Neckar-Odenwald-Kreis : Odenwald-Kreis | Ein effizientes System für die Zeit der Lockerungen: Luca-Macher Patrick Hennig im Ge-spräch mit Landrat Brötel und Gesundheitsamtsleiterin Teinert


Mosbach. Auch wenn die Infektionszahlen sich noch auf einem hohen Niveau bewegen: Der Neckar-Odenwald-Kreis stellt sich schon auf die Zeit der Lockerungen ein. Zentrales Instrument soll dann, wie bereits berichtet, die Luca-App sein. Denn diese leistet eine schnelle Kontaktdatenverwaltung und Kontaktnachverfolgung für private Treffen und öffentliche Veranstaltungen sowie für Geschäfte und Gastronomie.

Um über die Vorteile der App und die anstehendenden Herausforderungen zu sprechen, hatten sich am Montag Landrat Dr. Achim Brötel und Gesundheitsamtsleiterin Dr. Martina Teinert mit Dr. Patrick Hennig, einem der Köpfe hinter der App, verabredet. Der gebürtige Walldürner, der vor seinem Studium am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut am Technischen Gymnasium in Buchen sein Abitur gemacht hatte, schaltete sich aus Berlin zu. Dort ist Hennig einer der Geschäftsführer der neXenio GmbH, die die App auf dem Markt gebracht hat.

„Vieles ist derzeit noch geschlossen, aber wir wollen, dass das System der Luca-App vor Beginn der Lockerungen überall im Landkreis etabliert ist. Denn nur so macht es Sinn“, unterstrich Landrat Brötel in seiner Begrüßung. Er betonte, die App sei aus seiner Sicht sehr gelungen: „Wir brauchen in der Pandemie durchdachte, unkomplizierte Hilfsmittel. So ist es beispielsweise eine kluge Funktion, dass sich das Smartphone automatisch auschecken kann, wenn man den Ort des Besuchs verlässt“, so Brötel.

„Ich freue mich natürlich besonders, dass unsere App in meinem Heimatlandkreis eingesetzt wird“, sagte Hennig, der kurz die Entstehungsgeschichte skizzierte. „Wir wollten eine App entwickeln, die einfach ist und deshalb täglich genutzt wird, bei der aber auch möglichst viele mitmachen können, sei es per Smartphone oder Schlüsselanhänger“, berichtete der IT-Ingenieur. Dieser „partizipative Geist“ sei das Ziel gewesen, das sein Unternehmen zusammen mit der Band „Die Fantastischen Vier“ angestrebt habe.

Besonders wichtig sei den App-Entwicklern der Austausch mit den Gesundheitsämtern. 318 Ämter in nahezu ganz Deutschland habe man schon angeschlossen. „Wir haben uns in vielen Gespr-chen gut darüber informiert, was dort gebraucht wird“, erläuterte Hennig. Gesundheitsamtsleiterin Teinert bestätigte, dass man alle Voraussetzungen geschaffen habe, um die durch die App gesicherten Daten im Infektionsfall wieder zu entschlüsseln und Infektionsketten schnell nachzuverfolgen. „Das Erfassen der Kontaktdaten auf Papier war sicherlich eine Zeit lang eine gute Übergangslösung, aber wenn man ehrlich ist, hat dieses System viel Arbeit produziert und deutliche Lücken offenbart“, so Teinert. Auch sei es von vielen nicht angenommen oder durch die Nutzung von Fantasienamen missbraucht worden. Hier äußerte Hennig sich überzeugt, dass die App nicht nur, aber auch gerade bei jüngerem Publikum aufgrund der geringen Hemmschwelle sehr gut ankomme.

Landrat Brötel wies abschließend darauf hin, dass das Landratsamt die eigenen Liegenschaften mit QR-Codes ausgestattet habe. Auch bei Sitzungen des Kreistags könne man sich in Zukunft einchecken. „Aber für den flächendeckenden Einsatz der App brauchen wir erst einmal niedrige Inzidenzzahlen“, betonte der Landrat, der die Hoffnung äußerte, diese durch die Impfungen und die höheren Außentemperaturen nun bald zu erreichen. Hennig dankte er für die spannenden Einblicke und lud ihn ein, bei einem Heimatbesuch gern einmal im Landratsamt vorbeizuschauen. Gleich am Eingang könne er sich dabei selbstverständlich mit der Luca-App einchecken.



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