Polizeiberichte Stadt- und Landkreis Heilbronn vom 18.02.2019

Heilbronn (ots)

Heilbronn-Böckingen und Frankenbach: Sachbeschädigungen an Schulen

Zwei Parkbänke beschädigten Unbekannte in der Nacht zum Sonntag vor dem Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium in Heilbronn-Böckingen. Außerdem rissen sie mehrere kleine Bäume aus einem Beet und schlugen eine Glastür ein. Die Höhe des angerichteten Schadens liegt im vierstelligen Euro-Bereich. In Frankenbach wurde in derselben Nacht die Grund- und Werkrealschule mit Farbe beschmiert. Vermutlich die gleichen Täter besprühten auch das Reklameschild einer Gaststätte im nahen Riedweg. Der entstandene Gesamtsachschaden liegt bei über 3.000 Euro. Zeugen, die in der Nacht von Samstag auf Sonntag am Kraichgauplatz, der Würzburger Straße oder im Riedweg verdächtige Personen beobachtet haben, möchten sich mit dem Polizeirevier Heilbronn-Böckingen, Telefon 07131 204060, in Verbindung setzen.

Heilbronn: Unfallflucht – bulgarischer LKW gesucht

Die Polizei sucht nach einem Unfall am Freitagabend in der Böckinger Saarlandstraße einen bulgarischen LKW und dessen Fahrer. Eine Autofahrerin war gegen 17.20 Uhr mit ihrem Seat Ibiza auf dem mittleren Fahrstreifen der Saarlandstraße in Richtung Heilbronn-Stadtmitte unterwegs. In Höhe des Parkplatzes eines großen Möbelhauses zog ein Unbekannter mit seinem LKW von der linken Fahrspur auf den mittleren Fahrstreifen und stieß seitlich gegen den dort fahrenden Seat. An diesem entstand ein Schaden von fast 3.000 Euro. Der Fahrer hielt an und willigte widerwillig ein, dass sich beide auf dem Parkplatz einer nahen Gärtnerei treffen. Dann fuhr er jedoch in Richtung Heilbronn davon. Sein Laster, an dem ein Auflieger angehängt war, hat ein bulgarisches Kennzeichen. Der vermutliche Osteuropäer ist etwa 40 Jahre alt und 1,75 Meter groß. Er hat eine kräftige Figur, kurze, braune Haare und einen kurzen Vollbart. Hinweise auf ihn gehen an das Polizeirevier Heilbronn-Böckingen, Telefon 07131 204060.

Heilbronn-Sontheim: Dachstuhl in Flammen

Ein Brand in einem Wohnhaus in der Straße Sommerau in Heilbronn wurde am frühen Montagmorgen, gegen 3 Uhr, gemeldet. Es stellte sich heraus, dass vermutlich auf dem Balkon der oberen Wohnung des Hauses das Feuer ausbrach und sich ausbreitete, bis der ganze Dachgiebel brannte. Dank des raschen Einsatzes der Feuerwehr konnte ein weiteres Ausbreiten der Flammen verhindert werden. Ersten Schätzungen zufolge liegt der entstandene Sachschaden bei 50.000 Euro. Die Bewohner waren nicht zuhause. Die Brandursache ist unklar.

