Medienforscher Pörksen fordert Schulfach Medienkunde

Kinder spielen auf einem Schulhof, über dts Nachrichtenagentur


Foto: Kinder spielen auf einem Schulhof, über dts Nachrichtenagentur

Tübingen (dts Nachrichtenagentur) – Nach den Angriffen auf Journalisten bei sogenannten Querdenker-Demonstrationen hat der renommierte Tübinger Medienforscher Bernhard Pörksen mehr Bildung gefordert. Deutschland brauche „dringend ein eigenes Schulfach“ für Medienkunde, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

Es gehe darum, drei Qualitäten zu trainieren: Wichtig seien neben der „Medien- und Machtanalyse“ auch Wissen über die Medienpraxis und den Wert des seriösen Arguments sowie eine Disziplin namens „angewandte Irrtumswissenschaft“. „Hier ginge es darum, sich mit der ungeheuren Irrtumsanfälligkeit des Menschen zu befassen, um sich der Verführbarkeit durch Gerüchte, Falschnachrichten und Desinformation bewusst zu werden.“ Pörksen zweifelt aber, dass ein solches Fach in absehbarer Zweit eingeführt werden könnte. „Dies einfach deshalb, weil die Bildungsaufgabe, die sich in der laufenden Medienrevolution verbirgt, gesellschaftspolitisch einfach noch nicht verstanden ist.“

Die Ursache für die Attacken auf Journalisten durch sogenannte Querdenker sieht er in der „Neigung zur gepflegten Medienverachtung“ in bestimmten auch bürgerlichen Kreisen. Hier sei „eine Art Lügenpresse-light-Milieu entstanden, das ein eigenes Fertigvokabular des Verdachts und der Verdächtigung bereithält“. Drohungen, Einschüchterungsversuche, rassistische, antisemitische, den Holocaust relativierende Einlassungen, körperliche Gewalt – das seien „die roten Linien im Konkreten. Wer dergleichen betreibt, mit dem sollte man nicht reden“.

Pörksen warbt für die Idee einer „redaktionellen Gesellschaft, die im Kern besagt: Die Maximen des guten Journalismus müssen zu einem Element der Allgemeinbildung werden“. Diese lauteten beispielsweise: „Prüfe erst, publiziere später. Höre auch die andere Seite. Analysiere Deine Quellen. Argumentiere wahrheitsorientiert.“

Seine These laute, dass in diesen Maximen und Prinzipien des seriösen Journalismus heute „ein Wertegerüst für alle liegt, die senden, posten, kommentieren. Und wer ist das nicht?“

dts Nachrichtenagentur

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