Pilotprojekt an Wertheimer Schule wird ausgeweitet – Schüler lassen sich für Bauhandwerk begeistern

Ein hervorragendes Zwischenzeugnis erhielt das Modellprojekt „Lernwerkstatt Bauhandwerk“ bei einem Vorort-Besuch. Mit dabei waren (von rechts) Innungs-Obermeister Stefan Goldschmitt, Luise Lübke von der Architekturschule Baukasten Bremen, Handwerkspräsident Ulrich Bopp und (links) Wertheims Bürgermeister Wolfgang Stein. Foto: Stadt Wertheim

Schüler lassen sich für Bauhandwerk begeistern

Pilotprojekt an Wertheimer Schule wird ausgeweitet

Das Wertheimer Modellprojekt „Lernwerkstatt Bauhandwerk“ macht Schule. Ab September wird die Lernwerkstatt an zwei weiteren Standorten im Main-Tauber-Kreis verankert. „Dieses bundesweit einzigartige Modell wird nach und nach in die Fläche gehen“, war der Präsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken, Ulrich Bopp, überzeugt. Im September 2016 war das Projekt an der Gemeinschaftsschule Wertheim mit dem Ziel gestartet, mehr Schüler für das Bauhandwerk zu begeistern und für eine Ausbildung zu gewinnen.

Die Akteure und Unterstützer des Projekts kamen am Montag in der Gemeinschaftsschule (GMS) Wertheim zusammen, um nach der ersten Praxisphase eine vorläufige Bilanz zu ziehen. Das „Zwischenzeugnis“ hätte kaum besser ausfallen können. Handwerkspräsident Ulrich Popp sprach von einem „Modell nicht nur für das Bauhandwerk, sondern auch für weitere Handwerksbranchen.“ Schulleiterin Alice Jäger berichtete von begeisterten Schülerinnen und Schülern. Und Wertheims Bürgermeister Wolfgang Stein war überzeugt, dass das Projekt einen Mehrwert nicht nur für die Schüler, sondern auch für das Bauhandwerk in der Region hat.

Im Tandem leiten Techniklehrer Thomas Klein (rechts) und der Lehrer für Bautechnik, Heiko Reinhart (links), die Schüler an. Foto: Stadt Wertheim

Bei der Lernwerkstatt Bauhandwerk kommen die Schülerinnen und Schüler über einen Zeitraum von drei Monaten sowohl mit Architektur als kulturellem Phänomen als auch konkret mit dem Bauhandwerk in Berührung. Sie arbeiten an drei unterschiedlichen Lernorten: dem Technikraum der Schule, den Werkstätten der gewerblichen Schule für Bautechnik und in den Betrieben, mit denen sie auch „echte“ Baustellen kennenlernen.

Das Projekt gliedert sich in vier Module. Im ersten Teil beschäftigen sich die Schüler mit der kulturellen Bedeutung des Bauens. Anschließend experimentieren sie mit verschiedenen Bauweisen und lernen Grundlagen wie Baupläne, Grundrisse, Bauformen oder Statik kennen. Dabei entstehen die ersten Probebauten im Format 1:1.

In Modul drei wird ein Bauauftrag ausgeschrieben, für den sich die Schüler bewerben – inklusive der Planung und Kalkulation ihres Bauvorhabens. Die beste Idee wird in der Praxiswoche, dem vierten Modul, von allen Schülern gemeinsam mit den Handwerksbetrieben umgesetzt. Die dabei entstandenen Bauten werden abschließend öffentlich präsentiert.

Mit Eifer sind die Schüler im praktischen Teil der Lernwerkstatt Bauhandwerk bei der Sache. Foto: Stadt Wertheim

Die Lernwerkstatt ist also so konzipiert, dass Schüler das Bauhandwerk als spannendes Berufsfeld kennenlernen und auch praktisch erfahren können. Um das Modellprojekt anzuschieben, bedurfte es der Mitwirkung und Unterstützung vieler. Präsident Ulrich Bopp sprach von einer „einzigartigen Zusammenarbeit.“

Die Federführung und Hauptverantwortung – auch in finanzieller Hinsicht – liegt bei der Handwerkskammer. Angeregt hat das Projekt die Stadt Wertheim, die es nun auch finanziell unterstützt. Das Konzept für die Lernwerkstatt hat Luise Lübke von der Architekturschule Baukasten Bremen entwickelt; sie begleitet die Lernwerkstatt auch vor Ort. Die Bau-Innung Main-Tauber-Kreis/Künzelsau, vertreten durch Obermeister Stefan Goldschmitt, ist als wichtiger Kooperationspartner mit im Boot. Der Gemeinschaftsschule Wertheim kommt das Verdienst zu, sich auf das Wagnis des Pilotstandorts eingelassen zu haben. Rektorin Alice Jäger ließ keinen Zweifel: „Die Lernwerkstatt ist eine sehr gute Ergänzung unserer Angebote der Berufswegeplanung.“ Die Gewerbliche Schule Tauberbischofsheim deckt den Lernort Berufsschule ab; der Lehrer für Bautechnik, Heiko Reinhart, betreut die Lernwerkstatt im Tandem mit Techniklehrer Thomas Klein von der GMS. Finanziell unterstützt wird das Projekt aus ESF-Mitteln des Kultusministeriums.

Ein hervorragendes Zwischenzeugnis erhielt das Modellprojekt „Lernwerkstatt Bauhandwerk“ bei einem Vorort-Besuch. Mit dabei waren (von rechts) Innungs-Obermeister Stefan Goldschmitt, Luise Lübke von der Architekturschule Baukasten Bremen, Handwerkspräsident Ulrich Bopp und (links) Wertheims Bürgermeister Wolfgang Stein. Foto: Stadt Wertheim

Stadtverwaltung Wertheim