Heilbronn: Zellen gut belegt

Über neun Promille brachten drei Männer zusammen, die am Wochenende in Zellen des Heilbronner Polizeireviers eingeliefert wurden. In der Nacht zum Samstag ging es kurz nach Mitternacht los, als eine betrunkene Person auf einem Spielplatz in der Happelstraße gemeldet wurde. Die Polizei fand einen schlafenden 63-Jährigen, der erkennbar schon mindestens einen Gang zur Toilette versäumt hatte. Da er nicht mehr allein gehen konnte und ein Atemalkoholtest einen Wert von knapp 3,4 Promille ergab, musste er seinen Rausch in einer Zelle ausschlafen. Kurz drauf fanden Passanten einen bereits unterkühlten Mann in der Lohtorstraße, der sich an eine Hauswand lehnte und nicht mehr weiter konnte. Kräfte des alarmierten Rettungsdienstes stellten fest, dass die Körpertemperatur bereits bei 34 Grad lag. Da sich der 29-Jährige vehement weigerte, mit ins Krankenhaus zu kommen, wurde die Polizei alarmiert. Nach einem Alco-Test, der 3,2 Promille ergab, wurde auch er zum Aufwärmen und zum Schlafen in eine Zelle verfrachtet. Am Sonntagmittag fiel ein volltrunkener Mann in der Notaufnahme des Heilbronner Klinikums auf, weil er umher irrte und den Betrieb behinderte. Auch er hatte drei Promille intus, weshalb der 46-Jährige ebenfalls die Freiheit mit einer Zelle tauschen musste.

Heilbronn: Tatverdächtigen geschnappt

In einem Hinterhof im Bereich der Südstraße versteckte sich am Sonntagnachmittag ein Mann, dem zur Last gelegt wird, dass er kurz zuvor eine 14-Jährige unsittlich berührt habe. Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand gingen eine 14-Jährige und ihre Freundin entlang der Wilhelmstraße, als ihnen ein Mann entgegen kam, der die Jugendliche angrapschte. Danach ging er weiter bis in die Südstraße, wo er von der alarmierten Polizei in einem Hinterhof gefunden und festgenommen wurde. Der 44-jährige Rumäne machte einen Atemalkoholtest mit, der einen Wert von rund drei Promille ergab. Gegen ihn wird nun wegen sexueller Belästigung ermittelt.

Schluchtern: Durstige Einbrecher

Durst auf alkoholische Getränke hatten wohl Einbrecher, die sich in der Nacht zum vergangenen Samstag in Leingarten-Schluchtern bedienten. Die Unbekannten brachen in die Gaststätte des SV Schluchtern ein und stahlen fünf Flaschen Rum sowie vier Flaschen Wodka. Hinweise auf die Täter hat die Polizei noch keine.

Schluchtern: Alkohol, Rauschgift und dicke Arme

Weil ein Mann zunehmend aggressiver wurde und sogar gegen den PKW einer an der Stadtbahnhaltestelle Badener Straße in Schluchtern wartenden 28-Jährigen schlug, wurde am Samstagnachmittag die Polizei alarmiert. Als die Frau wegfahren wollte, sprang er mehrfach vor den PKW, um sie daran zu hindern. Einen Mann, der zu Hilfe kam, stieß er zur Seite. Die Ordnungshüter rückten mit drei Streifen an. Zunächst forderte der 23-Jährige selbst, sofort zur „Polizeistation“ gebracht zu werden, um zu reden. Als die Beamten bemerkten, dass er in der einen Hand eine kleine Menge Marihuana festhielt und sie dann in seiner Bauchtasche noch mehr Marihuana und einige Ecstacytabletten fanden, schlug seine Stimmung um und er reagierte aggressiv. Nachdem es gelang, ihm Handschließen anzulegen, wurde er zum Polizeirevier gebracht. Ein Test ergab, dass der 23-Jährige selbst Rauschgift konsumiert hatte.

Neckarsulm: Schnelle Festnahme

Das falsche Haus zum Besprühen hatte sich ein 30-Jähriger am Sonntagnachmittag ausgesucht. Gerade als er mit einer sogenannten Baumarkierungsfarbe die Sandsteinmauer des Polizeireviers Neckarsulm besprühte, wurde er von einer hinausfahrenden Streife gesehen und festgenommen. Der Pole hält sich lediglich fünf Wochen in Deutschland zur Erledigung eines Arbeitsauftrags auf und hatte am Sonntag zu tief ins Glas geschaut. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,6 Promille. Da er auch etwas Marihuana mit sich führte, geht die Polizei davon aus, dass er auch unter Drogeneinfluss stand. Warum er das Gebäude besprühte, konnte er selbst nicht beantworten. Nun wird wegen Sachbeschädigung, Nötigung und anderer Delikte gegen ihn ermittelt.

