SPD Ortsvereins Wertheim – Bericht zur Veranstaltung zum Thema „Bedingungsloses Grundeinkommen“

Archivbild : SPD auf dem Wertheimer Marktplatz
Am vorletzten Donnerstag trafen sich die Mitglieder des SPD Ortsvereines, sowie zahlreiche
Gäste im Tauberhotel Kette, um über das Thema „Bedingungsloses Grundeinkommen“ zu
diskutieren. Die knapp 40 Besucher debattierten rund 2 Stunden emotional und kontrovers über
diese Idee, Menschen durch ein bedingungsloses Grundeinkommen von Not und Angst im Falle
von Arbeitsverlust oder Krankheit zu befreien.
Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzenden Walter Hörnig, referierte Anita Bone-
Czerniejewski aus Creglingen über das Thema. Bone erzählte, dass die eigene Lebenserfahrung
sie dazu gebracht habe, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Dass die Idee eines
Grundeinkommens nicht neu sei, sondern bereits in vorchristlicher Zeit, später im Mittelalter und
1796 bei Thomas Paine, einem der Gründerväter der USA, immer wieder als ein Mittel der
Grundabsicherung der Bevölkerung diskutiert worden war zeigt,
dass diese Vision nicht die Idee
moderner Tage ist.
Seit der Gründer der DM-Drogeriemarktkette Götz sich dem Thema massiv angekommen hat, ist
das Projekt in den Medien wieder sehr präsent. Aber nicht nur in Deutschland sondern weltweit
wachsen die Befürworter des BGE – und zwar aus unterschiedlichsten Motiven.
Aktuell wird es in diesem Jahr ein Testversuch in Finnland zum Grundeinkommen geben, in der
Schweiz gab es 2016 eine Volksabstimmung zu dem Thema. In Indien denkt man darüber nach
ein Grundeinkommen flächendeckend einzuführen und eine Foundation in Kenia arbeitet ebenfalls
an einem solchen Projekt. Dazu kommt, dass sich in den sozialen Netzen die Diskussionen in den
vergangenen Monaten deutlich erhöht haben und auch die Medien, wie Die Zeit, Spiegel, Stern
oder Focus, aber auch das Fernsehen immer wieder darüber berichten.
Natürlich sind die Interessenlagen für eine solche umwälzende Form der Grundsicherung äußerst
weitreichend und wenn dann diese Idee plötzlich auch noch von Vorstandsvorsitzenden großer
Telekommunikationsunternehmen oder anderen Technikgiganten als positiv bewertet wird, so
kommen einem doch Zweifel auf, so Bone-Czerniejewski. Es gelte also darauf zu achten, ob das
BGE in eine Art neoliberales Model oder sich in eine humanistische Weise entwickle.
Für einige Besucher der Veranstaltung war die Frage der Finanzierung natürlich das
ausschlaggebende Kriterium, aber hier konnte Anita Bone-Czerniejewski nicht mit Zahlen
aufwarten, da die Rechenmodelle sehr unterschiedlich seien. Dass ein Grundeinkommen
finanzierbar ist belegen diverse Studien. Am Ende wird die Höhe eines möglichen BGE
ausschlaggebend sein. Ebenso wurde die pauschale Ausschüttung einer Summe an alle
Bundesbürger als weniger sinnvoll hinterfragt. Für viele standen der Grundgedanke der
Absicherung und die Möglichkeit sich freier zu entfalten klar im Vordergrund. Ohne die Grundangst
bei Jobverlust nach 12 Monaten in existenzielle Nöte zu geraten oder aber auch selbstbestimmt
sich eine Auszeit zu gönnen, um kreative Projekte umzusetzen oder Familienangehörige bei
Krankheit zu pflegen, ein BGE könnte Potentiale freisetzten, die so nie zum tragen kommen
würden. Jugendliche könnten mit einem BGE jene Studiengänge belegen, die nach ihren
Interessen sind, unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern. Das BGE wäre auch eine
Grundlage, die es ermögliche z.B. einen Teilzeitjob auszuüben, um in der restlichen Zeit sich um
z.B. familiäre Aufgaben zu kümmern.
Gerade im Zuge der Digitalisierung und des demographischen Wandels, würde hier so eine
Chance geschaffen, existenzielle Ängste der Menschen zu reduzieren. Es böten sich mehr
Möglichkeiten für eine freie Entscheidung, sei es für die Familie, die Bildung und Weiterbildung,
ehrenamtliche Aufgaben, den Schritt in die Selbständigkeit, künstlerisches Arbeiten etc. so Bone-
Czerniejewski.
Walter Hörnig ,
SPD Ortsvereins Wertheim
 
SPD Ortsverein trifft Fraktion 
 
Am 30. März ab 18.30 Uhr treffen sich die Mitglieder des SPD Ortsvereins Wertheim im Gasthaus „Zur Rose“ in Nassig. Dort werden sich die Mitglieder mit der Wertheimer SPD Gemeinderatsfraktion austauschen. So soll einerseits die Arbeit der Gemeinderäte besser vermittelt, aber auch die Chance geboten werden, sich aus erster Hand über aktuelle Themen zu erkundigen, Fragen zu stellen und Vorschläge einzubringen. Natürlich sind Gäste gerne willkommen.