somit als Türöffner für die Gruppe der Langzeitarbeitslosen zu verstehen“, erklärte Geschäftsführer Hornung.

Denn trotz der guten Arbeitsmarktlage sind circa ein Drittel der Arbeitslosen im Landkreis langzeitarbeitslos, teilweise bereits über viele Jahre. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Umso mehr sollte daher mit den vom Bund zusätzlich bereit gestellten Finanzmitteln und -möglichkeiten der Teilhabe am Arbeitsmarkt im Jahr 2019 die Chance genutzt werden, auch diesem Personenkreis die Möglichkeit einer Arbeitsaufnahme zu geben.

„In Zeiten des Mangels an ausgebildeten Arbeitskräften gibt es sicher Tätigkeiten, die nicht zwingend von Fachkräften ausgeübt werden müssen. Zuarbeitende Helfer im Handwerk, in Hotels und Gaststätten und ähnlichen Bereichen können dazu beitragen, dass die Fachkräfte ihre Kapazitäten stärker auf anspruchsvolle Tätigkeiten konzentrieren können“, sagte Geschäftsführer Hornung. Landrat Frank und Vorsitzende Käppel bestätigten dies. Der Arbeitsmarkt für die Arbeitslosen im Bereich Hartz IV sei seit Jahren durchaus von einer positiven Grundstimmung geprägt, zumal die Auftragsbücher im verarbeitenden Gewerbe und Handwerk nach wie vor voll sind.

„Das Jobcenter mit seinen Mitarbeitern kann hier zielgerichtet unterstützen“, bestätigte Karin Käppel. „Es ist an der Zeit, diese Personengruppe mit mehrjähriger Arbeitslosigkeit und andauerndem Leistungsbezug verstärkt in den Fokus zu nehmen und den Menschen eine echte Chance zu geben.“ Bei Bedarf wäre es hilfreich, wenn Arbeitgeber sich mit dem Jobcenter in Verbindung setzen und gewünschte Tätigkeiten und mögliche Aufgaben mitteilen. Alles Weitere wird durch das Jobcenter initiiert und auch kurzfristig ein Kontakt hergestellt – bestenfalls schon mit einem potentiellen Mitarbeiter. Hier sind grundsätzlich alle Arbeitgeber angesprochen. „Wenn für Kunde und Arbeitgeber die Rahmenbedingungen stimmen und diese dann bestenfalls zusammenfinden, kann das Jobcenter gerne unterstützen – auch finanziell“, sagte Hornung.

Mit der Teilhabe am Arbeitsmarkt können Arbeitgeber fünf Jahre lang eine Förderung erhalten; davon in den ersten beiden Jahren ein Zuschuss von bis zu 100 Prozent der Lohnkosten. In den Folgejahren verringert sich der Betrag pro Jahr um zehn Prozent.

Interessierte Arbeitgeber, die langzeitarbeitslosen Menschen eine Chance auf eine Arbeit geben  möchten, können sich an das Jobcenter Main-Tauber, Nicole Bethäuser, Telefon 09341/87-252, E-Mail: nicole.bethaeuser@jobcenter-ge.de, wenden.

Übersicht: Arbeitslosigkeit im Bereich der Grundsicherung für Arbeitslose („Hartz IV“) im Main-Tauber-Kreis zum 31. Dezember 2018

Standort TBB Bad MGH Wertheim Main-Tauber-Kreis
2015 412 412 381 1.205
2016 403 442 356 1.201
2017 307 333 279 919
2018 285 269 260 814

Die Grafik zeigt die Fallzahlen im Bereich der Grundsicherung für Arbeitslose („Hartz IV“) für die drei Jobcenter-Standorte im Main-Tauber-Kreis sowie für den Landkreis insgesamt jeweils zum Stichtag 31. Dezember in den Jahren 2015 bis 2018. Die Statistik belegt klar einen massiven Rückgang.

Original Quelle : main-tauber-kreis.de

Bildergalerie Baustelle Vollsperrung der Wertheimer Tauberbrücke