Main-Tauber-Kreis / Wertheim : Trockenheit – Ausnahmeregelungen bei der Futternutzung in Kraft

Capri23auto / Pixabay

Die langanhaltende Trockenheit der letzten Wochen und Monate hat in Verbindung mit den hohen Temperaturen im ganzen Land und speziell auch im Main-Tauber-Kreis zu starken Ertragseinbußen insbesondere auf Grünland, im Ackerfutterbau und bei spät geernteten Hackfrüchten geführt. Vielen viehhaltenden Betrieben bleibt als Maßnahme zum Ausgleich der Futtergrundlage nur die Möglichkeit, nach der Getreideernte Zwischenfrüchte zur Verfütterung anzubauen. Wie das Landwirtschaftsamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis mitteilt, haben die EU, der Bund und das Land Baden-Württemberg ab sofort mehrere Möglichkeiten eröffnet.

Die Brachen auf ökologischen Vorrangflächen (ÖVF-Brachen) sind ab sofort für die Beweidung mit Tieren oder zur Schnittnutzung für Futterzwecke freigegeben. Zulässig ist auch eine kostenlose Weitergabe des Aufwuchses im Rahmen der Nachbarschaftshilfe an Dritte. Vor der Nutzung ist jedoch eine schriftliche Anzeige beim Landwirtschaftsamt erforderlich. Diese muss Angaben zum Bewirtschafter mit Schlag-Nummer/Flurstück-Nummer und genutzter Fläche enthalten, bei der Abgabe an Dritte auch den Namen des aufnehmenden Betriebs. Hierfür steht ein Mustervordruck auf der Homepage des Landratsamtes unter www.main-tauber-kreis.de/landwirtschaftsamt > Broschüren und Formulare zur Verfügung.

Landwirte, die im Rahmen des Förderprogramms für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT) mehrjährige Verpflichtungen bei der Herbstbegrünung, Herbstbegrünungsmischung bzw. Winterbegrünung in den gefährdeten Grundwasserkörpern (E1.1, E1.2 bzw. F1) eingegangen sind, können im Jahr 2018 den Umfang der Begrünung reduzieren. Damit kann das Ackerland für die Erzeugung von Viehfutter aus Zwischenfrüchten genutzt werden. Für diese Flächen kann dann jedoch kein FAKT-Ausgleich gewährt werden. Zulässig sind die Nutzung im eigenen Betrieb sowie die Futterproduktion für Dritte. Vor der Inanspruchnahme der Maßnahme muss der Landwirt den Umfang der Reduzierung der Begrünungsflächen beim Landwirtschaftsamt anzeigen und anerkennen lassen. Die genehmigte Unterschreitung des Verpflichtungsumfanges im Jahr 2018 löst keine Rückforderung der Ausgleichsleistung FAKT in den Vorjahren aus. Ein Mustervordruck ist auch hier auf der Homepage des Landratsamtes erhältlich.

Auf Bundesebene wird derzeit an der Änderung der nationalen Gesetzgebung mit dem Ziel gearbeitet, auch die Nutzung von ÖVF-Zwischenfrüchten für Futterzwecke per Ausnahmegenehmigung zuzulassen. Nach Inkrafttreten der Verordnung soll die Nutzung der ÖVF-Zwischenfrüchte zur Beweidung wie auch zur Schnittnutzung möglich sein. Mit der Realisierung wird jedoch nicht vor Ende September gerechnet. Es ist zu beachten, dass auch dann der Zwischenfruchtbestand ab der Aussaat betriebsindividuell mindestens acht Wochen, beginnend ab dem Tag der letzten ÖVF-Zwischenfruchtaussaat, auf der Fläche stehen muss. Landwirte, die an dieser Möglichkeit interessiert sind, sollten daher jetzt vorsorglich die Aussaat sowie bereits erfolgte Aussaaten auf ihren Flächen mit ÖVF-Zwischenfruchtmischungen in geeigneter Weise dokumentieren, zum Beispiel durch Fotos mit automatischer Ort- und Datumsangabe. Ferner ist eine Rückstellprobe der selbstgemischten ÖVF-Zwischenfruchtmischung erforderlich.

Da auch die Futterversorgung für die Ökobetriebe knapp ist, hat das für die Öko-Kontrolle zuständige Regierungspräsidium Karlsruhe das Antragsverfahren für den Zukauf von Futtermitteln aus nicht-ökologischer Erzeugung eröffnet. Informationen hierüber erteilen die Öko-Kontrollstellen sowie das Regierungspräsidium Karlsruhe, Referat 33 (Pflanzliche und tierische Erzeugung).

Weitere Informationen sind beim Landwirtschaftsamt in Bad Mergentheim, Wachbacher Straße 52, Telefon: 07931/4827-6307, erhältlich; dorthin sind auch die Anträge per Post oder per Telefax (07931/4827-6300) zu richten.

Original Quelle : main-tauber-kreis.de

Bildergalerie Baustelle Vollsperrung der Wertheimer Tauberbrücke