Bad Rappenau: Polizeibriefkasten gesprengt

Einen üblen Scherz erlaubten sich Unbekannte am Sonntagmorgen, gegen 4 Uhr. Der Täter sprengte mit einem unbekannten Sprengkörper den Briefkasten des Polizeipostens Bad Rappenau. Die Metallwandungen des Behälters wurden nach außen gebogen. Die Türe und die Einwurfklappe flogen bis zu zehn Meter weit. Da es bislang keine Hinweise auf die Täter gibt, werden Zeugen gebeten, verdächtige Wahrnehmungen in der tatrelevanten Zeit in der Babstadter Straße dem Polizeiposten Bad Rappenau, Telefon 07264 95900, mitzuteilen.

Neckarsulm: Kradfahrer verletzt

Leichte Verletzungen zog sich ein Motorradfahrer bei einem Unfall am Samstagnachmittag in Neckarsulm zu. Der 25-Jährige fuhr mit seiner Harley Davidson im Kreisverkehr in der Heilbronner Straße. Gleichzeitig fuhr ein 45-Jähriger mit seinem PKW in den Kreisel ein. Durch den Zusammenprall des Mercedes mit dem Motorrad stürzte der Biker, wobei er sich die Verletzungen zuzog.

Langenbrettach: Einbruch misslungen

Ein Einbruch in ein Wohnhaus in Langenbrettach misslang am Nachmittag oder Abend des vergangenen Samstags. Unbekannte versuchten in der Zeit zwischen 15 und 20.30 Uhr zwei Terrassentüren an einem Gebäude in der Bergstraße im Ortsteil Brettach aufzuwuchten. Nachdem dies misslang, brachen sie ein Fenster auf. Ob sie dann aufgrund der zahlreichen Blumentöpfe auf dem Fenstersims nicht ins Innere einstiegen oder weil sie von jemandem gestört wurden, ist unklar. Verdächtige Beobachtungen im Bereich des Tatorts sollten unter der Telefonnummer 07139 47100 dem Polizeiposten Neuenstadt gemeldet werden.

Neckarsulm: Über drei Promille am Steuer

Mit über drei Promille war eine Autofahrerin am Nachmittag des vergangenen Freitags unterwegs. Sie fuhr mit ihrem PKW auf der Johannes-Häußler-Straße in Neckarsulm und kam mit ihrem Wagen auf die Gegenfahrspur, wo dieser auf den Audi einer verkehrsbedingt wartenden 63-Jährigen prallte. Verletzt wurde zum Glück niemand. Nach einem Atemalkoholtest musste die 52-Jährige zu einer Blutentnahme mitkommen. Ihr Führerschein wurde einbehalten.

Ilsfeld: Rettungskräfte angegriffen

Gegen einen rabiaten Mann musste sich die Besatzung eines Rettungswagens am Sonntagnachmittag wehren. Der Rettungssanitäter und seine Kollegin wurden gerufen, weil zwischen Ilsfeld und Pfahlhof eine Person im Graben liegen würde. Als er im Rettungswagen lag, begrapschte der 57-Jährige die Rettungsassistentin unsittlich. Als ihr Kollege zu Hilfe kam, griff der angeblich Verletzte diesen an und schlug nach ihm. Zum Glück konnte er sein Opfer trotz einiger Treffer nur leicht verletzen. Als er letztendlich von der Rettungswagenbesatzung mit vereinten Kräften festgehalten werden konnte bis die alarmierte Polizei eintraf, beleidigte er die beiden übel. Es stellte sich heraus, dass es sich bei dem Mann um einen „alten Bekannten“ der Polizei handelt. Der deutlich unter Alkohol stehende Wohnsitzlose wurde in eine Spezialklinik gebracht.

