Stadt Wertheim ändert Planung für Gewerbegebiet Reinhardshof – Belange des Naturschutzes werden berücksichtigt

Baudezernent Armin Dattler erläutert die Planung für das Gewerbegebiet Reinhardshof. Foto: Stadt Wertheim

Die Stadt Wertheim braucht dringend mehr Flächen für die Weiterentwicklung als Wirtschaftsstandort. Im Februar hat der Gemeinderat deshalb ein Bebauungsplanverfahren zur Erweiterung des Gewerbegebiets Reinhardshof eingeleitet. Nun hat er den damaligen Beschluss aufgehoben und gleichzeitig ein neues Verfahren mit verändertem Geltungsbereich eingeleitet. Das heißt im Ergebnis: Der Gemeinderat hält grundsätzlich an einer Erweiterung fest. Die Ausweisung neuer Flächen soll aber zum einen in Abschnitten erfolgen und zum anderen in veränderter Flächeneinteilung. Insgesamt vorgesehen sind etwa 36 Hektar Erweiterung in sechs einzelnen Bebauungsplänen. Die entsprechenden Beschlüsse fasste der Gemeinderat am Montagabend in öffentlicher Sitzung. Zuvor hatte die Verwaltung in einem Pressegespräch über die neue Planung informiert.

Für die Änderung der Planung gibt es mehrere Gründe. Zum einen liegt seit Mitte des Jahres ein Verkehrskonzept für das Gewerbegebiet Reinhardshof vor. Wesentliche Empfehlung ist der Bau einer neuen Erschließungsstraße zur Anbindung des Gewerbegebiets an die L 508 auf Höhe Vockenrot. „Wir wollen nun die Bauleitplanung für dieses Straßenbauprojekt einleiten“, erläuterte Baudezernent Armin Dattler.

Vor allem Wertheimer Unternehmen wie die Firma König & Meyer haben in den letzten Jahren auf dem Reinhardshof neu gebaut. Foto: Stadt Wertheim

Die geplante Erweiterung um rund 36 Hektar brutto untergliedert die Stadt in die Abschnitte 5 bis 10. Sie weist ihnen als Gewerbe-, Industrie- oder Mischgebiet unterschiedliche Funktionen. „Dabei berücksichtigen wir gleichzeitig die unterschiedlichen naturschutzfachlichen Qualitäten der Flächen,“ so Armin Dattler. Die Gliederung in Abschnitte hat zudem den Vorteil, dass bei einer zeitlichen Verzögerung einzelner Bauleitplanverfahren die grundsätzliche Weiterentwicklung des Gewerbegebiets dennoch nicht blockiert ist.

„Wir stehen am Anfang des Verfahrens“, betonte Bürgermeister Wolfgang Stein. Ein Aufstellungsbeschluss sei gleichbedeutend mit Beginn der Prüfung, ob die Flächen zum beabsichtigten Zweck geeignet sind. Rund 50 Träger öffentlicher Belange geben zu der Planung ihre Stellungnahmen ab. Der Gemeinderat hat diese dann zu bewerten und abzuwägen. „Ein Bebauungsplanverfahren ist Demokratie pur“, so Stein. Herr des Verfahrens bleibt der Gemeinderat, er entscheidet über jeden einzelnen der im Baurecht vorgeschriebenen Verfahrensschritte.

Die Erweiterung des Gewerbegebiets Reinhardshof soll in sechs Abschnitte gegliedert werden. Plan: Stadt Wertheim

Die Verwaltung wird nun auf Grundlage der neuen Planung bis Ende des Jahres die vorgezogene Bürger- und Behördenbeteiligung durchführen. Dabei werden der Öffentlichkeit alle zur Durchführung der Bauleitplanverfahren notwendigen Berichte zur Einsichtnahme und mit der Möglichkeit zur Stellungnahme vorgelegt. Zum Katalog der vorzulegenden Unterlagen gehören auch der Umweltbericht, der Bericht zur artenschutzrechtlichen Prüfung sowie ein Verkehrsgutachten.

Die Gemeinderatsvorlagen zur Beratung der Weiterentwicklung des Gewerbegebiets Reinhardshof stehen auf der Internetseite der Stadt Wertheim im Ratsinformationssystem bereit.

Stadtverwaltung Wertheim

 

Bilder Frühlingsfest Tierheim Wertheim , Wertheim-Wartberg 22.04.2012