Sportboot auf Main gekentert – acht Personen bei Dunkelheit im Wasser gerettet

MAINASCHAFF, LKR. ASCHAFFENBURG. Großes Glück hatten in der vergangenen Nacht acht Personen aus dem Landkreis Aschaffenburg, die nach dem Abschlussfeuerwerk des Aschaffenburger Volksfestes mit einem Sportboot noch auf dem Main bei Mainaschaff unterwegs warten.

 

Kurz vor Mitternacht geriet das Sportboot nach Aussage des Führers beim Passieren eines Fahrgastmotorschiffes in dessen Wellen und kenterte. Die acht Insassen, Männer und Frauen im nicht mehr jugendlichen Alter, fielen ins Wasser und das Boot trieb kieloben auf dem Main. Als sie um Hilfe riefen, hörte sie ein Mann, der mit seinem Rad am Ufer auf dem Main-Radweg unterwegs war. Er setzte einen Notruf ab. Das große Glück der Leute bestand darin, dass das Streckenboot „WSP 21“, besetzt mit Beamten der Wasserschutzpolizei Aschaffenburg, nach dem Volksfestfeuerwerk noch auf dem Main auf Streife war.

Unter voller Fahrt erreichten die Beamten nach wenigen Minuten die Havaristen. Beim Eintreffen klammerten sich sieben der Insassen an dem kieloben treibenden Boot fest, während der 56-jährige Bootseigner auf dem Kiel stand und vorschriftsmäßig Notzeichen mit der Taschenlampe gab. Diese waren auch erforderlich, denn die Schifffahrt auf dem Main war zu dieser Zeit wieder freigegeben und es herrschte Schiffsverkehr. So passierte ein Frachtschiff die Unfallstelle, zum Glück ohne die im Fahrwasser schwimmenden Schiffbrüchigen zu überrollen.

Nach dem Eintreffen nahmen die Männer der Wasserschutzpolizei die Gekenterten umgehend an Bord und das treibende Schiff in Schlepp. Sie brachten sie zur Slipstelle der Wasserwacht am Mainparksee in Mainaschaff. Verletzte gab es zum Glück nicht. Der glückliche Ausgang des Unfalls ist laut Wasserschutzpolizei insbesondere dem souveränen Verhalten des Skippers zu verdanken. Er warnte nicht nur profihaft die übrige Schifffahrt, er hielt auch seine Fahrgäste zusammen am Boot, wirkte beruhigend auf sie ein und half beim Einstieg in das Streckenboot der Wasserschutzpolizei.

Das Sportboot wurde heute am Mainparksee mittels Kranwagen geborgen. Zur Schadenshöhe können noch keine Angaben gemacht werden. Nach der Erstmeldung der Havarie wurden umfangreiche Kräfte der Feuerwehren zur Wasserrettung alarmiert. Sie brauchten jedoch nicht mehr tätig zu werden, denn die „WSP 21“ hatte bereits alle schiffbrüchigen Seelen gerettet. Die Wasserschutzpolizei hat wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr und zur Klärung der Unfallursache die Ermittlungen aufgenommen.

PP Unterfranken