Weinsberg: Nach Unfall geflüchtet

Die Polizei sucht nach einem Unfall in Weinsberg am Samstagnachmittag einen Unbekannten und dessen Fahrzeug. Ein 41-Jähriger parkte seinen schwarzen Mercedes um 15.30 Uhr im mittleren Bereich des Parkplatzes eines Einkaufsmarktes in der Haller Straße. Als er eine halbe Stunde später zurückkam, war der Wagen rechts hinten beschädigt. Die Höhe des Sachschadens wird von der Polizei auf über 1.000 Euro geschätzt. Offensichtlich blieb der Unbekannte beim Ein- oder Ausparken mit seinem Wagen an dem Daimler hängen. Hinweise auf den Unfallverursacher oder dessen Fahrzeug gehen an das Polizeirevier Weinsberg, Telefon 07134 9920.

Nordheim: Autodiebe aktiv

Drei hochwertige Autos in einer Nacht wurden in Nordheim gestohlen. Unbekannte entwendeten in der Nacht zum Montag einen Range Rover und einen Mercedes C AMG in der Hausener Straße sowie einen Mercedes GLE 350 in der Kerner Straße. Die PKW haben einen Gesamtwert von rund 180.000 Euro. Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass es sich in allen Fällen um dieselbe Tätergruppe handelt. Falls es Zeugen gibt, die in dieser Nacht oder in den Tagen zuvor in Nordheim, insbesondere im Bereich der Tatorte, verdächtige Personen oder Fahrzeug gesehen haben, möchten sich unter der Telefonnummer 07131 104-4444 bei der Kripo Heilbronn melden.

Lauffen: Beinahe über den Kopf gefahren – Traktorfahrer als Zeuge gesucht

Viel Glück hatte ein 24-Jähriger am Donnerstag, 7. Februar, in Lauffen. Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand wurde er gegen 17.30 Uhr von zwei Männern in der Bahnhofstraße geschlagen und als er am Boden lag, auch noch getreten. (siehe auch PM vom 8. Februar) Als er versuchte, aufzustehen, wurde er von einem der Täter in Richtung Straße gestoßen. Er fiel auf die Fahrbahn, wo das große Hinterrad eines genau zu diesem Zeitpunkt vorbeifahrenden grünen Traktors 30 Zentimeter an seinem Kopf vorbeirollte. Kurz darauf stach einer der Täter mit einem abgeschlagenen Bierkrugrest zuerst nach dem 24-Jährigen und gleich darauf nach einem Polizeibeamten, der den 44-Jährigen dann aber festnehmen konnte. Der zweite Täter entkam unerkannt. Die Polizei sucht nun den Fahrer des Traktors, bei dem es sich um einen Schmalspurtraktor für Weinberge handelt, und andere Zeugen, die sich unter der Telefonnummer 07133 2090 beim Polizeirevier Lauffen melden möchten.

Heilbronn-Sontheim: Dachstuhlbrand

In der Nacht von Sonntag auf Montag, gegen 03.12 Uhr, brach auf dem Balkon eines Mehrfamilienhauses in der Sommerau aus bislang unbekannter Ursache ein Feuer aus. Das Feuer griff vom Balkon, über die Hauswand auf den Dachstuhl über. Die Bewohner der vom Brand betroffenen Wohnung waren nicht zu Hause. Verletzt niemand. Die Feuerwehr Heilbronn hatte den Brand rasch unter Kontrolle und komplett gelöscht. Der Gesamtsachschaden beläuft sich auf etwa 50.000,– EUR.

Heilbronn: Großer Ermittlungserfolg; mehrere Mitglieder einer Trickbetrügerbande verhaftet, die als angebliche Polizisten ihre älteren Opfer um knapp 500.000 EUR schädigten

In den letzten Jahren sind die Betrugsdelikte zum Nachteil älterer Mitbürger stark angestiegen. Insbesondere seit dem Jahr 2016 nahm die Zahl der Telefonbetrugsfälle durch sogenannten „falsche Polizeibeamte“, signifikant zu.

