Verkehrskonzept Wertheim-Reinhardshof vorgestellt – Empfehlung: Kreisel an drei Knotenpunkten

Kreisverkehr empfehlen die Verkehrsplaner für die Kreuzung an der Rotkreuzklinik. Foto: Ingenieurbüro Brilon Bondzio Weiser

Das Gewerbegebiet Reinhardshof wächst. Verkehrsexperten haben untersucht, wie sich die geplante Erweiterung auf das Verkehrsaufkommen auswirkt. Foto: Stadt Wertheim

Zur Weiterentwicklung des Gewerbegebiets Reinhardshof hat die Stadt Wertheim ein Verkehrskonzept in Auftrag gegeben. Dazu fand im März eine umfangreiche Erhebung mit Zählungen und Messungen an 29 Knotenpunkten statt. Sie erstreckte sich auf die Stadtteile Reinhardshof, Wartberg, Vockenrot und Bestenheid. Jetzt liegt das Ergebnis vor. Am Montag wurde es bei einem Pressegespräch im Rathaus vorgestellt. Am Abend befasste sich der Gemeinderat mit dem Verkehrskonzept.

Das Verkehrskonzept hat das Ingenieurbüro für Verkehrswesen Brilon Bondzio Weiser erarbeitet. Als dessen Vertreter erläuterte Richard Baumert die Methodik der Untersuchung. Eine Woche lang wurde das Verkehrsaufkommen an 29 Knotenpunkten an unterschiedlichen Tageszeiten erfasst. Auch Geschwindigkeitsmessungen waren damit verbunden.

An insgesamt 29 Knoten- und Messpunkten wurde der Verkehr im Bereich Wartberg, Reinhardshof und Vockenrot im März erhoben. Foto Ingenieurbüro Brilon Bondzio Weiser

Das durchschnittliche tägliche Verkehrsaufkommen (Zu- und Abfahrten) im Gebiet Reinhardshof/Wartberg beträgt heute 27.800 Fahrten. Dieser Wert liegt nur um etwa 2.500 über einer Bestandsaufnahme vor gut zehn Jahren. Die leichte Zunahme entspricht der Weiterentwicklung des Reinhardshof mit Klinikneubau und Gewerbeansiedlung.

Das heutige Verkehrsaufkommen im Bereich Reinhardshof, Wartberg und Vockenrot, so das Fazit der Gutachter, kann an fast allen Knotenpunkten problemlos abgewickelt werden. Lediglich zwei wurden als mangelhaft eingestuft: die Ampelkreuzung L 2310/Mühlenweg in Bestenheid sowie der Knotenpunkt Luisenstraße / Bahnhofstraße. Das Geschwindigkeitsniveau im Bereich Reinhardshof und Wartberg ist unauffällig. An den Ortseinfahrten Vockenrot und auf dem Bestenheider Höhenweg hingegen wird vielfach schneller gefahren als erlaubt.

Bei voller Belegung der geplanten Gewerbegebietserweiterung um insgesamt 40 Hektar wird der Verkehr, so die Prognose der Planer, um 7.700 Fahrzeuge pro Tag zunehmen. Darin eingerechnet sind Steigerungen durch Wohnbebauung und Einzelhandel. Zum Vergleich: Ein Aldi- oder Lidl-Einkaufsmarkt generiert im Schnitt 2.500 Fahrten pro Tag.

„Das bestehende Straßennetz kann diese Verkehrssteigerung grundsätzlich aufnehmen“, sagte Baumert. Aber die Verkehrsqualität einzelner Kreuzungen sollte verbessert werden. Für die Ampelkreuzungen in Bestenheid, auf die man vom Wartberg kommend stößt, empfehlen die Experten eine Verbesserung der Signalsteuerung. Einen Umbau zum Kreisverkehr schlagen sie für die Kreuzung am Bahnhof vor, einen weiteren Kreisel für die Kreuzung Berliner Ring / Carl-Carstens-Straße an der Rotkreuzklinik.

Zur Entlastung des Wohngebiets Reinhardshof empfehlen die Verkehrsplaner den Bau einer neuen Erschließungsstraße vor. Sie soll das Gewerbegebiet zwischen Schule Reinhardshof und Friedhof Vockenrot an die L 508 anbinden. Die neue Straße könnte mit einer Länge von nur 550 Metern eine vergleichsweise hohe Entlastung, bringen. Voraussichtlich 4.800 der erwarteten 7.700 zusätzlichen Fahrten würden dann nicht durch das Wohngebiet Reinhardshof fahren.

„Wir können mit wenigen Maßnahmen eine gute Verkehrsqualität sicherstellen“, fasste Oberbürgermeister Stefan Mikulicz das Verkehrskonzept zusammen. Er bezeichnete die Empfehlungen der Gutachter als Arbeitsprogramm für die nächsten Jahre. Die einzelnen Maßnahmen sollen mit ortschreitender Belegung des Gewerbegebiets Reinhardshof Zug um Zug umgesetzt werden.

Das ausführliche Verkehrskonzept Reinhardshof steht auf der Internetseite der Stadt Wertheim unter www.wertheim.de/verkehrskonzept-reinhardshof bereit.

Stadtverwaltung Wertheim

 

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