Neckar-Odenwald-Kreis : Odenwald-Kreis | „Einen Augenblick bitte…“: Der Pflegestützpunkt Neckar-Odenwald-Kreis beteiligt sich an der Woche der Demenz


Mosbach/Buchen. Das Leben mit Demenz ist schon in normalen Zeiten eine Herausforderung. In diesem Jahr wurde es aber für viele zu einer großen Belastung. Den Angehörigen fehlten über Monate Entlastungsangebote wie Tagespflegen und Betreuungsgruppen sowie die Kontakte zu Familienmitgliedern oder Freunden, die aufgrund der Kontaktbeschränkungen auf Besuche verzichten mussten. Zudem war es meist schwierig, Menschen mit Demenz die Corona-bedingten Einschränkungen und Regeln zu vermitteln. Besuche im Pflegeheim waren über lange Zeit gar nicht möglich und die Sorge der Angehörigen groß, nach Wochen der Abwesenheit nicht mehr erkannt zu werden.

Und auch für die Pflegeberater des Pflegestützpunkts Neckar-Odenwald-Kreises waren diese Problemsituation immer wieder spürbar. „Die Corona-Pandemie ist für Angehörige von Menschen mit Demenz eine außerordentliche Belastung. Sie haben mit besonderen Problemen zu kämpfen und kommen vielfach schon zu normalen Zeiten an ihre Grenzen. Seit der Corona-Pandemie hat sich dies nochmals deutlich zugespitzt“, sagt Pflegeberater Thomas Bauer anlässlich der diesjährigen Demenzwoche.

Diese besonderen Belastungen der Angehörigen von Menschen mit Demenz würdigt die Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg mit der Geschenk-Aktion „Einen Augenblick bitte „. Eine schön gestaltete Grußkarte und ein Seifenstück sollen Angehörige von Menschen mit Demenz daran erinnern, einen Moment innezuhalten und sich selbst etwas Gutes zu tun. Die Seifenstücke werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Pflegestützpunktes in dieser Woche an die Angehörigen weitergegeben. Angehörige von Menschen mit Demenz sind herzlich dazu eingeladen, in den kommenden Tagen im Pflegestützpunkt Neckar-Odenwald-Kreis an den Standorten Buchen (Hollergasse 14) oder Mosbach (Scheffelstraße 2) vorbeizukommen und ein Seifenstück mit Grußkarte zu erhalten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Pflegestützpunktes ins Gespräch zu kommen.

Denn eine Demenzdiagnose schneidet tief ins Leben ein. Für die Erkrankten und ihre Angehörigen verändert sie den Alltag grundlegend und unwiderruflich, indirekt betroffen sind oft aber auch Nachbarn und Freunde, das Sportteam im Verein, der Kirchenchor oder die Bürogemeinschaft.
Ein hoher Anteil der Menschen mit Demenz wird zuhause versorgt, eine oft kräftezehrende Aufgabe rund um die Uhr. Und auch wenn eine Versorgung im Pflegeheim erforderlich wird, begleiten und unterstützen dort meist die Angehörigen.

Aus Erfahrung berichtet Jutta Baumgartner-Kniel, Pflegeberaterin am Standort Buchen: „Im Laufe der Erkrankung müssen sich Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen im Alltag immer wieder neu abstimmen: Was ist noch möglich, wo braucht es Unterstützung? Zu Beginn kommen Angehörige und Betroffene häufig in den Pflegestützpunkt, um sich zu informieren und für die Zukunft vorzusorgen. Defizite können in der ersten Phase oft noch kompensiert werden, wenn alle Beteiligten gut informiert sind und Verständnis mitbringen. Wenn die Demenz voranschreitet, werden unterstützende und entlastende Angebote wie Tagespflegen oder Betreuungsgruppen immer wichtiger, hier können wir im Pflegestützpunkt umfassend beraten, weil wir die Angebote im Neckar-Odenwald-Kreis kennen und mit unseren Netzwerkpartnern im Austausch sind.“

Mit dem Pflegestützpunkt Neckar-Odenwald-Kreis steht ein Team aus speziell ausgebildeten Mit-arbeiterinnen und Mitarbeitern als Pflegelotsen zur Verfügung und berät Pflegebedürftige und deren Angehörige generell rund um das Thema Pflege und speziell auch zu Pflegesituationen bei Menschen mit Demenz. Der Pflegestützpunkt gibt Auskunft zu sozialrechtlichen und finanziellen Leistungen, informiert über Entlastungs- und Unterstützungsangebote im Landkreis, erstellt bei Bedarf einen Versorgungsplan und hilft bei der Organisation, wenn Leistungen beantragt und An-gebote in Anspruch genommen werden.

Die Mitarbeiter am Standort Mosbach sind unter den Telefonnummern 06261/ 84-2553 und 06261/ 84-2554 erreichbar. Die Mitarbeiterinnen am Standort Buchen sind unter den Telefonnummern 06281/ 5212-2551 und 06281/ 5212-2550 erreichbar. Eine Kontaktaufnahme per Email ist unter möglich. Das Angebot ist neutral und kostenfrei.



Original Quelle : Neckar-Odenwald-Kreis.de

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