In Baden-Württemberg wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 über 5.000 Fälle (inklusive Versuchstaten) zur Anzeige gebracht. Im Zuständigkeitsgebiet des Polizeipräsidiums Heilbronn wurden in den ersten drei Quartalen 2018 über 600 Fälle registriert. In 19 Fällen kam es leider zur Vollendung der Taten mit einem Vermögensschaden von über 312.000 Euro für die Betroffenen.

In zum Teil stundenlangen, bedrohlichen Gesprächen in der Nacht erwecken die vermeintlichen Polizisten den Eindruck, die Angerufenen seien im Visier von gewaltbereiten Einbrechern, welche es auf ihr Geld und ihre Wertgegenstände abgesehen haben. Durch die angeblichen Amtsträger wird den Geschädigten mitgeteilt, dass ihre Wertsachen weder zu Hause noch auf der Bank sicher seien, weshalb Gelder von den Konten entweder durch die Opfer selbst oder aber auch durch die angeblichen Polizeibeamten abgehoben werden müssen. Im weiteren Verlauf kommt ein zivil gekleideter „Polizeibeamter“ vor Ort, welcher das Geld und sämtliche Wertsachen abholt, um sie „in Sicherheit“ zu bringen.

Die Staatsanwaltschaft Heilbronn und das Polizeipräsidium Heilbronn haben auf die Entwicklung dieser Kriminalitätsform reagiert. Bei der Kriminalpolizeidirektion wurde im Oktober 2018 eigens eine Ermittlungsgruppe gegründet und beim dortigen Arbeitsbereich für Bandendelikte und Organisierte Kriminalität der Kriminalinspektion 4 angesiedelt.

Im Rahmen von umfangreichen, personenbezogenen und verdeckten Ermittlungsmaßnahmen konnten durch die Ermittlungsgruppe bislang 20 Beschuldigte identifiziert werden, welche spätestens seit Oktober 2018 arbeitsteilig, konspirativ und hochprofessionell zusammenwirken, um gutgläubige, ältere Menschen mit ihrer Betrugsmasche ganz erheblich zu schädigen.

Zum jetzigen Zeitpunkt können dieser Gruppierung 12 Einzeltaten des banden- und gewerbsmäßigen Betruges und der Amtsanmaßung mit einem Gesamtschaden von knapp 500.000 Euro nachgewiesen werden. Die hochmobile Gruppierung agierte in den Bereichen Heidelberg, Heilbronn, Hohenlohekreis, Karlsruhe, Kreis Bergstraße, Ludwigsburg, Mannheim, Pforzheim, Speyer und Sinsheim.

In der Nacht zum Mittwoch konnten aufgrund der verdeckt geführten Maßnahmen Erkenntnisse gewonnen werden, wonach zwei Mitglieder der Bande, ein 20-jähriger aus Viernheim stammender Deutscher und eine 19-jährige, ebenfalls aus Viernheim stammende Deutsche bei einer im Kreis Bergstraße wohnenden 72-jährigen Frau Schmuck und Bargeld im Wert von ca. 200.000 Euro betrügerisch erlangt haben. Im Rahmen der weiteren Sofortmaßnahmen konnten die Ermittler beobachten, dass der 20-Jährige Tatverdächtige sich in die Innenstadt von Mannheim in ein Schmuckgeschäft begab, um dort die bei der 72-Jährigen erbeuteten Goldbarren und -münzen zur weiteren Verwertung zu übergeben. Sowohl der 20-Jährige als auch der Betreiber des Schmuckgeschäfts, ein 23-Jähriger aus Ludwigshafen, konnten hierbei festgenommen werden. Im Anschluss erfolgten die Festnahmen der 19-Jährigen Mittäterin sowie zweier weiterer Mitglieder der Bande, einem 21-jährigen Italiener und einem 26-jährigen Libanesen, welche ebenfalls aus Viernheim stammen.

