Norddeutsche Bauernpräsidenten rechnen Tierwohllabel wenig Chancen auf Erfolg aus

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Norddeutsche Bauernpräsidenten rechnen Tierwohllabel wenig Chancen auf Erfolg aus

Schwarz und Schulte to Brinke: Ministerium ignoriert Warnungen der Landwirtschaft

Osnabrück. Die norddeutschen Bauernverbände sind vom Erfolg des geplanten staatlichen Tierwohllabels nicht überzeugt. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Montag) verwiesen der schleswig-holsteinische Bauernpräsident Werner Schwarz und sein niedersächsischer Kollege Albert Schulte to Brinke auf bisherige Versuche, freiwillige Kennzeichnungen besserer Haltungsbedingungen zu etablieren. „Nichts hat sich durchgesetzt“, sagte Schwarz. Er beklagte, dass das zuständige Bundeslandwirtschaftsministerium die warnenden Worte aus der Landwirtschaft nicht ernst nehme. Schwarz: „Wir haben in vielen Gesprächen auf die Gefahr des Scheiterns hingewiesen. Aber dort scheint man andere Anforderungen zu haben, als wir es für erfolgsversprechend halten.“

Eine Herkunftskennzeichnung des Fleisches sei dem Verbraucher wichtig, sagte Schulte to Brinke. Die sei vom Ministerium aber nicht geplant. Das Haus von Bundesministerin Julia Klöckner (CDU) arbeitet derzeit an einem freiwilligen Label, das bessere Haltungsbedingungen auf Fleischpackungen kennzeichnen soll. Unklar sind bislang die Kriterien und wie die Mehrkosten den Landwirten ausgeglichen werden sollen. Schulte to Brinke verwies darauf, dass der Verbraucher erfahrungsgemäß das günstigste Angebot wähle. Die Qualität des Fleisches sei unabhängig vom Preis stets gut, so der Chef des niedersächsischen Landvolks. „Das Produkt ist dem Verbraucher näher als das Tier. Und dann greift er eben zur günstigeren Variante.“

 

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