Bei Durchsuchungsmaßnahmen in sieben Objekten in Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, welche mit Unterstützung von kurzfristig alarmierten Kräften der Bereitschaftspolizei Bruchsal durchgeführt wurden, konnten eine Vielzahl an Beweismitteln, insbesondere Goldschmuck, Goldbarren, Münzen, Bargeld und hochwertige Uhren gesichert werden. Unter anderem wurde auch ein Großteil der bei der Tat in der Nacht vom 12. auf den 13. Februar 2019 erbeuteten Schmuckstücke und Wertgegenstände aufgefunden.

Erfreulich in diesem Zusammenhang ist auch, dass bislang Vermögenswerte von über 150.000 Euro gesichert und zur Vorbereitung der Einziehung beschlagnahmt werden konnten.

Die Täter und Täterinnen waren bestens organisiert. Im Rahmen des arbeitsteiligen Vorgehens agierte beispielsweise der 20-Jährige aus Viernheim als Logistiker, Resident und auch als Abholer von Vermögenswerten an der jeweiligen Wohnung. Die 19-Jährige nahm in den meisten Fällen das Bargeld und die Wertgegenstände als falsche Polizeibeamtin in Empfang oder holte die vor der Wohnung abgelegten Gegenstände ab. Der 23-jährige Betreiber des Schmuckgeschäfts in Mannheim, der von der Herkunft der Schmuckstücke wusste, nahm sie zur weiteren Verwertung entgegen. Die eigentlichen Anrufer, die sich am Telefon als Polizeibeamte ausgeben, saßen in Call-Centern in der Türkei. Ein Großteil der Gewinne wurde nach bisherigem Stand der Ermittlungen auch mit Finanztransaktionsdiensten oder durch Kuriere in die Türkei transferiert. Die Identifizierung dieser Personen und die Sicherstellung der entsprechenden Strafverfolgung bilden einen Schwerpunkt der weiteren Ermittlungen. Ziel der eingerichteten Ermittlungsgruppe und der Staatsanwaltschaft Heilbronn ist es, in Zusammenarbeit mit den türkischen Strafverfolgungsbehörden auch die dortige Gruppierung zu zerschlagen und so weitere Straftaten dauerhaft zu unterbinden.

Am Donnerstag wurden fünf vorläufig festgenommene Personen auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heilbronn dem Jugendrichter als Haftrichter beim Amtsgericht Heilbronn vorgeführt. Drei Haftbefehle wurden in Vollzug gesetzt und die Beschuldigten in verschiedene Haftanstalten eingeliefert. Bei zwei Beteiligten wurde der Haftbefehl gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Der Tatbeteiligung des einen Beschuldigten war eher untergeordneter Art. Aufgrund eines gefestigten sozialen Hintergrundes konnte der Haftbefehl gegen einen weiteren Beschuldigten außer Vollzug gesetzt werden. Ein Bandenmitglied aus Nordrhein-Westfalen ist derzeit noch flüchtig.

Das Gelingen eines solch aufwändigen und umfangreichen Ermittlungsverfahrens über die Grenzen mehrerer Bundesländer hinweg war nur durch die hervorragende Zusammenarbeit zwischen der Staatsanwaltschaft Heilbronn und der Kriminalpolizei Heilbronn möglich. Zahlreiche benachbarte Dienststellen aus Baden-Württemberg sowie den Ländern Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen arbeiteten mit unseren hiesigen Ermittlern Hand in Hand, um die zentralen Akteure dieser Trickbetrügerbande in Deutschland überführen und verhaften zu können.

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Original Quelle Presseportal.de

Bilder 48.Altstadtfest Wertheim Samstag 25.07.2015 Teil 1